- In Europa beschleunigt sich die Bewegung, die Abhängigkeit von US-Clouds zu verringern und zu souveränen Cloud-Lösungen im eigenen Rechtsraum zu migrieren
- Laut einer Gartner-Umfrage planen 61 % der europäischen CIOs und Technologieführungskräfte, ihre Nutzung regionaler Clouds auszuweiten; mehr als die Hälfte will aus geopolitischen Gründen die Abhängigkeit von US-Hyperscalern reduzieren
- AWSs „European Sovereign Cloud“ wirbt zwar mit unabhängigem Betrieb innerhalb der EU, doch europäische Unternehmen kritisieren dies als „Euro-Washing“ und fordern echte Kontrolle
- Airbus treibt ein zehnjähriges Migrationsprojekt für eine souveräne Cloud im Umfang von 50 Millionen Euro voran und will Daten, Sicherheit und IAM vollständig dem EU-Recht und einem EU-Betriebsmodell unterstellen
- In Europa gilt digitale Souveränität nicht nur als Frage der Compliance, sondern als Strategie der wirtschaftlichen Sicherheit; eine zentrale Rolle spielen Sorgen über Datenzugriffsrechte nach US-Recht
Europas digitale Souveränität und die Bewegung zur Cloud-Unabhängigkeit
- 2026 zeigt sich bei europäischen Unternehmen ein Trend, sich zur Sicherung von Datensouveränität und wirtschaftlicher Sicherheit von US-Clouds zu lösen
- Der Artikel beschreibt dies als „keine bloße regulatorische Compliance, sondern eine Strategie nationaler wirtschaftlicher Sicherheit“
- Die IT-Ausgaben in Europa sollen 2026 1,4 Billionen US-Dollar erreichen; ein erheblicher Teil davon wandert in „souveräne Clouds“ sowie On-Premises- und Edge-Architekturen
- 61 % der europäischen CIOs und Technologieführungskräfte möchten die Nutzung regionaler Clouds ausbauen, und mehr als die Hälfte will wegen geopolitischer Risiken ihre Abhängigkeit von US-Clouds verringern
- Europas Abhängigkeit von US-Cloud-Infrastruktur liegt bei über 90 %. Die frühere EU-Beraterin Cristina Caffarra bezeichnete dies als einen „Sicherheitsalbtraum, der mit einem einzigen Schock die digitale Stabilität der EU bedrohen kann“
Reaktion der US-Hyperscaler und europäischer Widerstand
- AWS hat die „European Sovereign Cloud“ vorgestellt und behauptet eine vollständige physische und logische Trennung innerhalb der EU
- Laut AWS werde sie unabhängig von in der EU ansässigen Personen betrieben und biete technische Kontrolle sowie rechtlichen Schutz
- CISPE (Cloud Infrastructure Service Providers in Europe) kritisiert jedoch, dass der EU-Rahmen für Cloud-Souveränität zugunsten von US-Unternehmen gestaltet wurde
- Der Artikel bezeichnet dies als „Euro-Washing“ und betont, dass für echte Souveränität Clouds im Eigentum und Betrieb der EU notwendig seien
US-Gesetze und das Problem der Datenkontrolle
- Wegen Überwachungsgesetzen wie dem US CLOUD Act sind Cloud-Anbieter mit Hauptsitz in den USA verpflichtet, europäische Daten auf Anfrage der US-Regierung bereitzustellen, unabhängig davon, wo sie gespeichert sind
- Microsoft hat bereits eingeräumt, Datenunabhängigkeit nicht garantieren zu können
- Selbst wenn Daten in Frankfurt gespeichert sind, liegt die Kontrolle also weiterhin in den USA, sofern der Cloud-Anbieter ein US-Unternehmen ist
- Der Artikel beschreibt diesen Zustand als eine Situation, in der „Datensouveränität nur auf dem Papier existiert“
Beispiel für die Reaktion europäischer Unternehmen: Airbus
- Airbus verfolgt ein zehnjähriges Migrationsprojekt für eine „europäische souveräne Cloud“ im Umfang von 50 Millionen Euro
- Datenspeicherung, Übertragung, Logging, IAM und Sicherheitsüberwachung sollen vollständig unter EU-Recht und von EU-Betreibern verwaltet werden
- Catherine Jestin, Vice President im Digitalbereich von Airbus, sagte, man wolle „sicherstellen, dass Informationen unter europäischer Kontrolle bleiben“
- Ziel ist nicht eine US-geprägte Cloud mit „EU-Sektion“, sondern der Aufbau einer vollständig europäisch kontrollierten Infrastruktur mit rechtlichen und vertraglichen Firewalls
Open-Source-basierte Strategie zum Ausstieg aus dem Hyperscaler-Modell
- Brüssel verfolgt eine Open-Source-zentrierte Strategie zum Ausstieg aus dem Hyperscaler-Modell
- Ministerien in verschiedenen Ländern wechseln zu Kollaborations-Stacks auf Basis von Nextcloud, und über die European Cloud Alliance werden EU-native Clouds finanziell unterstützt
- Frankreich verdrängt US-Videokonferenzplattformen wie Zoom und Teams und ersetzt sie durch eigene Dienste
- Der Artikel betont gegenüber EU-Unternehmen: „AWS Frankfurt ist nicht das Böse, aber kritische Workloads wie nationale Sicherheit, industrielles geistiges Eigentum und Verbraucherdaten sollten auf EU-native Clouds migriert werden“
- Letztlich wird digitale Souveränität nicht als Option, sondern als zwingende Voraussetzung für die Sicherung der Geschäftskontinuität dargestellt
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