Ladybird-Webbrowser wird gemeinnützig und erhält 1 Million US-Dollar vom GitHub-Mitgründer
(lunduke.locals.com)- GitHub-Mitgründer Chris Wanstrath und der Gründer von SerenityOS und dem Ladybird-Webbrowser, Andreas Kling, arbeiten zusammen und gründen die gemeinnützige Organisation "The Ladybird Browser Initiative"
- Ziel ist die Entwicklung eines neuen Webbrowsers ohne Werbung oder Unternehmensfinanzierung
- Angestrebt wird die Veröffentlichung einer vollständigen "Alpha"-Version bis 2026
Finanzierung von Ladybird
- Vor etwa einem Jahr erhielt das Projekt die erste Förderung in Höhe von 100.000 US-Dollar von Shopify
- Nun erfolgt mit Unterstützung von 1 Million US-Dollar durch einen GitHub-Mitgründer die Umwandlung in eine 501(c)(3)-gemeinnützige Organisation
- Ziel ist es, der einzige große Webbrowser zu werden, der Nutzerdaten nicht als Ware behandelt
- Browser ohne Werbung
- Heute sind alle großen Browser-Engines Open Source, aber es gibt weiterhin ein Problem.
- Sie werden alle vom Werbeimperium Google finanziert
- Chrome, Edge, Brave, Arc und Opera verwenden alle Googles Chromium
- Apple erhält Milliarden dafür, Google zur Standardsuchmaschine in Safari zu machen, und Firefox hat einen ähnlichen Deal, der jedes Jahr Hunderte Millionen US-Dollar einbringt
- Die Welt braucht einen Browser, der Menschen an erste Stelle setzt, mit einer neuen Engine zu offenen Standards beiträgt und frei vom Einfluss der Werbung ist
Geschäftsmodell
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Sponsoring und Spenden
- Statt auf traditionelle Modelle zur Monetarisierung von Nutzern zu setzen, erfolgt die Finanzierung über Sponsoring und Spenden
- Die Software und der Quellcode werden kostenlos bereitgestellt
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Keine Kontrolle durch Unternehmen
- Die Aussage "Unsere gemeinnützige Organisation wird keine Unternehmensdeals oder Einnahmen verfolgen, abgesehen von nicht zweckgebundenen Spenden." ist bemerkenswert
- Es wird keine Unternehmensdeals oder Marketingkampagnen geben
- Vorstandssitze werden nicht verkauft
Aktueller Stand
- Fortschritt der Entwicklung
- Ziel ist die erste öffentliche "Alpha"-Version bis 2026. Das wirkt noch weit entfernt, doch die aktuelle Entwicklerversion ist bereits deutlich fortgeschritten.
- Derzeit ist bereits ein gewisses alltägliches Surfen möglich, und die Community behebt aktiv Bugs und ergänzt Funktionen
Kein Hinterherlaufen hinter "Buzzwords"
- Klares Ziel
- Der Fokus liegt ausschließlich auf der Entwicklung eines Webbrowsers, ohne nach anderen Erlösmodellen zu suchen
- Kein Einfluss durch Werbung oder Big Tech
Meinung von GN⁺
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Ladybirds Ziel, einen Browser mit neuer Engine zu entwickeln, der frei vom Einfluss der Werbung ist, ist äußerst wichtig und wertvoll.
Allerdings wird es viele Hürden geben, bis das tatsächlich erreicht ist. -
Ob Ladybird die Browserentwicklung allein durch Sponsoring und Spenden dauerhaft fortführen kann, ist ungewiss; später könnten auch kommerzielle Deals in Betracht gezogen werden müssen. Entscheidend wird sein, langfristig ein nachhaltiges Geschäftsmodell aufzubauen.
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Da sich die aktuellen Webstandards stark Chrome-zentriert entwickelt haben, dürfte es nicht einfach sein, mit einer völlig neuen Engine Kompatibilität sicherzustellen. Die Entwicklung wird voraussichtlich erheblich Zeit und Geld kosten.
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Wegen der Schwierigkeit bei der Entwicklung von Browser-Engines haben in der Vergangenheit auch Opera und Microsoft ihre eigenen Engines aufgegeben und sind zu Chromium gewechselt. Selbst Firefox mit der Gecko-Engine hat zu kämpfen, sodass es für eine völlig neue Engine am Markt nicht leicht sein wird zu bestehen.
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Browser wie Brave mit Fokus auf Datenschutz oder Opera mit Spezialisierung auf Werbeblockierung haben sich jeweils ihren eigenen Markt geschaffen. Auch Ladybird sollte über differenzierende Funktionen oder eine klar definierte Zielgruppe nachdenken.
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Derzeit dürfte das wichtigste Ziel die Veröffentlichung einer ausgereiften Alpha-Version sein. Es bleibt abzuwarten, ob Ladybird bis 2026 einen funktional reifen und stabilen Browser präsentieren kann.
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