- Der Flugzeughersteller Airbus bereitet eine groß angelegte Ausschreibung vor, um geschäftskritische Workloads in eine souveräne Cloud innerhalb Europas zu verlagern
- Zu den zu migrierenden Systemen gehören wichtige On-Premises-Anwendungen wie ERP, Manufacturing Execution Systems, CRM und Product Lifecycle Management (PLM)
- Airbus erklärte, dass die Daten aus Gründen des Schutzes sensibler Informationen auf nationaler und europäischer Ebene unter europäischer Kontrolle bleiben müssten
- Das Vertragsvolumen wird auf mehr als 50 Millionen Euro geschätzt, bei einer Laufzeit von bis zu 10 Jahren; die Wahrscheinlichkeit, einen Anbieter auszuwählen, wird mit rund 80 Prozent bewertet
- Vor dem Hintergrund des US CLOUD Act und geopolitischer Instabilität steht diese Entscheidung im Fokus, da europäische Unternehmen ihre Abhängigkeit von US-Cloud-Anbietern verringern wollen
Airbus' Pläne zur Migration in eine europäische souveräne Cloud
- Airbus bereitet eine Ausschreibung vor, um geschäftskritische Workloads in eine Cloud mit digitaler Souveränität innerhalb Europas zu verlagern
- Das Unternehmen hat seine Rechenzentren bereits konsolidiert und nutzt Google Workspace; nun sollen zentrale Systeme wie ERP, MES, CRM und PLM in die Cloud migriert werden
- Die Ausschreibung soll Anfang Januar starten, die Auswahl des Anbieters soll vor dem Sommer abgeschlossen sein
- Das Vertragsvolumen liegt bei mehr als 50 Millionen Euro, die Laufzeit bei bis zu 10 Jahren, einschließlich langfristiger Preisstabilität
- Catherine Jestin, Vice President des Digitalbereichs von Airbus, betonte: „Ein Teil der Informationen ist auf nationaler und europäischer Ebene sehr sensibel“ und hob damit die Notwendigkeit einer Cloud unter europäischer Kontrolle hervor
Digitale Souveränität und geopolitischer Hintergrund
- Seit Donald Trumps Rückkehr an die Macht haben Unsicherheiten bei Handels- und geopolitischen Beziehungen zugenommen, weshalb europäische Unternehmen dazu übergehen, ihre Abhängigkeit von US-Cloud-Anbietern zu reduzieren
- Microsoft, AWS und Google haben in Europa zwar souveräne Cloud-Lösungen eingeführt, doch wegen des US CLOUD Act bleibt die Sorge bestehen, dass die US-Regierung Zugriff auf im Ausland gespeicherte Daten verlangen könnte
- Microsoft räumte im Juli 2025 vor einem französischen Gericht ein, Datensouveränität nicht vollständig garantieren zu können
- Jestin sagte, die europäischen Regulierungsbehörden müssten klarstellen, ob eine vollständige Absicherung gegen die extraterritoriale Anwendung von US-Recht möglich ist
Unsicherheit bei der Anbieterauswahl und Europas Cloud-Kapazitäten
- Jestin sagte, „derzeit stehen die Chancen etwa 80 zu 20, eine passende Lösung zu finden“, und äußerte damit Bedenken hinsichtlich des mangelnden Umfangs und der begrenzten Fähigkeiten europäischer Cloud-Anbieter
- Dadurch wächst der Druck auf Cloud-Anbieter in Europa zur Zusammenarbeit, doch es ist unklar, ob sich das im Zeitplan von Airbus umsetzen lässt
Beispiele für die Risiken der Abhängigkeit von US-Clouds
- Erwähnt wird der Fall, in dem ICC-Ankläger Karim Khan nach den Sanktionen Trumps den Zugriff auf Microsoft-E-Mails verlor
- Microsoft bestritt zwar eine Dienstunterbrechung, doch der Vorfall zeigt, dass Änderungen in der US-Politik den Datenzugriff europäischer Institutionen beeinflussen können
Bedeutung für die europäische Industrie insgesamt
- Da wichtige Softwareanbieter wie SAP cloud-only Innovationen (etwa S/4HANA) vorantreiben, wird die Cloud-Migration für Unternehmen zu einer zwingenden Aufgabe
- Die Entscheidung von Airbus gilt als repräsentativer Versuch, Datensouveränität und technologische Eigenständigkeit in Europa zu sichern
- Ob das europäische Cloud-Ökosystem die Anforderungen großer Industriekunden erfüllen kann, wird zu einer zentralen Frage für die Zukunft
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