2 Punkte von GN⁺ 2025-04-19 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen
  • Ein Richter in Nevada hat die Praxis sogenannter tower dumps, bei der die Polizei Verbindungsdaten von Mobiltelefonen für einen bestimmten Zeitpunkt und Ort gebündelt anfordert, als verfassungswidrig eingestuft
  • Dabei richtet sich die Maßnahme nicht nur gegen bestimmte Verdächtige; vielmehr erhalten Ermittler von Mobilfunkanbietern die Rufnummern und personenbezogenen Daten aller Mobiltelefone, die mit dem betreffenden Mobilfunkmast verbunden waren
  • Da Mobilfunkmasten die Standorte von Mobiltelefonen in der Umgebung etwa alle 7 Sekunden erfassen, kann eine einzige Ermittlungsanfrage umfangreiche Standortdaten liefern
  • Je nach Gebiet können die Ergebnisse auf Zehntausende Nummern anwachsen; dabei können auch Informationen von Personen enthalten sein, die nichts mit der Straftat zu tun haben
  • In diesem Fall dürfen die durch die Durchsuchung gesicherten Beweise jedoch trotz der Feststellung der Verfassungswidrigkeit verwendet werden

Was das Urteil in Nevada beanstandet

  • Ein tower dump durch Strafverfolgungsbehörden ist eine Ermittlungspraxis, bei der massenhaft personenbezogene Daten von einem Mobilfunkmast beschafft werden
  • Ein Richter in Nevada kam zu dem Schluss, dass es sich dabei um eine pauschale Durchsuchung handelt, weil Daten aller Mobiltelefonnutzer gesammelt werden, die sich zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort befanden, statt nur die Daten einer bestimmten Person
  • Trotz der Feststellung der Verfassungswidrigkeit dürfen die Ermittler in diesem Fall die durch die Durchsuchung gewonnenen Beweise verwenden

Welche Daten bei einem Tower Dump gesammelt werden

  • Mobilfunkmasten erfassen die Standorte von Mobiltelefonen in der Umgebung etwa alle 7 Sekunden
  • Wenn die Polizei einen tower dump anfordert, muss der Mobilfunkanbieter Informationen zu allen Mobiltelefonen bereitstellen, die in einem bestimmten Zeitraum mit diesem Mast verbunden waren
    • Rufnummern der Mobiltelefone
    • mit diesen Nummern verknüpfte personenbezogene Daten
  • Je nach Gebiet können die zurückgegebenen Ergebnisse Zehntausende Nummern umfassen

Konflikt zwischen Ermittlungen und Datenschutz

  • Das Urteil zeigt, dass selbst Datenanforderungen zur Aufklärung von Straftaten bei zu weitem Umfang auch Standort- und Identifikationsdaten unbeteiligter Personen erfassen können
  • In der Praxis bleibt nicht nur die Frage offen, ob tower dumps weiter eingesetzt werden können, sondern auch, ob bereits gesicherte Beweise vor Gericht verwendet werden dürfen

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