1 Punkte von GN⁺ 2024-05-10 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen

Apple entschuldigt sich für die iPad-Pro-Werbung „Crush!“

  • Apple hat sich entschuldigt, nachdem ein zur Bewerbung des neuen iPad Pro produzierter Werbespot in der Kreativ-Community breite Kritik ausgelöst hatte
  • Apples Marketing-Vizepräsident Tor Myhren sagte in einem Interview mit Ad Age: „Mit diesem Video haben wir den Kern verfehlt, und das tut uns leid.“
  • Myhren fügte hinzu: „Kreativität liegt in Apples DNA, und es ist uns enorm wichtig, Produkte so zu entwickeln, dass Kreative auf der ganzen Welt sich ausdrücken und ihre Ideen mit dem iPad verwirklichen können.“

Inhalt der iPad-Pro-Werbung „Crush!“

  • Am Dienstag stellte Apple das iPad Pro mit M4-Chip vor und bezeichnete es als das dünnste Produkt, das Apple je hergestellt hat
  • Um alle kreativen Möglichkeiten des iPad zu bewerben, veröffentlichte Apple den Spot „Crush!“, in dem ein Klavier, ein Plattenspieler, Farbe und viele andere Dinge unter dem Druck einer Hydraulikpresse plattgedrückt werden
  • Am Ende der Werbung blieb nur das iPad Pro übrig

Negative Reaktionen von Kreativen

  • Bei einigen Kreativen hinterließ die Werbung einen schlechten Eindruck
  • Schauspieler Hugh Grant nannte sie eine „Zerstörung der menschlichen Erfahrung“
  • Reed Morano, Regisseurin von The Handmaid's Tale, schrieb auf Twitter an Apple-CEO Tim Cook: „Read the room.“
  • Apple reagierte nicht sofort auf eine Bitte von The Verge um Stellungnahme

Meinung von GN⁺

  • Apples Werbebotschaft, die so wirkte, als könne das iPad Pro die Werke von Kreativen ersetzen, kann von Kreativen als beleidigend empfunden werden. Entgegen der beabsichtigten Aussage könnte sie vielmehr den Eindruck erwecken, dass sich das iPad Pro nicht für kreative Arbeit eignet.

  • Wenn Technologieunternehmen Marketing für die Kreativ-Community betreiben, ist es wichtig, Botschaften zu vermitteln, die ihre Sensibilität respektieren und Empathie zeigen. Statt nur technische Überlegenheit zu betonen, wäre es wirksamer, den Fokus darauf zu legen, wie die Kreativität von Kreativen unterstützt werden kann.

  • Dennoch ist es positiv zu bewerten, dass Apple wie mit dieser Entschuldigung auf die Stimmen der Kreativ-Community gehört und schnell reagiert hat. Künftig scheint eine Haltung nötig, die den Austausch mit Kreativen weiter stärkt und ihre Anforderungen aktiv in Produkte und Marketing einfließen lässt.

1 Kommentare

 
GN⁺ 2024-05-10
Hacker-News-Kommentare

Zusammengefasst ergibt sich Folgendes:

  • Es gibt die Sorge, dass auf diese Werbung übermäßig emotional reagiert wird. Wer im Alltag so reagiert, wird es im Leben schwer haben.
  • Teure Instrumente und Werkzeuge zu zerstören, um ein iPad zu verkaufen, wirkt wie die Botschaft, Kultur abzulehnen und stattdessen Apple-Konsument zu werden.
  • Die beabsichtigte Aussage der Werbung dürfte gewesen sein, dass sich sämtliche Kreativität in einem iPad vereinen lässt, doch die Zerstörung wertvoller Instrumente und Werkzeuge vermittelt kein gutes Gefühl.
  • Besser wäre es gewesen, die Animation schneller zu machen oder zu zeigen, wie ein Künstler das Studio verlässt und das iPad benutzt.
  • Besonders unangenehm war, dass nach Aussagen zur Klimafreundlichkeit tatsächlich reale Gegenstände zerstört wurden. Eine bessere Werbung hätte gerenderte Bilder verwendet und den Hinweis eingeblendet: "Auf dem iPad gerendert. Keine realen Gegenstände wurden beschädigt."
  • Die Werbung zeigt gut, wie Werkzeuge durch Digitales und die Cloud ersetzt werden. Es ist ein gewaltsamer Prozess, bei dem Wertvolles zerstört wird, aber er macht den Menschen kein iPad schmackhaft.
  • Aufgrund der japanischen Kultur, in der Instrumenten und kreativen Werkzeugen oft eine Seele zugeschrieben wird, löste diese Werbung besonders auf dem japanischen Markt heftige Gegenreaktionen aus.
  • Eine deprimierende Werbung, die als Botschaft eines Unternehmens ungeeignet wirkt. Offenbar konnte hier niemand Bedenken äußern, weshalb sie den Filter passiert hat.
  • Die erste Reaktion war, dass es sich um eine unterhaltsame Anspielung auf Hydraulic-Press-Kanäle handle, doch ebenso lässt sie sich als bedrohliches Bild eines Großkonzerns lesen, der die Werkzeuge von Künstlern zerquetscht.
  • Die Gegenreaktion auf die Werbung könnte ein Zeichen für die in den vergangenen Jahren angestaute Ermüdung gegenüber großen Tech-Konzernen sein, vermischt mit einer diffusen Angst davor, wie KI den Status quo und den Lebensunterhalt der Menschen beeinflussen wird.
  • Wie im Horror-Genre, wo gleichzeitig hohe und tiefe Töne Unbehagen auslösen, verwirrt die Gegenüberstellung fröhlicher Musik mit scheinbar sinnloser Zerstörung das Gehirn und erzeugt Unbehagen. Die Werbemacher hielten das womöglich für innovativ oder überraschend, doch auf viele Menschen musste es zwangsläufig weiterhin verstörend wirken.