Waren Sie die ganze Nacht wach? Vielleicht haben Sie tatsächlich geschlafen
Erfahrungen in der Schlafklinik
- Nach einer Nacht in der Schlafklinik mit Elektroden zur Aufzeichnung der Hirnströme berichten Betroffene, sie hätten fast gar nicht geschlafen.
- Nach der Polysomnographie, dem Goldstandard der Schlafmessung, haben sie jedoch die ganze Nacht geschlafen.
Subjektive Insomnie und Schlaf-Fehlwahrnehmung
- Es gibt einen Zustand, der als subjektive Insomnie, paradoxe Insomnie oder Schlaf-Fehlwahrnehmung bezeichnet wird.
- Jüngste Forschungen haben ergeben, dass Menschen mit subjektiver Insomnie andere Hirnaktivitätsmuster zeigen als Menschen mit gutem Schlaf.
Neue Forschungsmethode
- Forschende des Niederländischen Instituts für Neurowissenschaften (NIN) maßen die Hirnaktivität im Schlaf mit 256 Elektroden.
- Die Teilnehmenden wurden im Laufe der Nacht im Durchschnitt 26-mal geweckt und gefragt, ob sie geschlafen oder wach gewesen seien und woran sie gedacht hätten.
REM-Schlaf und subjektive Insomnie
- Menschen mit subjektiver Insomnie zeigen während des REM-Schlafs Taschen schneller hirnelektrischer Aktivität, die an Wachheit erinnern.
- Sie haben nicht das Gefühl, tief geschlafen zu haben, und berichten beim Aufwachen von Gedanken, die denen im Wachzustand ähneln.
- Menschen mit normalem Schlaf erleben dagegen immersive Träume und tiefen Schlaf.
REM-Schlaf und psychische Gesundheit
- Unterbrechungen des REM-Schlafs stehen in starkem Zusammenhang mit PTSD und Angststörungen.
- Menschen mit gutem Schlaf entwickeln nach traumatischen Erlebnissen mit geringerer Wahrscheinlichkeit PTSD.
- Unterbrechungen des REM-Schlafs beeinträchtigen die Funktion des Gehirns, emotionalen Stress zu verarbeiten.
Potenzial neuer Behandlungsmethoden
- Es werden maßgeschneiderte Behandlungen für Menschen mit subjektiver Insomnie vorgeschlagen.
- Die derzeitige Standardbehandlung, die kognitive Verhaltenstherapie (CBTi), wirkt nicht bei allen.
- Verhaltensstrategien wie Schlafrestriktion gelten für Menschen mit Unterbrechungen des REM-Schlafs als vielversprechend.
Möglichkeit medikamentöser Eingriffe
- Die Forschenden wollen testen, ob Medikamente wie Betablocker die Wirkung von Noradrenalin abschwächen können.
- Untersucht wird auch, ob Blutdruckmittel wie Clonidin dem Gehirn helfen können, einen ruhigeren Zustand zu erreichen.
Beruhigung für Betroffene
- Schon das Verständnis, dass sich ihr Schlaf objektiv unterscheidet, kann Betroffenen Erleichterung verschaffen.
Meinung von GN⁺
- Verständnis subjektiver Insomnie: Dieser Artikel bietet ein neues Verständnis subjektiver Insomnie, das vielen Menschen helfen kann, ihre Schlafprobleme besser zu verstehen und zu bewältigen.
- Zusammenhang mit psychischer Gesundheit: Dass Unterbrechungen des REM-Schlafs mit PTSD und Angststörungen zusammenhängen, liefert wichtige Einsichten für die psychische Gesundheitsversorgung.
- Notwendigkeit maßgeschneiderter Behandlungen: Dass nicht dieselbe Behandlung bei allen wirksam ist, unterstreicht die Notwendigkeit individueller Therapien.
- Potenzial medikamentöser Behandlungen: Es besteht die Möglichkeit, dass neue medikamentöse Therapien entwickelt werden, was Menschen Hoffnung geben könnte, bei denen die derzeitigen Behandlungen nicht wirken.
- Bedeutung der Schlafforschung: Schlafforschung hat großen Einfluss auf unsere Gesundheit und Lebensqualität, und es sind mehr Forschung und Investitionen nötig.
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare