2 Punkte von GN⁺ 2024-06-22 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Ladybird ist ein Open-Source-Projekt mit dem Ziel, einen unabhängigen Webbrowser zu entwickeln, der nicht auf Chrome basiert.
  • Er ist in C++ geschrieben und steht unter der 2-Clause BSD-Lizenz.
  • Begonnen hat er als Teil des Projekts SerenityOS, wurde jedoch vom Entwickler Andreas Kling als eigenständiges Projekt ausgegliedert.

Hintergrund des Projekts

  • Andreas Kling startete SerenityOS im Jahr 2018 und zog sich später daraus zurück, um sich auf den Browser Ladybird zu konzentrieren.
  • SerenityOS ist ein Projekt, das Kling nach Abschluss eines Rehabilitationsprogramms begann; zuvor hatte er bei Apple und Nokia an WebKit-basierten Browsern gearbeitet.

Stand des Projekts

  • Ladybird befindet sich noch in einer frühen Entwicklungsphase (Pre-Alpha).
  • Derzeit läuft er unter Linux, macOS und anderen UNIX-ähnlichen Betriebssystemen.
  • Unter Windows ist die Ausführung über WSL2 möglich, eine eigenständige Windows-Unterstützung gibt es jedoch noch nicht.
  • Das Projekt stellt aktuell auf keiner Plattform Binärdateien bereit; der Quellcode muss selbst gebaut werden.

Funktionen und Leistung

  • Grundfunktionen: URL-/Suchleiste, Aktualisieren, Tabs, Inhalts-Zoom, Screenshots sowie Vor-/Zurück-Navigation sind vorhanden.
  • Fehlende Funktionen: Es gibt keine Lesezeichen, keinen Verlauf, keine Erweiterungen, keine Passwortverwaltung, keine Druckfunktion und kein Speichern von Bildern.
  • CSS-Unterstützung: In den CSS-Selectors-Tests erreicht Level 1–3 100 %, Level 4 liegt bei 53 %.
  • JavaScript-Unterstützung: Funktioniert, ist aber langsam.
  • Entwicklerwerkzeuge: Vorhanden sind ein Inspektor für den DOM-Baum und den Accessibility-Baum, verschiedene Dump-Funktionen sowie User-Agent-Spoofing.

Pläne für die Zukunft

  • Verwendung bestehender Bibliotheken: Statt der in SerenityOS selbst entwickelten Bibliotheken sollen künftig bestehende Bibliotheken genutzt werden.
  • Beteiligung von Entwicklern: Entwicklungsdiskussionen finden auf dem Discord-Server des Projekts statt, und Maintainer werden per Einladung ausgewählt.

Meinung von GN⁺

  1. Technische Herausforderung: Ladybird strebt einen unabhängigen Webbrowser an, doch Funktionalität und Leistung lassen sich derzeit noch schwer mit Mainstream-Browsern vergleichen. Vor allem bei Sicherheit und Performance besteht erheblicher Verbesserungsbedarf.
  2. Entwickler-Community: Damit das Projekt erfolgreich sein kann, braucht es eine aktive Entwickler-Community und kontinuierliche Beiträge. Klings YouTube-Kanal und der Discord-Server könnten dafür ein guter Ausgangspunkt sein.
  3. Konkurrenz zu bestehenden Browsern: Um mit etablierten Browsern wie Firefox oder Chrome konkurrieren zu können, dürfte viel Zeit nötig sein. Besonders wichtig sind dabei die Einhaltung von Webstandards und die Unterstützung vielfältiger Funktionen.
  4. Technologiewahl: Das in C++ geschriebene Ladybird könnte bei der Performance Vorteile haben, dennoch wäre auch der Einsatz moderner Sprachen wie Rust eine Überlegung wert. Rust bietet viele Vorteile bei Speichersicherheit und Performance.
  5. Benutzererfahrung: Für allgemeine Nutzer ist Ladybird derzeit noch nicht geeignet. Entscheidend sind Verbesserungen bei der Benutzererfahrung und die Ergänzung weiterer Funktionen.

1 Kommentare

 
GN⁺ 2024-06-22
Hacker-News-Kommentare
  • Firefox-Entwickler: Teilt einen Blogbeitrag über den Prozess, einen Webbrowser zu entwickeln.
  • Andreas Kling: Die Entscheidung, sich von Serenity OS zurückzuziehen, ist nachvollziehbar. Der Ladybird-Browser ist im Alltag nutzbar.
  • Discord-Login-Problem: Ladybird rendert Seiten gut, es mangelt aber an Geschwindigkeit und Stabilität.
  • Erwartungen an ein neues Projekt: Es ist unrealistisch zu erwarten, dass von Grund auf neu geschriebener Code sofort alles löst.
  • Meinung zu Rust: Kommentare wie „Schreibt es in Rust neu“ sind frustrierend.
  • Mitarbeit am Projekt empfohlen: Das Projekt ist spannend, und es braucht mehr Browser-Projekte.
  • Vergleich von Firefox und Ladybird: Zwar gibt es Unzufriedenheit mit Entscheidungen von Firefox, aber es wird erwartet, dass Ladybird auf ähnliche Probleme stoßen wird.
  • Frage von Einsteigern: Es wird gefragt, ob Anfänger zum Projekt beitragen können.
  • Erwartung an einen Community-Browser: Es gibt Vorfreude auf einen von der Community entwickelten Browser.
  • Erfolg für Ladybird und Servo gewünscht: Eine leichte Präferenz für das Rust-basierte Servo.
  • Frage zum Status von Servo: Es wird gefragt, ob Servo den Kern eines Browsers bildet und wie viel Arbeit nötig ist, um daraus einen Browser zu machen.
  • Vorschlag für einen Hybrid-Browser: Ein Browser, der Ladybird und Firefox kombiniert.
  • Eindruck von den Build-Skripten: Hoffnung, dass die Build-Skripte perfekt funktionieren und sich daraus ein konkurrenzfähiger Browser entwickeln kann.