5 Punkte von GN⁺ 2026-02-04 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen
  • SpaceX übernimmt xAI und treibt den Aufbau von Weltraum-Rechenzentren voran; auch Google und mehrere Startups verfolgen dasselbe Ziel
  • Eine Google-Studie kommt zu dem Schluss, dass sie um 2035 mit bodengebundenen Rechenzentren konkurrieren könnten, wenn die Startkosten in den niedrigen Erdorbit auf 200 US-Dollar pro kg fallen
  • Wegen grundlegender Einschränkungen wie GPU-Nachfrage, fehlender Aufrüstbarkeit und Kostenwettbewerbsfähigkeit ist das jedoch wenig realistisch
  • Der Start von Hunderttausenden bis Millionen Satelliten erhöht das Risiko eines Kessler-Syndroms, zudem ist ein Hardware-Austausch nicht möglich
  • Unternehmen und Investoren beteiligen sich mit Blick auf IPO-Erwartungen und kurzfristige Renditen, die tatsächliche Umsetzbarkeit ist jedoch gering

Aktueller Stand der Pläne für Weltraum-Rechenzentren

  • SpaceX hat xAI übernommen und damit ein 1,25-Billionen-US-Dollar-Unternehmen geschaffen, dessen Ziel der Bau von Weltraum-Rechenzentren ist
    • Auch Google, Lonestar, Axiom und das von Nvidia unterstützte Starcloud drängen in dieses Feld
    • Als Vorteile nennen sie unbegrenzte Solarenergie, kostenloses Bauland und große Raketen
  • Googles Studie geht von einer KI-verarbeitenden Satellitenkonstellation aus 81 Satelliten aus
    • Sie legt nahe, dass bei auf 200 US-Dollar pro kg gesunkenen Startkosten Wettbewerbsfähigkeit möglich wäre
    • Es wird erwähnt, dass dies bei Erfolg des Starship-Programms von SpaceX um 2035 realisierbar sein könnte

Technische und wirtschaftliche Unwirklichkeit

  • Für groß angelegtes KI-Training und Dienste werden Hunderttausende bis Millionen GPUs benötigt
    • Der Colossus-Cluster von xAI verfügt über 200.000 GPUs
    • OpenAI plant mit mehreren Millionen GPUs
    • Um diese Rechenleistung im Weltraum bereitzustellen, wären Millionen Satellitenstarts nötig, weit mehr als die derzeit rund 15.000 Satelliten im Orbit
    • Starts in diesem Umfang würden ein Kessler-Syndrom auslösen und damit den Zugang zum Weltraum selbst bedrohen
  • Satelliten sind nicht in großem Maßstab aufrüstbar
    • Bodengebundene Rechenzentren können bei Erscheinen neuer Hardware sofort ersetzt werden
    • Im Weltraum müsste stattdessen eine neue Satellitengeneration erneut gestartet werden
  • Auch die Kostenwettbewerbsfähigkeit ist problematisch
    • Selbst wenn Startkosten und Satellitenhardware bis 2035 auf das heutige Niveau von KI-Servern fallen, müssten sie mit den dann aktuellen Kosten bodengebundener Server konkurrieren
    • Die Kosten für bodengebundene Solarstromerzeugung sinken seit Jahrzehnten kontinuierlich, und dieser Trend hält an
    • Deshalb verschlechtert sich die Wirtschaftlichkeit von Weltraum-Rechenzentren mit der Zeit

Motive von Unternehmen und Investoren

  • SpaceX treibt einen IPO im Volumen von 1,5 Billionen US-Dollar voran und muss davor das Marktinteresse erhöhen
  • xAI benötigt wegen seines enormen Cash-Burns laufend neue Finanzierung
  • Investoren könnten sich eher wegen kurzfristiger Gewinnerwartungen als wegen der Umsetzbarkeit des Projekts beteiligen
    • Bis echte Weltraum-Computing-Systeme Realität werden, wird viel Zeit vergehen; in der Zwischenzeit lassen sich Gewinne aus dem Investitionshype realisieren
  • Letztlich sind Weltraum-Rechenzentren eher ein von Investorenstimmung getriebener Trend als ein Vorhaben mit technischer oder wirtschaftlicher Grundlage

Noch keine Kommentare.

Noch keine Kommentare.