- Nachdem der Verkauf von Erwachsenenspielen auf Steam und itch.io eingeschränkt wurde, formiert sich organisierter, scharfer Protest von Gamern gegen Visa und Mastercard
- Vor allem in sozialen Medien verbreitet sich eine Strategie, mit E-Mails und Telefonanrufen kollektiv Druck auf die Zahlungsdienstleister auszuüben
- Die beiden Zahlungsunternehmen gelten als Hauptursache für die Beschränkung des Verkaufs von Erwachsenenspielen, und Berichte deuten darauf hin, dass der Kundendienst dadurch überlastet ist
- Der organisierte Protest könnte Auswirkungen auf die gesamte Zahlungsinfrastruktur haben, weshalb Unternehmen Einschränkungen bei der Servicenutzung befürchten
- Die Teilnehmer der Kampagne weiten ihre Aktivitäten aus, wobei sie auf einen höflichen Ton achten und zugleich echte Aufmerksamkeit für das Thema einfordern
Kontroverse um Zensur durch Visa und Mastercard und die Protestkampagne von Gamern
Überblick über die Lage
- Nachdem der Verkauf von Erwachsenenspielen in Stores wie Steam und itch.io zuletzt eingeschränkt wurde, machen viele Fans die Zahlungsdienstleister Visa und Mastercard für diese Entscheidung verantwortlich
- Verärgerte Gamer organisieren deshalb kollektive Aktionen, bei denen sie mit E-Mails und Telefonanrufen die Kommunikationskanäle der beiden Unternehmen lahmzulegen versuchen
- Auf sozialen Plattformen wie Reddit und Bluesky werden Hinweise zur Kontaktaufnahme mit den Zahlungsdienstleistern, konkrete Beteiligungsmöglichkeiten sowie Gesprächs- und E-Mail-Skripte geteilt
Zahlungsdienstleister und Regulierung von Erwachsenenspielen
- Sowohl Steam als auch itch.io verweisen zur Begründung ihrer Entscheidung auf das Risiko, bei Verstößen gegen Vorgaben der Zahlungsdienstleister die Zahlungsinfrastruktur zu verlieren
- Die konkreten Richtlinien der Zahlungsdienstleister wirken zwar in Teilen vage, doch Sprecher von Valve und itch.io warnen, dass diese Einschränkungen nicht nur den Markt für Erwachsenenspiele, sondern auch den allgemeinen Spielemarkt betreffen könnten
- Im Steam-Subreddit wurde unterdessen ein bereits mit mehreren Tausend Upvotes versehener Beitrag gelöscht, dennoch finden sich zahlreiche Hinweise darauf, dass die Mitarbeiter im Kundendienst das Problem bereits kennen
- Tatsächlich erklärten Kundendienstmitarbeiter, dass viele Anfragen zur Zensur von Erwachsenenspielen eingegangen seien, sie selbst jedoch faktisch keine Befugnis hätten, Maßnahmen zu ergreifen
Strategie der Protestkampagne
- Die Teilnehmer des Protests erwarten nicht, durch einzelne Anrufe unmittelbar Veränderungen zu erreichen; stattdessen setzen sie darauf, durch anhaltende Störungen operativen Aufwand zu erzeugen
- Nach dem Motto „E-Mails kann man ignorieren, aber lange Warteschlangen verursachen Kosten“ werden Rückrufanfragen und parallele Anrufe wiederholt eingesetzt, um die gesamten Kundendienstleitungen zu verlangsamen
- Während im Umgang mit den operativen Mitarbeitern Höflichkeit betont wird, zielt die Kampagne gegenüber Führungskräften darauf ab, den eigenen Standpunkt respektvoll, aber klar zu vermitteln
Offizielle Position und Reaktion der Zahlungsdienstleister
- Auf die vielen eingegangenen E-Mails antworteten Visa und Mastercard mit weitgehend identischen Formulierungen und erklärten, sie hielten sich an gesetzliche Vorgaben, wickelten legale Transaktionen ab und griffen nicht in den Service ein
- Den Antworten zufolge blockieren Zahlungsdienstleister keine Transaktionen, wenn der Inhalt eines Produkts legal ist, und beteiligen sich nicht an individueller Inhaltszensur
- Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen würden nur verlangt, wenn ein erhöhtes Risiko bestehe
Position von Collective Shout und den Stores
- Collective Shout protestiert seit Längerem gegen Erwachsenenspiele mit Themen wie nicht einvernehmlichen Sexualstraftaten und Gewalt und hat dazu Steam, Visa und Mastercard kontaktiert; danach begannen die Spieleplattformen, NSFW-Inhalte insgesamt einzuschränken
- itch.io blendet derzeit Spiele mit Erwachsenenthemen in der Suche aus, wodurch in diesem Prozess teils auch Spiele mit LGBT-Themen pauschal mitbetroffen sind
- Der Indie-Store arbeitet nach eigenen Angaben an der Ausarbeitung und Abstimmung klarer Richtlinien für Erwachsenen-Content
Reaktionen der Community und Ausblick
- In weiteren Reddit-Beiträgen heißt es, dass Mitarbeiter im Kundendienst ihre zuvor verwirrte Haltung abgelegt hätten und nun anerkennen, dass das Thema erfasst wird
- Einige Nutzer versuchen weiterhin wiederholt Kontakt aufzunehmen, um zu prüfen, ob es Fortschritte bei dem Problem gibt
- In der Gamer-Community tauchte auch die scherzhafte Bemerkung auf, dass „nur Hasskampagnen oder kollektive Aktionen Gamer wirklich zusammenschweißen“
Hinweise und Ressourcen
- Auf Bluesky und anderen Plattformen werden konkrete Kontaktdaten, Leitfäden und weitere Materialien zur Teilnahme an der Kampagne aktiv geteilt
- Eine separate Website wurde eingerichtet, um interessierten Nutzern Werkzeuge und Informationen zur Beteiligung an der Kampagne bereitzustellen
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