12 Punkte von GN⁺ 2024-07-14 | 5 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Problemstellung: Firefox hat eine neue Werbe-Tracking-Funktion ohne Zustimmung der Nutzer aktiviert
  • Vergleich: Chrome aktiviert Werbe-Tracking nur nach Zustimmung der Nutzer, Firefox hingegen hat es per Software-Update automatisch aktiviert

Ethische Probleme von Werbe-Tracking-Technologien

  • Technischer Unterschied: Drittanbieter-Cookies waren eine nützliche Technologie, neue Tracking-Technologien wurden jedoch von Anfang an für Werbetreibende entwickelt
  • Moralisches Problem: Die Art der Implementierung bei Firefox ist schlimmer als bei Chrome

Differential Privacy und Datenanonymisierung

  • Differential Privacy: Google und Firefox behaupten, mithilfe von Differential Privacy handele es sich nicht um Tracking, tatsächlich liefert dies Werbetreibenden jedoch lediglich weniger Informationen
  • Problem der Anonymisierung: Auch anonymisierte Daten lassen sich oft erneut identifizieren

Sprachliche Probleme in der Werbe-Tracking-Politik

  • Sprachgebrauch: Die Erklärungen von Google und Firefox zu ihren Werbe-Tracking-Richtlinien sind irreführend
  • Rolle einer Non-Profit-Organisation: Firefox sollte als Non-Profit-Organisation höhere ethische Standards einhalten

Weitere Probleme mit der Werbe-Tracking-Funktion von Firefox

  • Datentransparenz: Firefox informiert Nutzer nicht darüber, welche Daten erfasst oder gemeldet werden
  • Eingeschränkter Zugriff: Derzeit können nur wenige Partner-Websites diese Funktion nutzen

Jüngste Veränderungen bei Mozilla

  • Übernahme eines Werbeunternehmens: Mozilla hat kürzlich ein Werbeunternehmen übernommen
  • Veränderungen im Vorstand: Es gibt Kritik an den jüngsten Veränderungen in der Zusammensetzung des Vorstands

Zusammenfassung

  • TLDR: Am Ende der Firefox-Datenschutzeinstellungen wurde die Funktion „Werbemessung mit Datenschutz“ hinzugefügt; es wird empfohlen, sie zu deaktivieren oder zu einem Browser zu wechseln, der mehr Wert auf Privatsphäre legt

Empfehlungen für alternative Browser

  • LibreWolf: Ein Fork von Firefox, der Privatsphäre und Sicherheit in den Vordergrund stellt
  • AdNauseum: Eine Browser-Erweiterung, die Werbung blockiert und anklickt, um Werbeüberwachung zu stören

Zusammenfassung von GN⁺

  • Artikelzusammenfassung: Kritik daran, dass Firefox ohne Zustimmung der Nutzer eine neue Werbe-Tracking-Funktion aktiviert hat, sowie Empfehlungen für alternative Browser
  • Relevanter Hintergrund: Die Grenzen von Differential Privacy und Datenanonymisierung sowie jüngste Veränderungen bei Mozilla
  • Interessanter Punkt: Diskussion über die Rolle von Firefox als Non-Profit-Organisation und die dafür geltenden ethischen Standards
  • Empfohlene Alternativen: LibreWolf, AdNauseum, Mullvard Browser usw.

5 Kommentare

 
tribela 2024-07-15

Ich weiß nicht genau, was mit „Privacy-preserving ad measurement“ gemeint ist … Liest man nur den Satz, bedeutet er, dass Werbung erlaubt wird, die die Privatsphäre schützt, und als Formulierung an sich ist das kein Problem, aber ich weiß eben nicht, was dahintersteckt.

Unabhängig davon hoffe ich eher, dass Firefox irgendwie überlebt, statt an solchen Kontroversen zugrunde zu gehen. Die Diktatur von Chrome ist nämlich noch viel schlimmer.
Am liebsten wäre mir, wenn es wie bei Chrome/Chromium mehr Nutzer gäbe, die zu Firefox und anderen Forks wechseln.

 
galadbran 2024-07-14

Gibt es einen vertrauenswürdigen, gut gepflegten Browser auf Firefox-Basis? Ich nutze Firefox Container schon so lange und so gut, dass es mir schwerfällt zu wechseln ... schluchz

 
savvykang 2024-07-14

https://medium.com/@mihirgrand/…
Wie wäre es, wenn Sie eines von diesen vier auswählen: LibreWolf, WaterFox, Floorp oder Mercury?

 
GN⁺ 2024-07-14
Hacker-News-Kommentare
  • Weltweit nutzen täglich mehrere Milliarden Menschen Webbrowser
  • Der Anteil des BIP, der nötig wäre, um Browser als öffentliches Gut ohne die Zwänge des Werbetechnologie-Geschäftsmodells zu entwickeln, ist sehr gering
  • Es ist nicht offensichtlich, dass wichtige Kommunikationsinfrastruktur durch Werbegewinne getragen werden muss
  • Das Werbegeschäft sollte ein Gast sein, der Regeln befolgt, nicht einer, der die Regeln festlegt
  • Mozillas Versuch war zum Scheitern verurteilt, weil er die Prämisse akzeptiert, dass das Web eine durch Werbung finanzierte Technologie ist
  • Mozilla entwickelt in Zusammenarbeit mit Meta einen neuen Vorschlag zur Werbemessung namens Interoperable Private Attribution (IPA)
    • In about:config kann dom.private-attribution.submission.enabled auf false gesetzt werden
    • Der entsprechende Einstellungswert wurde auf der Mozilla-Wiki-Seite ergänzt
  • Google und Firefox behaupten mithilfe von Differential Privacy, dass Tracking-Funktionen kein Tracking seien
    • Es gibt die Ansicht, dass Differential Privacy zwar real existiert, in der Praxis aber schwer umzusetzen ist
  • Ein Nutzer erwähnt, dass er Mozilla in den vergangenen sieben Jahren jedes Jahr mehrere hundert Dollar gespendet hat, nun aber möglicherweise damit aufhört
  • Anders als Google hat Firefox keine anderen Einnahmequellen, daher sind datenschutzfreundliche Anzeigen langfristig ein Weg zum Überleben
  • Mozilla ist zu dem Schluss gekommen, dass es vorteilhafter ist, nicht mehr mit Werbetreibenden zu konkurrieren, sondern mit ihnen zusammenzuarbeiten
    • Davon könnten Nutzer, Werbetreibende und Mozilla gleichermaßen profitieren
  • Es ist unklar, ob Firefox eine neue Option hinzugefügt hat oder ob nun etwas auswählbar wurde, das zuvor nicht ausgewählt werden konnte
  • Firefox Version 128.0 wurde über ein Ubuntu-Update automatisch installiert, und die neue Funktion wurde trotz strenger Datenschutz-Einstellungen aktiviert
    • Es muss geprüft werden, ob dafür ein Bug-Report bei Firefox eingereicht wurde