- SpaceX übernimmt xAI und treibt den Aufbau von Weltraum-Rechenzentren voran; auch Google und mehrere Startups verfolgen dasselbe Ziel
- Eine Google-Studie kommt zu dem Schluss, dass sie um 2035 mit bodengebundenen Rechenzentren konkurrieren könnten, wenn die Startkosten in den niedrigen Erdorbit auf 200 US-Dollar pro kg fallen
- Wegen grundlegender Einschränkungen wie GPU-Nachfrage, fehlender Aufrüstbarkeit und Kostenwettbewerbsfähigkeit ist das jedoch wenig realistisch
- Der Start von Hunderttausenden bis Millionen Satelliten erhöht das Risiko eines Kessler-Syndroms, zudem ist ein Hardware-Austausch nicht möglich
- Unternehmen und Investoren beteiligen sich mit Blick auf IPO-Erwartungen und kurzfristige Renditen, die tatsächliche Umsetzbarkeit ist jedoch gering
Aktueller Stand der Pläne für Weltraum-Rechenzentren
- SpaceX hat xAI übernommen und damit ein 1,25-Billionen-US-Dollar-Unternehmen geschaffen, dessen Ziel der Bau von Weltraum-Rechenzentren ist
- Auch Google, Lonestar, Axiom und das von Nvidia unterstützte Starcloud drängen in dieses Feld
- Als Vorteile nennen sie unbegrenzte Solarenergie, kostenloses Bauland und große Raketen
- Googles Studie geht von einer KI-verarbeitenden Satellitenkonstellation aus 81 Satelliten aus
- Sie legt nahe, dass bei auf 200 US-Dollar pro kg gesunkenen Startkosten Wettbewerbsfähigkeit möglich wäre
- Es wird erwähnt, dass dies bei Erfolg des Starship-Programms von SpaceX um 2035 realisierbar sein könnte
Technische und wirtschaftliche Unwirklichkeit
- Für groß angelegtes KI-Training und Dienste werden Hunderttausende bis Millionen GPUs benötigt
- Der Colossus-Cluster von xAI verfügt über 200.000 GPUs
- OpenAI plant mit mehreren Millionen GPUs
- Um diese Rechenleistung im Weltraum bereitzustellen, wären Millionen Satellitenstarts nötig, weit mehr als die derzeit rund 15.000 Satelliten im Orbit
- Starts in diesem Umfang würden ein Kessler-Syndrom auslösen und damit den Zugang zum Weltraum selbst bedrohen
- Satelliten sind nicht in großem Maßstab aufrüstbar
- Bodengebundene Rechenzentren können bei Erscheinen neuer Hardware sofort ersetzt werden
- Im Weltraum müsste stattdessen eine neue Satellitengeneration erneut gestartet werden
- Auch die Kostenwettbewerbsfähigkeit ist problematisch
- Selbst wenn Startkosten und Satellitenhardware bis 2035 auf das heutige Niveau von KI-Servern fallen, müssten sie mit den dann aktuellen Kosten bodengebundener Server konkurrieren
- Die Kosten für bodengebundene Solarstromerzeugung sinken seit Jahrzehnten kontinuierlich, und dieser Trend hält an
- Deshalb verschlechtert sich die Wirtschaftlichkeit von Weltraum-Rechenzentren mit der Zeit
Motive von Unternehmen und Investoren
- SpaceX treibt einen IPO im Volumen von 1,5 Billionen US-Dollar voran und muss davor das Marktinteresse erhöhen
- xAI benötigt wegen seines enormen Cash-Burns laufend neue Finanzierung
- Investoren könnten sich eher wegen kurzfristiger Gewinnerwartungen als wegen der Umsetzbarkeit des Projekts beteiligen
- Bis echte Weltraum-Computing-Systeme Realität werden, wird viel Zeit vergehen; in der Zwischenzeit lassen sich Gewinne aus dem Investitionshype realisieren
- Letztlich sind Weltraum-Rechenzentren eher ein von Investorenstimmung getriebener Trend als ein Vorhaben mit technischer oder wirtschaftlicher Grundlage
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