- Ladybird ist ein Open-Source-Projekt mit dem Ziel, einen unabhängigen Webbrowser zu entwickeln, der nicht auf Chrome basiert.
- Er ist in C++ geschrieben und steht unter der 2-Clause BSD-Lizenz.
- Begonnen hat er als Teil des Projekts SerenityOS, wurde jedoch vom Entwickler Andreas Kling als eigenständiges Projekt ausgegliedert.
Hintergrund des Projekts
- Andreas Kling startete SerenityOS im Jahr 2018 und zog sich später daraus zurück, um sich auf den Browser Ladybird zu konzentrieren.
- SerenityOS ist ein Projekt, das Kling nach Abschluss eines Rehabilitationsprogramms begann; zuvor hatte er bei Apple und Nokia an WebKit-basierten Browsern gearbeitet.
Stand des Projekts
- Ladybird befindet sich noch in einer frühen Entwicklungsphase (Pre-Alpha).
- Derzeit läuft er unter Linux, macOS und anderen UNIX-ähnlichen Betriebssystemen.
- Unter Windows ist die Ausführung über WSL2 möglich, eine eigenständige Windows-Unterstützung gibt es jedoch noch nicht.
- Das Projekt stellt aktuell auf keiner Plattform Binärdateien bereit; der Quellcode muss selbst gebaut werden.
Funktionen und Leistung
- Grundfunktionen: URL-/Suchleiste, Aktualisieren, Tabs, Inhalts-Zoom, Screenshots sowie Vor-/Zurück-Navigation sind vorhanden.
- Fehlende Funktionen: Es gibt keine Lesezeichen, keinen Verlauf, keine Erweiterungen, keine Passwortverwaltung, keine Druckfunktion und kein Speichern von Bildern.
- CSS-Unterstützung: In den CSS-Selectors-Tests erreicht Level 1–3 100 %, Level 4 liegt bei 53 %.
- JavaScript-Unterstützung: Funktioniert, ist aber langsam.
- Entwicklerwerkzeuge: Vorhanden sind ein Inspektor für den DOM-Baum und den Accessibility-Baum, verschiedene Dump-Funktionen sowie User-Agent-Spoofing.
Pläne für die Zukunft
- Verwendung bestehender Bibliotheken: Statt der in SerenityOS selbst entwickelten Bibliotheken sollen künftig bestehende Bibliotheken genutzt werden.
- Beteiligung von Entwicklern: Entwicklungsdiskussionen finden auf dem Discord-Server des Projekts statt, und Maintainer werden per Einladung ausgewählt.
Meinung von GN⁺
- Technische Herausforderung: Ladybird strebt einen unabhängigen Webbrowser an, doch Funktionalität und Leistung lassen sich derzeit noch schwer mit Mainstream-Browsern vergleichen. Vor allem bei Sicherheit und Performance besteht erheblicher Verbesserungsbedarf.
- Entwickler-Community: Damit das Projekt erfolgreich sein kann, braucht es eine aktive Entwickler-Community und kontinuierliche Beiträge. Klings YouTube-Kanal und der Discord-Server könnten dafür ein guter Ausgangspunkt sein.
- Konkurrenz zu bestehenden Browsern: Um mit etablierten Browsern wie Firefox oder Chrome konkurrieren zu können, dürfte viel Zeit nötig sein. Besonders wichtig sind dabei die Einhaltung von Webstandards und die Unterstützung vielfältiger Funktionen.
- Technologiewahl: Das in C++ geschriebene Ladybird könnte bei der Performance Vorteile haben, dennoch wäre auch der Einsatz moderner Sprachen wie Rust eine Überlegung wert. Rust bietet viele Vorteile bei Speichersicherheit und Performance.
- Benutzererfahrung: Für allgemeine Nutzer ist Ladybird derzeit noch nicht geeignet. Entscheidend sind Verbesserungen bei der Benutzererfahrung und die Ergänzung weiterer Funktionen.
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