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Urteil eines Bundesgerichts
- Ein Bundesbezirksgericht hat entschieden, dass Backdoor Searches in Datenbanken mit privaten Kommunikationsdaten von US-Bürgern grundsätzlich einen Durchsuchungsbeschluss erfordern.
- Das Urteil erging im Fall United States v. Hasbajrami und erfolgte nach mehr als zehn Jahren Rechtsstreit.
- Das Berufungsgericht des zweiten Bezirks hatte bereits festgestellt, dass eine Backdoor Search ein „eigenständiger Fall des 4. Verfassungszusatzes“ ist, und angeordnet, dass dafür ein Beschluss erforderlich ist.
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Erneute Genehmigung von Section 702
- Der Kongress hat Section 702 mehrfach erneut genehmigt, dabei aber Belege dafür ignoriert, dass das FBI und Geheimdienste ohne Beschluss erhobene Nachrichten und Daten missbrauchen.
- Das Foreign Intelligence Surveillance Court (FISC) hat Argumente wiederholt zurückgewiesen, wonach Backdoor Searches gegen den 4. Verfassungszusatz verstoßen.
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Wie die Regierung die Daten nutzt
- FISA Section 702 erlaubt die massenhafte Erfassung von Kommunikationsdaten im Ausland.
- Auch Kommunikation mit Personen in den USA wird erfasst und in großen Datenbanken gespeichert, die von Bundesstrafverfolgungsbehörden durchsucht werden können.
- Die Regierung argumentiert, dass diese Daten ohne Beschluss durchsucht werden dürfen, weil sie bereits erhoben wurden.
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Argumentation der EFF
- Die Electronic Frontier Foundation (EFF) hat diese Praxis seit Langem als verfassungswidrig kritisiert, und mit diesem Urteil stimmt nun ein Bundesgericht zu.
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Der Fall Hasbajrami
- Ein in den USA lebender Mann wurde 2011 am New Yorker Flughafen JFK festgenommen und wegen Unterstützung von Terroristen angeklagt.
- Erst nach seiner Verurteilung erklärte die Regierung, dass über das Section-702-Programm erfasste E-Mails die Grundlage des Falls waren.
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Entscheidung des Gerichts
- Das Gericht entschied, dass die Regierung zwar Kommunikation zwischen Ausländern und US-Bürgern ohne Beschluss erfassen darf, das FBI sich beim Durchsuchen dieser Kommunikation jedoch nicht auf eine „Foreign-Intelligence-Ausnahme“ berufen kann.
- Solche Durchsuchungen seien nach dem 4. Verfassungszusatz „unangemessen“.
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Forderungen an Kongress und FISC
- Der Kongress soll Section 702 nicht verlängern und stattdessen Reformen verlangen, darunter eine formelle Beschlusspflicht für die Durchsuchung von US-Bürgerdaten sowie mehr Transparenz.
- Das FISC soll seine Regeln für Backdoor Searches ändern und das FBI verpflichten, vor einer Durchsuchung einen Beschluss zu beantragen.
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