6 Punkte von budlebee 2021-04-26 | 2 Kommentare | Auf WhatsApp teilen

Im Manhattan-Projekt gab es auffallend viele in Budapest geborene Personen aus den Jahrgängen 1880 bis 1920, weshalb man scherzhaft sagt, hochintelligente Marsmenschen seien auf die Erde gekommen und hätten mit Erdenmenschen Kinder gezeugt.

Der Gründer des Manhattan-Projekts Leo Szilard, der Entwickler der Wasserstoffbombe Edward Teller, der Nobelpreisträger für seine Beiträge zur Quantenmechanik Eugene Wigner und das Geniesymbol John von Neumann – all diese herausragenden Genies der Mitte des 20. Jahrhunderts stammten aus Ungarn.

Sogar über Teller, Wigner und von Neumann, die dieselbe Highschool besucht hatten, gibt es den Witz, sie hätten als Wissenschaftsmesse-Projekt in der Oberstufe eine Atombombe gebaut.

Der Autor analysiert aus verschiedenen Blickwinkeln die Ursachen dafür, dass diese „ungarischen Marsmenschen“ auftauchten.

  1. Am Fasori Gimnázium, das Wigner, von Neumann und Teller besuchten, gab es einen berühmten Mathematiklehrer namens László Rátz. Wigner war so stark von ihm inspiriert, dass er sogar ein Foto von ihm in seinem Büro aufhängte.

-> Edward Teller hat nie einen einzigen seiner Kurse besucht. Außerdem war das Fasori Gimnázium damals nicht das beste Gymnasium, und es gab auch viele Genies von anderen Gymnasien in der Umgebung.

  1. Lag es dann daran, dass das allgemeine Bildungsniveau in Ungarn Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts so hoch war?

-> Diese Genies waren oft schon vor dem Alter von zehn Jahren Genies, also noch bevor eine richtige schulische Bildung überhaupt begann.

  1. Alle im Text erwähnten genialen Ungarn waren aschkenasische Juden, also osteuropäische Juden. Aschkenasische Juden weisen einige genetische Besonderheiten auf, etwa ein 100-fach höheres Risiko für Gaucher-Krankheit und ein 10-fach höheres Risiko für Torsionsdystonie. Aschkenasische Juden sind die ethnische Gruppe mit dem höchsten IQ und stellen 25 % der Nobelpreise in den Naturwissenschaften sowie 27 % der Turing Awards.

-> Juden gibt es nicht nur in Ungarn. Nach der reinen Zahl gab es in Deutschland oder Polen sogar mehr Juden – warum also kamen auffallend viele gerade aus Ungarn? Außerdem erklärt das nicht, warum sich die ungarischen Genies so stark auf die Geburtsjahrgänge 1880 bis 1920 konzentrieren.

-> Die wirtschaftliche Lage Ungarns war damals gut, weshalb es Spielraum gab, Laufbahnen in nicht-kommerziellen Bereichen wie Physik und Chemie zu wählen.

Und die klugen Juden der Jahrgänge 1880 bis 1920 flohen vor der Verfolgung durch die Nazis in die USA und schlossen sich dort dem Manhattan-Projekt an.

Die nach den 1920er Jahren Geborenen waren noch zu jung, um der Verfolgung durch die Nazis zu entkommen (...), weshalb sich die ungarischen Genies auf die Jahrgänge 1880 bis 1920 konzentrieren.

Zusammengefasst also:

  • Eine Gruppe mit genetischen Vorteilen

  • traf auf ein Umfeld, in dem man sich ganz den reinen Wissenschaften widmen konnte,

  • und sammelte sich auf der Flucht vor den Nazis in den USA, wodurch der Anteil ungarischer Genies besonders auffiel.

So lautet die Erklärung.

2 Kommentare

 
budlebee 2021-04-26

Das ist ein ziemlich umstrittener Artikel, daher gibt es auch eine ganze Menge Kommentare zum Haupttext.

Der allererste Kommentar ist ein Text von Paul Graham über „Städte und Ehrgeiz“.

http://www.paulgraham.com/cities.html

 
xguru 2021-04-26

Das ist interessant. Danke für die Zusammenfassung.