- Wegen der verschärften China-Zölle von Präsident Trump haben große US-Einzelhändler Importe aus China gestoppt, sodass das Frachtaufkommen im Hafen von Los Angeles nächste Woche voraussichtlich um 35 % sinken wird
- Fracht aus China macht rund 45 % des gesamten Aufkommens im Hafen von Los Angeles aus; einige Spediteure versuchen Ausweichrouten über Südostasien, doch eine Erholung des Volumens ist schwierig
- Im Mai sollen etwa 25 % der Schiffsanläufe gestrichen werden; hält die Pattsituation bei den Zöllen an, könnte sich daraus langfristig eine Logistikkrise entwickeln
- US-Einzelhändler verfügen derzeit über Lagerbestände für etwa 5 bis 7 Wochen, sodass es kurzfristig nicht zu Engpässen kommen dürfte, doch die Auswahl wird kleiner und die Preise werden steigen
- Ökonomen sorgen sich um eine Kettenreaktion aus sinkenden Importen → weniger Arbeitsplätzen in Handel und Transport → geringerer Auswahl für Verbraucher → möglicher Rezession
Zusammenfassung der wichtigsten Inhalte
Plötzlicher Rückgang des Frachtaufkommens
- Für nächste Woche wird ein Einbruch der Importmenge im Hafen von Los Angeles um 35 % gegenüber dem Vorjahr erwartet
- Dies ist eine direkte Folge der Anfang April von Präsident Trump angekündigten hohen Zölle auf chinesische Produkte
- Ausgelöst wurde dies dadurch, dass US-Einzelhändler Bestellungen für Fracht aus China gestoppt haben
Abhängigkeit von China und Ausweichrouten
- 45 % des Aufkommens im Hafen von Los Angeles stammen aus China
- Einige Spediteure versuchen zwar, Fracht aus Südostasien zu beschaffen, doch das reicht nicht aus, um die Lücke zu schließen
- Seroka erklärte, „eine Erholung des Frachtaufkommens sei schwierig, solange kein Kompromiss mit China erreicht werde“
Wirtschaftliche Auswirkungen
- Der US-Finanzminister bezeichnete die aktuelle Lage als ‚nicht tragfähig‘
- Der Chefökonom von Apollo skizzierte ein Szenario aus sinkenden Importen → weniger Jobs in Logistik und Einzelhandel → Rezession
Erwartete Veränderungen für Verbraucher
- Es gibt zwar Lagerbestände für 5 bis 7 Wochen, danach dürfte jedoch die Produktauswahl schrumpfen und die Preise steigen
- Seroka warnte vor weniger Vielfalt und höheren Preisen mit den Worten: „Wenn man ein blaues Hemd sucht, könnten nur noch elf violette Hemden übrig sein.“
Hintergrund der Zölle
- Die Lage hat sich durch gegenseitige Vergeltungsmaßnahmen der USA und Chinas mit Zöllen von über 100 % weiter verschärft
- Tatsächliche Verhandlungen finden nicht statt, und die Wahrscheinlichkeit eines langwierigen Handelskriegs steigt
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
Ich habe gestern erfahren, dass das Live-Dashboard des Hafens von LA kostenlos verfügbar ist. Für nächste Woche (KW 19) wird im Jahresvergleich ein Rückgang von 35 % erwartet, aber für die darauffolgende Woche wird ein Anstieg von 25 % gegenüber KW 19 und ein Rückgang von 8,7 % im Jahresvergleich prognostiziert.
Gamers Nexus hat eine dreistündige Dokumentation über die Auswirkungen der Zolländerungen auf die US-Computerindustrie produziert.
Wenn die Regale leer zu werden beginnen, könnte die Lage <i>sehr ernst werden</i>. Dadurch könnte die Toilettenpapier-Episode im Vergleich relativ geringfügig wirken.
Ich bereite gerade einen internationalen Umzug von China in die EU vor, und der Kostenvoranschlag ist im Vergleich zu vor drei Monaten um das 2,5- bis 3-Fache gestiegen.
Ich kenne jemanden, der aus China importiert, und es gibt Wege, die Zölle zu umgehen.
Es wird interessant sein zu beobachten, ob Einzelhändler die Preise erhöhen oder bestimmte Produkte gar nicht mehr anbieten.
Vor einiger Zeit habe ich versucht, Geld für eine PCB-Bestückungsfabrik in den USA zu beschaffen, bin aber gescheitert und habe mir einen „richtigen Job“ gesucht.
Vor ein paar Tagen wollte ich ein Container für mein Grundstück in den USA kaufen, aber das Unternehmen, mit dem ich gesprochen habe, hat den Preis gegenüber dem Angebot von vor 2–3 Wochen um 70 % erhöht.
Das Decoder-Podcast von The Verge mit dem CEO von Flexport bietet eine gute Perspektive auf die Lage.