1 Punkte von GN⁺ 2024-06-18 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Adobe täuscht Verbraucher
    • Versteckt die Gebühr für vorzeitige Kündigung beim beliebtesten Abonnementmodell
    • Erschwert es Verbrauchern, ein Abonnement zu kündigen
  • Die US-Handelsaufsicht FTC hat Klage gegen Adobe und zwei Führungskräfte (Maninder Sawhney und David Wadhwani) eingereicht.
    • Vorgeworfen wird, Verbrauchern Gebühren für eine vorzeitige Kündigung zu verschweigen und Kündigungen unnötig zu erschweren
  • Vorwurf der FTC:
    • Nach Darstellung der FTC hat Adobe Verbraucher zum Abschluss des Abos "jährlich, monatlich bezahlt" bewegt, ohne ausreichend darauf hinzuweisen, dass bei einer Kündigung im ersten Jahr hohe Gebühren anfallen.
    • Die Gebühr für vorzeitige Kündigung (ETF) beträgt 50 % der verbleibenden monatlichen Zahlungen.
  • Beschwerden von Verbrauchern:
    • Viele Verbraucher wussten nichts von der ETF und berichteten, dass sie bei der Kündigung ihres Abonnements auf große Schwierigkeiten gestoßen seien.
    • Ein erheblicher Teil der bei der FTC und dem Better Business Bureau eingereichten Beschwerden betraf die ETF.
    • Obwohl Adobe diese Probleme kannte, setzte das Unternehmen die Praxis fort.
  • Adobes Wechsel zum Abo-Modell
    • Seit 2012 hat Adobe größtenteils auf ein Abonnementmodell umgestellt und verlangt regelmäßig Gebühren für die Nutzung seiner Software.
    • Das Abo-Modell macht inzwischen den Großteil des Unternehmensumsatzes aus.
  • Versteckte Gebühren:
    • Adobe zeigte die Gebühr für vorzeitige Kündigung nur im Kleingedruckten oder versteckte sie hinter einem kleinen Symbol.
    • Wenn Verbraucher ihr Abonnement kündigen wollten, mussten sie ein kompliziertes Verfahren mit zahlreichen Seiten durchlaufen.
  • Auch der Kontakt zum Kundenservice war schwierig:
    • Verbraucher stießen bei der Kontaktaufnahme mit dem Kundenservice auf Widerstand und Verzögerungen.
    • Anrufe oder Chats wurden oft unterbrochen oder erforderten mehrere Weiterleitungen.
    • Einige Verbraucher gingen davon aus, dass ihr Abonnement erfolgreich gekündigt worden sei, wurden aber weiterhin belastet.

Rechtliche Schritte

  • Klage:
    • Die FTC argumentiert, dass diese Praktiken gegen den Restore Online Shoppers’ Confidence Act (ROSCA) verstoßen.
    • Die Klage auf zivilrechtliche Sanktionen wurde beim US-Bundesbezirksgericht für den nördlichen Bezirk von Kalifornien eingereicht.
    • Die Klage der FTC auf zivilrechtliche Sanktionen wurde mit 3 zu 0 genehmigt.
  • Hinweise:
    • Die FTC ersucht das DOJ im öffentlichen Interesse um Klageerhebung, wenn ein möglicher Gesetzesverstoß vorliegt.
    • Die endgültige Entscheidung wird vom Gericht getroffen.

1 Kommentare

 
GN⁺ 2024-06-18
Hacker-News-Kommentare
  • Vor 25 Jahren sah Adobe die Nutzung raubkopierter Software noch positiv, weil Menschen die Software zu Hause lernten und dann am Arbeitsplatz kostenpflichtige Lizenzen verlangten. Später wurde Adobe mit wachsender Marktmacht jedoch zunehmend aggressiv gegenüber Nutzern.
  • Creative Cloud war anfangs ein hervorragendes Angebot, inzwischen sind die Preise jedoch stark gestiegen und der Gegenwert gesunken. Viele Nutzer verlassen Adobe und wechseln zu anderer Software.
  • Um ein Adobe-Abo günstig zu halten, sollte man es kündigen und auf ein Rabattangebot warten. Das ist jedoch umständlich. Zudem gibt es nur wenige Alternativen zu Adobe-Produkten.
  • Als Alternative zu Adobe wurde die Affinity-Suite ausprobiert, ihr fehlen jedoch fortgeschrittene Funktionen. Open-Source-Software wie Krita, Inkscape und Gimp hat sich ebenfalls verbessert, dennoch besteht weiterhin eine große Lücke.
  • Es wurde versucht, die automatische Abbuchung von Adobe zu stoppen, doch durch eine Änderung des Abrechnungsnamens wurde weiter abgebucht. Die Bank erstattete einen Teil, dennoch besteht Unmut gegenüber Adobe.
  • Adobe ist auf einzigartige Weise ein schlechter Akteur. Es gibt kaum andere Dienste, die auf ähnliche Weise betrieben werden.
  • Adobe-Mitarbeiter sorgen sich, dass KI die Arbeitsplätze ihrer Kunden bedrohen und die Zahl der Creative-Cloud-Abonnements verringern könnte.
  • Die Affinity-Suite ist eine großartige Alternative für Menschen mit eher gelegentlichen Anforderungen. Sie wird per Einmalzahlung angeboten und bietet eine starke Performance. An Adobes fortgeschrittene Funktionen reicht sie jedoch noch nicht heran.
  • Der Vater zahlte monatlich 89,99 US-Dollar für einen Adobe-Dienst, den er ein Jahr lang nicht genutzt hatte. Beim Kündigungsprozess wurden Dark-Pattern-UX-Praktiken erlebt. Es braucht gesetzliche Vorgaben für Benachrichtigungen bei inaktiven Konten.
  • Adobe sollte eine Geldstrafe zahlen. Hoffentlich dient das auch anderen Unternehmen als Warnung.
  • Die FTC verhängt gegen Adobe eine jährliche Gebühr für seine Geschäftspraktiken. Verglichen mit Adobes Umsatz dürfte das jedoch nur ein geringer Betrag sein.