Gerichtsentscheidung schließt Schlupfloch, das der Bundesregierung die Durchsuchung von Handys an der Grenze erlaubte
(reason.com)-
Gericht schließt Schlupfloch für Handy-Durchsuchungen der Bundesregierung an der Grenze
-
Position der Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP)
- Die CBP hat bisher behauptet, elektronische Geräte ohne richterlichen Beschluss durchsuchen zu dürfen
- Ein Bundesrichter hat dies zurückgewiesen
-
Inhalt des Urteils
- Richterin Nina Morrison vom Eastern District of New York entschied, dass Handy-Durchsuchungen „nicht routinemäßige“ Durchsuchungen sind
- Sie seien körperlichen Durchsuchungen vergleichbar und unterscheiden sich von Taschenkontrollen oder dem Passieren eines Metalldetektors
- Die Durchsuchung von Daten auf einem Handy stellt einen stärkeren Eingriff in die Privatsphäre dar als die Durchsuchung physischer Besitztümer
- Daher erfordern Handy-Durchsuchungen an der Grenze einen „begründeten Verdacht“ und einen richterlichen Beschluss
-
Sieg für die Presse
- Die Richterin erkannte die Auswirkungen von Handy-Durchsuchungen auf die Pressefreiheit an
- Unter Verweis auf Berichte von The Intercept und VICE warnte sie, dass Handy-Durchsuchungen bei Journalistinnen und Journalisten vertrauliche Quellen gefährden könnten
-
Weitere Urteile
- Der 4. und der 9. Circuit haben entschieden, dass die Grenzpolizei für die Durchsuchung von Handys zumindest einen „begründeten Verdacht“ braucht
- Bereits im vergangenen Jahr entschied ein Richter im Southern District of New York, dass die Handys von US-Bürgerinnen und US-Bürgern nicht ohne richterlichen Beschluss kopiert und durchsucht werden dürfen
-
Fallstudien
- Fall Kurbonali Sultanov: ein US-Bürger, der wegen des Downloads von Bildern sexuellen Kindesmissbrauchs auf eine Beobachtungsliste gesetzt wurde
- Die auf Sultanovs Handy gefundenen Beweise wurden ausgeschlossen, seine freiwilligen Aussagen jedoch nicht
- Fall Jatyk Smith: ein Mitglied der Bloods-Gang, das versuchte, die Branche zur Brandfolgenbeseitigung in New York gewaltsam zu kontrollieren
- Die auf Smiths Handy gefundenen Beweise wurden ausgeschlossen, Smith wurde jedoch verurteilt
-
Haltung der CBP
- Die CBP führt häufig richterlich nicht angeordnete Fishing Expeditions durch
- Sie durchsucht die Handys von US-Bürgerinnen und US-Bürgern, die aus politisch heiklen Ländern einreisen
-
Eingreifen von Bürgerrechtsorganisationen
- Das Knight First Amendment Institute der Columbia University und das Reporters Committee for Freedom of the Press reichten amicus-Schriftsätze ein
- Richterin Morrison zitierte diese Schriftsätze ausführlich
-
Reaktion des Reporters Committee
- „Journalistinnen und Journalisten bei jeder Grenzüberquerung einer freien Durchsuchung ihrer Arbeitsergebnisse und Kommunikation auszusetzen, würde ein untragbares Risiko für die Pressefreiheit schaffen“, hieß es
- Das Urteil gibt anderen Gerichten eine starke Orientierung
-
Zusammenfassung von GN⁺
- Der Artikel behandelt die juristische Auseinandersetzung um Handy-Durchsuchungen an der Grenze
- Das Urteil hat wichtige Auswirkungen auf Pressefreiheit und den Schutz der Privatsphäre
- Es betont, dass Durchsuchungen ohne richterlichen Beschluss an der Grenze verfassungswidrig sind
- Projekte mit ähnlicher Zielsetzung sind ACLU und EFF
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare