Es ist interessant, dass Hans Christian Andersens "Die kleine Meerjungfrau" gegenüber der Originalgeschichte durch das Entfernen einiger Inhalte „bereinigt“ wurde. Andersens Geschichte war ebenfalls von Friedrich de la Motte Fouqués "Undine" inspiriert.
Die Verwendung des Wortes „bereinigt“ ist unangenehm. Literatur sollte sich mit der Zeit verändern, und klassische Geschichten modern neu zu interpretieren, ist ein natürlicher Prozess.
Es ist überraschend, dass Eltern dazu neigen, ihren Kindern keine allzu beängstigenden Geschichten zu zeigen. Es ist wichtig, ihnen ein angemessenes Maß an Angst erleben zu lassen.
Die frühen Geschichten der Brüder Grimm waren fragmentarisch und verwirrend. Das Konzept eines „Originals“ bei solchen Geschichten ist vage.
Historisch gesehen gab es Änderungen an Geschichten schon immer. Moral und gesellschaftliche Normen verändern sich mit der Zeit, daher ist es unangebracht, die Vergangenheit nach heutigen Maßstäben zu beurteilen.
Selbst die Brüder Grimm haben ihre Geschichten überarbeitet, um sie für ein breiteres Publikum anzupassen. Die ursprünglichen Geschichten waren nicht für Kinder gedacht.
Das Original von "Die kleine Meerjungfrau" vermittelt die Lehre, dass es schlecht ist, sich selbst zu verändern. Es ist auch wichtig, Kinder dunkleren Themen auszusetzen, aber nur, wenn sie dafür bereit sind.
Märchen sind oft brutal und grausam, aber am Ende siegt die positive Kraft. Das ist eine Perspektive des 21. Jahrhunderts.
Persönlich habe ich das in Märchen beschriebene Böse oder die Gewalt kaum erlebt. Zu behaupten, Märchen spiegelten die Realität wider, könnte ein Missverständnis sein.
Ich habe einen gegenteiligen Effekt des „Vergrimms“ entdeckt. Viele Märchen waren ursprünglich für Erwachsene gedacht. Es gibt Bedenken, dass Massenmedien zu stark bereinigt werden, aber Nischenmedien existieren immer.
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