- Nicole Louthain und ihre 6-jährige Tochter wurden in North Dakota von einem 7.000 Pfund schweren Ram 3500-"Heavy-Duty"-Pickup von hinten gerammt
- Obwohl der Fahrer des Pickups unverletzt blieb, wurde Louthain schwer verletzt und ihre Tochter starb
- Dass bei Kollisionen schwerere Fahrzeuge die Oberhand haben, hat sich in den vergangenen 30 Jahren kaum geändert
- Wenn heute ein Pkw mit einem Pickup oder SUV kollidiert, ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Fahrer stirbt, etwa dreimal so hoch
Die Geschichte des Problems ungleicher Fahrzeuggrößen
- In den 1960er Jahren fuhren Mini Cooper und der riesige Cadillac Fleetwood gemeinsam auf den Straßen
- Schon damals gab es das Problem, dass Kleinwagen bei Kollisionen mit großen Autos zerdrückt wurden
- Als die Kraftstoffeffizienzstandards in den 1970er Jahren zu einer schnellen Verkleinerung der Fahrzeuge führten, stiegen die Verkehrstoten um 14–27 %
- Mit dem steigenden SUV-Anteil zwischen 1990 und 2005 nahm auch das durchschnittliche Fahrzeuggewicht zu
Forschungsergebnisse zur Sicherheit schwerer Fahrzeuge
- Schwere Fahrzeuge sind für ihre Insassen sicherer, für andere Verkehrsteilnehmer jedoch gefährlicher
- Wenn ein SUV oder Pickup mit einem anderen Auto kollidiert, steigt die Sterblichkeitsrate des Fahrers um 31 %
- Wenn das Fahrzeuggewicht um 1.000 Pfund zunimmt, steigt die Sterblichkeitsrate im gegnerischen Fahrzeug um 47 %
- Ab einem bestimmten Fahrzeuggewicht gibt es kaum noch zusätzlichen Sicherheitsgewinn, stattdessen wächst der Schaden für andere
Analyse von Fahrzeuggewicht und Sicherheit
- Auf Basis von Daten zu mehr als 14 Millionen Unfällen über einen Zeitraum von zehn Jahren wurde der Zusammenhang zwischen Fahrzeuggewicht und Sicherheit analysiert
- Bei einer Kollision mit einem schweren Pickup ist die Sterblichkeitsrate etwa siebenmal höher als bei einer Kollision mit einem Kleinwagen
- Die schwersten 1 % der SUVs und Trucks kosten pro gerettetem Leben mehr als zehn andere Menschenleben
- Wenn das Fahrzeuggewicht um 1.000 Pfund steigt, erhöht sich die Todeswahrscheinlichkeit um 66 %
- Ab einem Fahrzeuggewicht von mehr als 5.000 Pfund übersteigen die gesellschaftlichen Kosten den Nutzen
Reaktion der Autohersteller und Grenzen der Regulierungsbehörden
- Autohersteller betonen Technologien zur Kollisionsvermeidung
- Das US-Steuersystem begünstigt schwere Fahrzeuge
- Die Sicherheitsbewertung der NHTSA berücksichtigt nur die Insassen des jeweiligen Fahrzeugs, nicht aber andere Fahrer
- Verbraucher neigen dazu, nur ihre eigene Sicherheit wichtig zu finden und die Sicherheit der Gesellschaft insgesamt nicht zu berücksichtigen
- Der Übergang zu Elektroautos dürfte das Fahrzeuggewicht weiter erhöhen
Meinung von GN⁺
- Dieser Artikel analysiert tiefgehend, wie das Ungleichgewicht bei Fahrzeuggröße und -gewicht in den USA die Zahl der Verkehrstoten beeinflusst
- Aufgrund individueller Vorlieben und institutioneller Grenzen dürfte das Problem nicht leicht zu lösen sein, doch es braucht offenbar passende Regulierung und ein stärkeres Problembewusstsein
- In jüngster Zeit erscheinen alternative, leichtere Fahrzeuge wie kompakte Light Trucks oder elektrische Pickups, die Aufmerksamkeit verdienen
- Um Verkehrsunfälle zu verhindern, braucht es neben dem individuellen Sicherheitsstreben der Fahrer auch eine Perspektive auf die Sicherheit der Gesellschaft als Ganzes
- Notwendig scheinen vielfältige Maßnahmen wie der Abbau von Steuervorteilen für schwere Fahrzeuge, eine Verbesserung der Sicherheitsbewertung und ein stärkeres Verbraucherbewusstsein
1 Kommentare
Hacker-News-Meinungen
Schwere Fahrzeuge sind für ihre Insassen sicherer, für andere jedoch gefährlicher
Die schwersten Fahrzeuge töten mehr Menschen, als sie retten
Der Vorteil des Gewichts verändert sich auch im Laufe der Zeit kaum
Autohersteller priorisieren Verbraucherpräferenzen vor Sicherheit
Regulierungsbehörden sind nicht darauf vorbereitet, dieses Problem zu lösen
Das öffentliche Bewusstsein und die Besorgnis nehmen zu
Elektrifizierung könnte das Problem verschärfen
Autohersteller sind von größeren Fahrzeugen begeisterter als die Verbraucher
Problem regulatorischer Anreize
Einfache Lösung: Wenn man etwas reduzieren will, besteuert man es
In Deutschland liegt die Todesrate bei 3,9 pro 100.000 Einwohner, in den USA bei 12,4 und damit viermal so hoch
Die Begrenzung der Fahrzeuggröße könnte die einzige Lösung sein
Schwere Fahrzeuge verursachen auch mehr Reifenabrieb
Auch in Australien hat sich die Lage in den vergangenen 30 Jahren verschlechtert
Das Problem der USA breitet sich weltweit aus
Der Begriff „großes Auto“ meint meist schwere Pick-up-Trucks