1 Punkte von GN⁺ 2025-07-13 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Die US-Behörde NOAA hat vorgeschlagen, die Finanzierung eines wichtigen Programms zur Verhinderung von Satellitenkollisionen zu streichen
  • Das Programm wird betrieben, um Schäden durch Kollisionen von Satelliten und Weltraumschrott zu verringern
  • Bei einem Finanzierungsstopp könnte es erhebliche Auswirkungen auf die Satellitenindustrie und die Sicherheit im Weltraum geben
  • Branchenvertreter und Experten betonen die Bedeutung des Fortbestands des Programms
  • Aufgrund der Haushaltslage werden Einschränkungen bei Innovation und globaler Zusammenarbeit befürchtet

Hintergrund des Vorschlags zur Streichung des NOAA-Budgets für das Programm zur Vermeidung von Satellitenkollisionen

  • Die US-Regierungsbehörde NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) hat Kürzungen für das Budget eines Sicherheitsprogramms vorgeschlagen, das Kollisionen zwischen Satelliten im Voraus verhindern soll
  • Das betreffende Programm verfolgt Positions- und Umlaufbahndaten von Satelliten und warnt Betreiber, wenn eine Kollisionsgefahr besteht

Bedeutung des Programms und erwartete Auswirkungen

  • Das Programm erfüllt eine sehr wichtige Funktion beim Schutz von Satelliten, Satellitenbetreibern und Kommunikationseinrichtungen im Weltraum
  • Aufgrund der jüngsten Zunahme von Weltraumschrott und der Zahl der Satelliten steigt das Kollisionsrisiko kontinuierlich an
  • Sollte die Budgetstreichung Realität werden, werden eine geschwächte Fähigkeit zum Risikomanagement bei Satellitenbetreibern und ein Rückgang der Sicherheit in der gesamten Branche erwartet

Einschätzungen aus der Branche und von Experten

  • Vertreter der Raumfahrtindustrie und verschiedene Experten betonen die Notwendigkeit eines staatlich betriebenen Systems zur Bereitstellung von Daten und Warnungen
  • Die USA gelten als globales Zentrum für Weltraumaktivitäten, und dieses Programm wird als direkt mit internationaler Zusammenarbeit verknüpft bewertet
  • Im Fall von Budgetkürzungen werden auch Probleme wie nachlassende Innovation und geschwächte globale Partnerschaften befürchtet

Fazit

  • Dieser Haushaltsentwurf der NOAA ist nicht nur eine Frage der Kosten, sondern eine Angelegenheit, die die künftige Weltrauminfrastruktur und die industrielle Innovation insgesamt beeinflusst
  • Verschiedene Interessengruppen weisen weiterhin auf die Bedeutung eines kontinuierlichen und stabilen Betriebs hin

1 Kommentare

 
GN⁺ 2025-07-13
Hacker-News-Kommentare
  • Ich verstehe den Wunsch, die Staatsausgaben zu senken, aber solche Programme sind Vermögenswerte mit hohem Gegenwert im Verhältnis zu ihren Kosten, keine sinnlose Verschwendung; die Effekte erster, zweiter und dritter Ordnung sind enorm, und die Bewertung von Budgets sollte wieder auf vernünftigeren Prinzipien beruhen.
    • Bei einer bereits astronomischen Staatsverschuldung ist die Debatte über Ausgabenkürzungen an sich unmöglich; sie führt zur Privatisierung und zum Abbau von Bundesbehörden und kann sogar kulturellen und sozialen Zerfall auslösen. Das ruiniert die USA und schafft eine Struktur, in der Technokraten profitieren. Für Bürger oder die Gesellschaft hat das keinerlei positiven Effekt. Es wirkt wie eine politische Wiederaufführung von Microsofts alles verschlingender Strategie: extreme Privatisierung, destruktiver Wandel.
    • Wahrscheinlich wird jemand vorschlagen, solche öffentlichen Programme zu privatisieren und die Kosten für Kollisionsvermeidung über Versicherungsprämien zu finanzieren. Aber Privatisierung schließt essenzielle Bestandteile aus und führt am Ende zu katastrophalem Versagen, mehr nicht mehr verfolgbaren Weltraumschrott und unumkehrbaren Insolvenzen. Dasselbe ist bereits in anderen Sektoren zu beobachten.
    • Ich habe in mehreren Ländern als Fachmann in diesem Bereich gearbeitet. Die Orbitalumgebung hat sich zuletzt rapide verändert, und es geht nicht nur um die Anzahl der Objekte. Die Veränderungen liegen inzwischen außerhalb der Auslegungsgrenzen bestehender Systeme für den Orbitalverkehr, wodurch deren Wirksamkeit sinkt. Die großen Staaten investieren in neue Systeme, die mit modernen Bedingungen durch fortgeschrittene, geheime Technologien umgehen. Das heißt: Öffentliche Systeme haben technisch keine Zukunft und können wegen des Risikos von Geheimnisabfluss auch nicht sinnvoll verstärkt werden. Am Ende wird der Privatsektor zum unvermeidlichen Ausweg. Die Weltraumumgebung ist nicht mehr simpel, sondern hochkomplex.
    • Es ist offensichtlich, dass es hier in Wahrheit nicht um Einsparungen bei den Staatsausgaben geht. Das eigentliche Problem ist, dass NOAA beim Thema Klimawandel nicht zurückweicht, obwohl manche Leute das nicht hören wollen. Deshalb greifen sie den Boten und seine Werkzeuge an.
    • Alle sollten aufhören so zu tun, als ginge es ihnen um Staatsausgaben an sich. Entscheidend ist, wofür genau das Geld ausgegeben wird. Vages Gerede über „Ausgabenkürzungen“ ist nur eine Ablenkung und Zeitverschwendung.
  • Deshalb denke ich zunehmend, dass solche Aufgaben an die UN übergehen sollten. Es handelt sich nicht um Eigentum einzelner Staaten oder privater Akteure, sondern um ein gemeinsames Gut der gesamten Menschheit, also sollte es auch globale Unterstützung geben. Das Versagen eines einzelnen Staates darf nicht die gesamte Menschheit in Mitleidenschaft ziehen. Ein UN-Programm für Wettervorhersage und Satellitenverfolgung, dazu Open Data und eine REST API, wäre ein bahnbrechender Wandel. In der aktuellen Struktur ist das wegen der Interessen der ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats jedoch unmöglich; realistischer ist, dass zuerst die EU eine solche Rolle übernimmt.
    • Ich habe in den 2000er-Jahren aus fast genau diesen Gründen bei den UN gearbeitet. Das öffentliche Bild der UN ist naiv. In Wirklichkeit ist sie eine sehr ineffiziente, korrupte und starre Organisation. Das hat nichts mit dem Sicherheitsrat zu tun; im Alltag ist sie kaum besser als gewöhnliche zwischenstaatliche Koordination. Es fehlen schlicht die Dateninfrastruktur und technische Kompetenz, um ein solches Projekt wirklich zu tragen. Du hast eine REST API erwähnt, aber bei Exabyte-Datenmengen ist praktisch nur eine einzige Kopie realistisch. Die meisten Staaten wollen die Daten im eigenen Land speichern, wodurch eine echte Zusammenführung verteilter Daten unmöglich wird. Wegen Netzwerkbandbreite und Kosten müsste der Datenzugang stark eingeschränkt werden, sodass es faktisch keine offenen Daten wären. Ich habe solche Projekte selbst mehrfach versucht und halte die Erfolgschance für null — außer es gäbe eine einzelne Führungsperson mit großer Vision, Mut und technischer Expertise; mit einer überwiegend bürokratischen Organisation ist das unmöglich.
    • Realistisch gesehen stammt der Großteil des UN-Budgets aus den USA, und wenn die USA die Finanzierung kürzen, gerät sofort das ganze Projekt ins Wanken. Eine langfristig gesicherte Finanzierung ist unmöglich.
    • Ich stimme der Aussage zu, dass globale Nachfrage globale Unterstützung braucht, aber wenn man alles der UN überlässt, besteht die Gefahr, dass die UN selbst zu einer weiteren Hegemonialmacht wird. Zum Glück braucht es derzeit eher ein Gleichgewicht mehrerer Supermächte. Hoffentlich bleibt es wie zwischen USA und UdSSR auf indirekte Konkurrenz begrenzt.
    • Internationale Kooperation gibt es zwar, aber in der Praxis brauchen die einzelnen Länder unbedingt auch eigene Programme zur Satellitenverfolgung. Es existieren verschiedene Systeme wie TraCSS, SST und RSSS. Es ist schwer zu sagen, dass die USA alles verwalten. Wenn ein Cubesat eines kleinen Landes mit einem russischen Militärsatelliten kollidiert, könnte das leicht mit einem „Ups, war ein Versehen~“ abgetan werden.
  • Die Idee ist, das Budget von ICE zu streichen und das Geld stattdessen für die Vermeidung von Satellitenkollisionen zu verwenden.
    • Ein Vorschlag ist, die H1B-Gebühr auf 30.000 Dollar zu erhöhen und das Kontingent massiv auf 3 Millionen auszuweiten, um dieses Geld für die Vermeidung von Satellitenkollisionen einzusetzen.
    • Ein scherzhafter Vorschlag lautet, Satelliten einfach mit ICE kollidieren zu lassen.
  • Ich finde, bei Weltraumschrott und Satellitenverfolgung sollten die Eigentümerstaaten und Unternehmen selbstverständlich direkt verantwortlich sein und die Kosten tragen. Dann würde Starlink wohl am meisten zahlen. Ich frage mich allerdings, ob in den NOAA-Daten auch Satelliten enthalten sind, die man aus militärischen Gründen — etwa Spionagesatelliten — eigentlich nicht gern verfolgt.
    • Wenn Starlink in einer Struktur am meisten zahlen müsste, würde das natürlich auf Nutzungsgebühren umgelegt. Vielleicht könnte das sogar Gewinne erzeugen und das Haushaltsdefizit verringern, aber tatsächlich wird es eben nicht so betrieben. Das zeigt nur, dass daran kein echtes Interesse besteht.
    • Für alle Starlink-Satelliten gibt es verantwortungsvolle natürliche Deorbit-Pläne, und da sie sich im LEO befinden, fallen sie innerhalb weniger Jahre ohnehin von selbst herunter. Starlink ist nicht so aufgebaut, dass sich dadurch Weltraumschrott anhäuft.
    • Diese Sichtweise habe ich schon früher vertreten und dafür Kritik bekommen. Ich frage mich zum Beispiel, ob ein Staat wie Iran Starlink-Satelliten absichtlich zerstören könnte, um eine Kettenreaktion aus Weltraumschrott auszulösen und damit allen Konkurrenten zu schaden. Das wäre eine gefährliche Logik nach dem Muster: „Wenn ich es nicht haben kann, soll es niemand haben.“
  • Kommt als Nächstes die Abschaffung der Arbeitsschutzbehörde (OSHA)? Das wirkt wie ein typischer Ausdruck der kurzsichtigen Sichtweise von Leuten aus der Tech-Branche, die Sicherheit nicht ernst nehmen.
  • Ich würde gern hören, warum das eine gute Idee sein soll.
  • Es fühlt sich an, als seien inzwischen alle Maßnahmen mit langfristiger Perspektive bedeutungslos geworden.
  • Ich vermute, dass diese Entwicklung bei Satellitenkollisionen ganz eindeutig auf Satelliten zur Klimaforschung zielt. Es gab bereits SharpieGate und die Einsetzung eines Klimawandel-Leugners bei NOAA durch den orangefarbenen Kaiser (Link); letztlich halte ich das für eine strukturelle Behinderung zugunsten des Geldverdienens.
    • Ich bin fast halb überrascht, dass in der ersten Amtszeit nicht auch noch ein Flacherdler zum NASA-Chef ernannt wurde.
  • Um eine unbequeme Tatsache anzusprechen: Selbst wenn die Bundesregierung außer Sozialversicherung, Medicare und Medicaid, Verteidigung, Zinszahlungen, Einkommenssicherung, Veteranenunterstützung sowie Renten- und Behindertenleistungen gar nichts mehr täte, wäre das Defizit immer noch enorm. Wissenschaft, Bildung, FDA, Wohnungsbau, Auslandshilfe und Katastrophenhilfe machen beim Defizitproblem keinen großen Anteil aus.
    • Die Zinsausgaben liegen inzwischen bei über 16 % des Gesamthaushalts und steigen weiter. Es ist fraglich, ob alles, was man mit 36 Billionen Dollar gekauft hat, diesen Preis wert war.
    • Das angebliche Ziel der Defizitreduzierung ist in Wirklichkeit nur eine Nebelkerze. Tatsächlich wächst das Defizit um Billionen weiter an, und der zentrale Antrieb ist, dass NOAA die Klimanarrative bestimmter Kräfte stört.
    • Sie vergrößern das Defizit sogar noch, also sollte man mit dem Gerede über Schulden endlich aufhören.