- Es stellte sich heraus, dass Steam und Itch.io NSFW-Spiele wegen Druck durch Zahlungsanbieter entfernten
- Mastercard betonte in einer Erklärung die Position, dass alle rechtmäßigen Käufe erlaubt seien, und wies die Verantwortung für die Löschungen zurück
- Valve hingegen erklärte, der Zahlungsabwickler habe die Ablehnung der Verbreitung der Spiele ausdrücklich auf Mastercard Rule 5.12.7 und das Risiko einer Beschädigung der Marke gestützt
- Die Regel beschränkt Transaktionen mit expliziten oder künstlerisch wertlosen Inhalten sowie solchen, die dem Markenimage schaden könnten
- Obwohl Mastercard sich nicht direkt eingeschaltet hat, räumt Valve einen branchenweiten Druck ein
Kontroverse um die Löschung von NSFW-Spielen auf Steam und Itch.io
Nach der massenhaften Löschung von NSFW-(Erwachsenen-)Spielen durch Valve auf Steam hat auch Itch.io ähnliche Maßnahmen ergriffen. Bei beiden Entscheidungen wurde gemeinsam darauf verwiesen, dass sie auf Druck von Zahlungsanbietern beruhen.
Offizielle Stellungnahme von Mastercard und Zurückweisung der Verantwortung
- In einer Erklärung sagte Mastercard: "Alle rechtmäßigen Käufe sind im Netzwerk erlaubt."
- Das Unternehmen betonte, dass es keine Spielbewertungen oder -einschränkungen eingefordert habe
- Es erklärte, die Rolle ihres Netzwerks beschränke sich nicht auf die direkte Zahlungsabwicklung oder -ausgabe, sondern auf die Bereitstellung von Zahlungstechnologie und Netzwerk
Struktur und Realität des Zahlungsnetzwerks
- Mastercard ist weder Ausstellerbank (merchant bank) noch Acquirer, sondern ein Infrastruktur-Provider, der Zahlungssysteme unterstützt
- Im Fall von Itch.io sind die eigentlichen Zahlungsabwickler Paypal und Stripe
- Stripe und andere unterstützen mehrere Kreditkarten, haben jedoch zuvor die Zahlungsabwicklung für 18+-Inhalte eingestellt
Streit zwischen Valve und den Zahlungsabwicklern
- Vor der Entfernung der Spiele hatte Valve versucht, das Problem direkt mit Mastercard zu klären, doch es kam zu keiner direkten Kommunikation
- Mastercard habe nur mit Zahlungsabwicklern und den Zahlungserwerbern (merchant acquirers) kommuniziert, und der Zahlungsabwickler habe Valve übermittelt, dass er sich auf eine Mastercard-Vorschrift berufe
- Valve erklärte, der Zahlungsabwickler habe eindeutig "Mastercard Rule 5.12.7 und das Risiko einer Markenbeschädigung" genannt
Bedeutung von Mastercards Rule 5.12.7
- Die Vorschrift verbietet Transaktionen, die illegal sind oder das Markenimage massiv beschädigen könnten
- Explizite oder künstlerisch wertlose Inhalte wie nicht einvernehmliche sexuelle Handlungen, Kinderausbeutung, Körperverletzung und Bestialität werden ausdrücklich als Transaktionsbeschränkungen aufgeführt
- Acquirer können bei Nichtbeachtung entsprechender Beschwerden mit finanziellen und nichtfinanziellen Sanktionen rechnen
Fazit und Kontext
- Trotz der Stellungnahme von Mastercard räumt Valve ein, dass übergreifender regulatorischer Druck im gesamten Zahlungsumfeld tatsächlich wirkt
- Der jüngste Anstoß sei wohl durch die anti-pornografische Kampagne der australischen Gruppe Collective Shout ausgelöst worden
- Es deutet darauf hin, dass intensive öffentliche Debatten in der Community Auswirkungen auf Politikänderungen haben können
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