1 Punkte von GN⁺ 2023-12-04 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen

Öffentlicher Sektor: Ernennung eines neuen NSA-Leiters auf Eis

  • US-Senator Ron Wyden blockiert die Ernennung eines neuen NSA-Direktors, bis seine Fragen zum Kauf von Standort- und Browserdaten durch die NSA beantwortet werden.
  • Wyden argumentiert, dass US-Bürger ein Recht darauf haben zu erfahren, ob sie im Inland ohne richterlichen Beschluss überwacht werden.
  • Der US-Kongress berät derzeit über eine Verlängerung von Section 702 des Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA), und dazu ist eine öffentliche Debatte nötig.

Die Rolle von Datenhändlern

  • Datenhändler sammeln persönliche Informationen aus Apps und anderen Quellen und verkaufen sie weiter; US-Behörden können diese Informationen ohne richterlichen Beschluss kaufen.
  • Wyden machte öffentlich, dass die Defense Intelligence Agency (DIA) Standortdaten von US-Bürgern kauft, und forderte auch Informationen über andere Militärbehörden an.
  • Wyden weist darauf hin, dass diese Informationen als "Controlled Unclassified Information (CUI)" eingestuft sind und deshalb nicht offengelegt werden können.

Ernennung des NSA-Direktors blockiert

  • Wyden verlangt eine Antwort darauf, ob die NSA Standortdaten oder Browserverläufe von Bürgern ohne richterlichen Beschluss kauft, und hält deshalb die Ernennung von Generalleutnant Timothy Haugh zum NSA-Direktor auf.
  • Das bedeutet, dass entweder die NSA Wydens Forderungen erfüllen muss oder der Kongress die Ernennung per Verfahrensabstimmung durchsetzen müsste.
  • Wyden stellt klar, dass sich sein Einspruch nicht persönlich gegen Haughs Beförderung und Nominierung zum NSA-Direktor richtet, sondern ein Anspruch auf staatliche Transparenz ist.

Die Zukunft von FISA Section 702

  • Der US-Kongress diskutiert über die Zukunft von FISA Section 702, die Ende dieses Jahres auslaufen soll.
  • Section 702 erlaubt es Regierungsbehörden in bestimmten Fällen, private Kommunikation von US-Bürgern ohne richterlichen Beschluss zu analysieren.
  • Der Kongress wird die Regelung wahrscheinlich verlängern, doch viele Abgeordnete fordern zusätzliche Schutzmaßnahmen.

Meinung von GN⁺

Der wichtigste Punkt in diesem Artikel ist, dass US-Senator Ron Wyden mehr Transparenz über inländische Überwachungsaktivitäten der NSA fordert und deshalb die Ernennung eines neuen NSA-Direktors blockiert. Das kann als Teil der fortlaufenden Bemühungen gesehen werden, in den USA ein Gleichgewicht zwischen Datenschutz und den Überwachungsbefugnissen des Staates zu finden. Interessant ist dabei, dass diese Debatte eine landesweite Diskussion über die rechtlichen und ethischen Fragen rund um den Schutz der Privatsphäre von US-Bürgern anstoßen könnte.

1 Kommentare

 
GN⁺ 2023-12-04
Hacker-News-Kommentare
  • CUI (Controlled Unclassified Information, kontrollierte nicht klassifizierte Informationen) sind keine geheimen Informationen, müssen aber durch Zugriffskontrollen geschützt werden und sollten nicht breit geteilt werden. Präsident Obama führte CUI 2010 per Executive Order ein, und Senator Wyden kritisierte diese Kennzeichnung als erfundene Bezeichnung ohne gesetzliche Grundlage.

    • Für klassifizierte Dokumente gibt es verpflichtende Freigabedaten, aber CUI liegt außerhalb des Klassifizierungssystems und ist damit eine Struktur außerhalb des gesetzlichen Rahmens, die unbegrenzt fortbestehen kann.
  • Auf Senator Wydens Anfrage hin sollte die NSA eine zufriedenstellende Antwort liefern, oder der Kongress müsste die Bestätigung per Verfahrensabstimmung durchdrücken.

    • Das dürfte den Prozess um einige Wochen verzögern, aber es scheint, dass der Kongress die Bestätigung am Ende trotzdem erzwingen wird. Das wirft etwas Licht auf die gesamte Situation. Für Menschen, die keine US-Bürger sind, macht das keinen großen Unterschied, aber private Unternehmen zu stoppen, die persönliche Daten sammeln und verkaufen, könnte die beste und einfachste Lösung sein.
  • Es wird vorgeschlagen, ein Gesetz zu erlassen, das die Arten der gesammelten und verkauften Informationen ausdrücklich behandelt und es für rechtswidrig erklärt, sie ohne richterlichen Beschluss mit irgendwem zu teilen.

  • Es wird die Frage aufgeworfen, ob die Tatsache, dass die NSA Standortdaten kaufen muss, bedeutet, dass sie diese Daten nicht direkt von Mobilfunkbetreibern erhalten kann.

  • Es wird die Meinung geäußert, Senator Wyden als Präsidenten zu unterstützen.

  • Es wird Verwunderung darüber ausgedrückt, dass Vorfälle wie die Kartierung militärischer Einrichtungen mithilfe von Strava-Daten in den USA nicht zu einer ernsthaften Debatte über Privatsphäre geführt haben. Es wird infrage gestellt, warum die Regierung die Existenz solcher kommerziellen Datenbanken überhaupt zulässt.

  • Senator Wyden wird als der beste Politiker gelobt, den Oregon hervorgebracht hat.

  • Es wird gesagt, dass Senator Wyden großartig sei und seine Ziele weitgehend unterstützt würden, man aber dem konkreten Inhalt nicht zustimmen könne. Die im Artikel vorgebrachte Behauptung lautet, dass die Regierung durch den Kauf persönlicher Daten eine unangemessene Durchsuchung vornehme und damit gegen den vierten Verfassungszusatz verstoße.

    • Das sei jedoch eine unsinnige Behauptung, denn es könne kaum eine angemessenere Definition von „vernünftig“ geben als etwas, das „auf dem offenen Markt legal gekauft werden kann“. Wenn man den Verkauf solcher Daten nicht wolle, müsse man ein Gesetz erlassen und sie aus dem Markt entfernen.
  • Es wirkt, als kenne der Senator die Antwort bereits, wolle sie aber öffentlich machen. Wenn die Antwort „nein“ wäre, würde er das nicht so energisch vorantreiben, daher lautet die Antwort offensichtlich, dass sie Daten von US-Bürgern in großem Umfang und ohne richterlichen Beschluss kaufen.