2 Punkte von GN⁺ 2024-08-26 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Laut der Financial Times steigt der europäische Discounter Lidl in das Cloud-Computing-Geschäft ein
  • Lidls Mutterkonzern Schwarz Group gliedert seine interne IT-Abteilung Schwarz Digits als eigenständige Geschäftseinheit aus und tritt damit in Konkurrenz zu AWS
  • Das ist Teil eines Wandels hin zu souveränem Cloud-Computing in Europa

Anzeichen des Wandels: AWS fährt Services zurück

  • Veränderungen bei AWS

    • AWS stellt still und leise Dienste wie Cloud9, SimpleDB und CodeCommit ein
    • Amazon, Google, Microsoft und Alibaba erkennen, dass sie nicht alle Technologiebereiche und Regionen abdecken können
  • Europas Vorrang für Datenschutz

    • Europäische Länder, insbesondere Deutschland und Österreich, priorisieren strenge Datenschutzgesetze
    • Die Einhaltung der DSGVO ist Pflicht, und Unternehmen verlangen Cloud-Dienste, die innerhalb Europas betrieben werden
    • Europa ist auf der Suche nach einer eigenen "EuroCloud"
  • Konkrete Maßnahmen

    • Die EU setzt über Initiativen wie Gaia-X einen Rahmen für souveräne, sichere und mit europäischen Vorschriften konforme Cloud-Angebote

Lidls Cloud-Offensive

  • Wachstum von Schwarz Digits

    • Schwarz Digits erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1,9 Milliarden Euro und gewann große Kunden wie SAP und Bayern Munich
    • Auf der StackIT-Seite sind verschiedenste Dienste aufgeführt, von grundlegenden Compute-, Netzwerk- und Storage-Angeboten bis hin zu Managed Databases, Messaging, Kubernetes, Monitoring und Security
  • AWS reagiert

    • AWS kündigte kürzlich eine europäische Sovereign Cloud mit Investitionen von 7,8 Milliarden Euro an
    • Die erste Region soll bis Ende 2025 in Deutschland starten
    • AWS arbeitet daran, das Vertrauen europäischer Unternehmen zurückzugewinnen
  • Preiswettbewerb

    • Lidl hat den Einzelhandel mit günstigen Lebensmitteln aufgemischt
    • Nun wird beobachtet, ob Schwarz Digits auch im Cloud-Computing zu einer günstigen EuroCloud-Alternative werden kann
    • AWS muss belegen, dass seine neue europäische Sovereign Cloud das gleiche Maß an Vertrauen, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit bieten kann
  • Marktveränderung

    • Die Ära einheitlicher Cloud-Services geht zu Ende
    • Regional spezialisierte Anbieter wie Schwarz Digits füllen die Lücken, die globale Großkonzerne hinterlassen

Zusammenfassung von GN⁺

  • Lidls Cloud-Offensive zeigt den Wandel hin zu souveränem Cloud-Computing in Europa
  • DSGVO-Compliance und Datenschutz werden zu zentralen Themen, während die Nachfrage nach innerhalb Europas betriebenen Cloud-Diensten steigt
  • Schwarz Digits wächst schnell und gewinnt bedeutende Kunden
  • AWS reagiert mit einer europäischen Sovereign Cloud, muss seine Wettbewerbsfähigkeit bei Vertrauen und Wirtschaftlichkeit jedoch erst beweisen
  • Der Markt differenziert sich zunehmend in Richtung regional spezialisierter Anbieter

1 Kommentare

 
GN⁺ 2024-08-26
Hacker-News-Kommentare
  • Gaia-X ist eine Katastrophe. Der Artikel stellt es falsch dar. Gaia-X ist kein technischer Standard für europäische Clouds, sondern ein Rahmen für die Diskussion darüber, wie eine europäische Cloud aussehen könnte.
    • Es geht nicht um technische Standards, sondern darum, wie man Standards diskutiert.
    • Das steht sinnbildlich für das bürokratische Problem der EU.
  • Ich betreibe einen europäischen Cloud-Service, und 80 % der Kunden suchen nach einer europäischen Alternative zu den großen Cloud-Anbietern. Der Markt ist groß und bei Weitem nicht ausreichend bedient.
    • Um konkurrenzfähig zu sein, braucht es nicht besonders viel Innovation.
  • STACKIT ist die Lidl-Cloud. Beide Unternehmen sind Teil der Schwarz Gruppe.
    • Die Services von STACKIT sind nur für Unternehmen verfügbar, und man muss zuerst Kontakt aufnehmen.
    • Vor einigen Jahren gab es bereits eine Diskussion über STACKIT.
    • Informationen zu Gaia-X sind auf der offiziellen Website nur schwer zu finden.
  • AWS plant, 7,8 Milliarden Euro in eine souveräne europäische Cloud zu investieren. Wegen des CLOUD Act und FISA wird es jedoch schwer sein, das Vertrauen europäischer Unternehmen zurückzugewinnen.
  • Ein neuer Cloud-Service kann nicht mit AWS, GCP und AZ konkurrieren. Eher ist ein Vergleich mit DigitalOcean passend.
    • Wenn man DigitalOcean braucht, kann man diesen Service nutzen.
    • Dass große Unternehmen ihre eigenen Cloud-Services betreiben, liegt meist an Legacy-Systemen.
    • Wenn es genügend Regionen und Skalierbarkeit gibt, kann man es als Rechenzentrum-in-der-Cloud nutzen.
  • Die Schwarz Gruppe beabsichtigt, eine Alternative zu OEDIV zu werden. Die Rechenzentren von OEDIV sind klein, aber hochwertig.
    • Es gibt ein Video mit einer Tour durch das Rechenzentrum von OEDIV.
  • Hetzner behauptet sich. Allerdings ist es schwer, die Skaleneffekte der großen US-Tech-Konzerne zu schlagen.
  • OVH und Scaleway sind bereits in Frankreich. Der Begriff „souveräne europäische Cloud“ ist unnötig.
  • Es gibt Beispiele für gescheiterte SAP-Migrationen.
  • Dass technische Entwicklung in Europa schwierig ist, liegt an niedrigen Gehältern und dem Einfluss der DACH-Region.