1 Punkte von GN⁺ 2024-07-28 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Gericht schließt Schlupfloch für Handy-Durchsuchungen der Bundesregierung an der Grenze

    • Position der Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP)

      • Die CBP hat bisher behauptet, elektronische Geräte ohne richterlichen Beschluss durchsuchen zu dürfen
      • Ein Bundesrichter hat dies zurückgewiesen
    • Inhalt des Urteils

      • Richterin Nina Morrison vom Eastern District of New York entschied, dass Handy-Durchsuchungen „nicht routinemäßige“ Durchsuchungen sind
      • Sie seien körperlichen Durchsuchungen vergleichbar und unterscheiden sich von Taschenkontrollen oder dem Passieren eines Metalldetektors
      • Die Durchsuchung von Daten auf einem Handy stellt einen stärkeren Eingriff in die Privatsphäre dar als die Durchsuchung physischer Besitztümer
      • Daher erfordern Handy-Durchsuchungen an der Grenze einen „begründeten Verdacht“ und einen richterlichen Beschluss
    • Sieg für die Presse

      • Die Richterin erkannte die Auswirkungen von Handy-Durchsuchungen auf die Pressefreiheit an
      • Unter Verweis auf Berichte von The Intercept und VICE warnte sie, dass Handy-Durchsuchungen bei Journalistinnen und Journalisten vertrauliche Quellen gefährden könnten
    • Weitere Urteile

      • Der 4. und der 9. Circuit haben entschieden, dass die Grenzpolizei für die Durchsuchung von Handys zumindest einen „begründeten Verdacht“ braucht
      • Bereits im vergangenen Jahr entschied ein Richter im Southern District of New York, dass die Handys von US-Bürgerinnen und US-Bürgern nicht ohne richterlichen Beschluss kopiert und durchsucht werden dürfen
    • Fallstudien

      • Fall Kurbonali Sultanov: ein US-Bürger, der wegen des Downloads von Bildern sexuellen Kindesmissbrauchs auf eine Beobachtungsliste gesetzt wurde
      • Die auf Sultanovs Handy gefundenen Beweise wurden ausgeschlossen, seine freiwilligen Aussagen jedoch nicht
      • Fall Jatyk Smith: ein Mitglied der Bloods-Gang, das versuchte, die Branche zur Brandfolgenbeseitigung in New York gewaltsam zu kontrollieren
      • Die auf Smiths Handy gefundenen Beweise wurden ausgeschlossen, Smith wurde jedoch verurteilt
    • Haltung der CBP

      • Die CBP führt häufig richterlich nicht angeordnete Fishing Expeditions durch
      • Sie durchsucht die Handys von US-Bürgerinnen und US-Bürgern, die aus politisch heiklen Ländern einreisen
    • Eingreifen von Bürgerrechtsorganisationen

      • Das Knight First Amendment Institute der Columbia University und das Reporters Committee for Freedom of the Press reichten amicus-Schriftsätze ein
      • Richterin Morrison zitierte diese Schriftsätze ausführlich
    • Reaktion des Reporters Committee

      • „Journalistinnen und Journalisten bei jeder Grenzüberquerung einer freien Durchsuchung ihrer Arbeitsergebnisse und Kommunikation auszusetzen, würde ein untragbares Risiko für die Pressefreiheit schaffen“, hieß es
      • Das Urteil gibt anderen Gerichten eine starke Orientierung

Zusammenfassung von GN⁺

  • Der Artikel behandelt die juristische Auseinandersetzung um Handy-Durchsuchungen an der Grenze
  • Das Urteil hat wichtige Auswirkungen auf Pressefreiheit und den Schutz der Privatsphäre
  • Es betont, dass Durchsuchungen ohne richterlichen Beschluss an der Grenze verfassungswidrig sind
  • Projekte mit ähnlicher Zielsetzung sind ACLU und EFF

1 Kommentare

 
GN⁺ 2024-07-28
Hacker-News-Kommentare
  • Es ist erstaunlich, dass die USA weiterhin als freies Land wahrgenommen werden, obwohl sie so etwas immer noch tun.
    • In den 1980er Jahren war die einzige Grenze, an der Druckerzeugnisse durchsucht wurden, die innerdeutsche Grenze zur DDR.
  • Ich frage mich, ob dieses Urteil bereits rechtskräftig ist oder ob man in einem föderalistischen Paper eine Gegenmeinung finden kann, sodass der Supreme Court es aufheben könnte.
  • Ich frage mich, ob der Ausdruck „an der Grenze“ tatsächlich überall innerhalb von 100 Meilen zur US-Grenze bedeutet.
  • Ich frage mich, ob diese Regel nur für US-Bürger gilt oder für alle.
    • Ich frage mich, ob einem Inhaber eines L1B-Visums die Einreise verweigert werden kann, wenn er eine Durchsuchung des Handys ablehnt.
  • Ich frage mich, ob jemand schon einmal bei gesperrtem Handy aufgefordert wurde, es für eine Durchsuchung zu entsperren.
  • In riskanten Ländern ist ein Burner-Phone empfehlenswert.
  • Dieser Fall ist kein bahnbrechender Präzedenzfall.
    • Gerichte entscheiden seit Jahren gegen grenzbezogene Durchsuchungen ohne Durchsuchungsbefehl.
    • Beispiele: US v Cano (2019), US v Aigbekaen (2019), US v Smith (SDNY 2023)
  • Judge Nina Morrison entschied, dass eine Handy-Durchsuchung eine „nicht routinemäßige“ Durchsuchung ist.
    • Das kommt einer Leibesvisitation näher als einer Taschenkontrolle oder dem Gang durch einen Metalldetektor.
    • Persönlich würde ich wahrscheinlich eine Leibesvisitation einer Handy-Durchsuchung vorziehen.
      • Eine Leibesvisitation ist vorbei, sobald man den Raum verlässt, aber bei einer Handy-Durchsuchung können vergessene harmlose Informationen als Beweismittel für ein Verbrechen gewertet werden.
      • Außerdem könnten dadurch ausreichend Informationen für Identitätsdiebstahl offengelegt werden.
      • Man weiß nicht, wie die Daten verarbeitet werden oder ob eine Backdoor installiert wurde.
  • Auch aus Autos können Textnachrichten, Kontakte und Anruflisten mitgenommen werden.
    • Das wird in vielen Autos synchronisiert.
  • Judge Nina Morrison entschied, dass eine Handy-Durchsuchung eine „nicht routinemäßige“ Durchsuchung ist.
    • Das kommt einer Leibesvisitation näher.
    • Ich frage mich, ob auch für eine Leibesvisitation ein Durchsuchungsbefehl erforderlich ist.