Biden unterzeichnet TikTok-Gesetz und setzt damit den Verkaufsprozess für den ByteDance-Anteil in Gang
(theverge.com)-
Mit Bidens Unterschrift unter das Gesetz zum Verbot von TikTok beginnt die Frist, innerhalb der ByteDance TikTok verkaufen muss
- Das Gesetz verlangt, dass die in China ansässige Muttergesellschaft ByteDance TikTok innerhalb von 9 Monaten bis 1 Jahr verkauft, andernfalls wäre die App in den USA faktisch verboten
- Das Gesetz war im Repräsentantenhaus zunächst als eigenständige Vorlage verabschiedet worden und schien danach im Senat festzustecken, erreichte durch politisches Taktieren aber letztlich problemlos Bidens Schreibtisch
- Das Repräsentantenhaus koppelte das TikTok-Gesetz an Auslandshilfen für US-Verbündete und zwang den Senat damit faktisch, beide Maßnahmen gemeinsam zu behandeln
- Dass die Frist für einen Verkauf verlängert wurde, scheint ebenfalls einigen Abgeordneten geholfen zu haben, das Gesetz zu unterstützen
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TikTok kündigt an, das Verbot juristisch anzufechten
- TikTok-Sprecher Alex Haurek erklärte in einer Stellungnahme, man werde das Gesetz vor Gericht anfechten
- Das könnte die Umsetzung letztlich verzögern, solange die Gerichte eine Entscheidung aussetzen
- Unklar bleibt zudem, wie China reagieren wird und ob ByteDance den Verkauf des begehrten Algorithmus erlauben dürfte, der TikTok und seine Nutzer weiter an die App bindet
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TikTok-CEO Shou Chew weist Behauptungen einiger Abgeordneter zurück und sagt: „Das ist ein Verbot“
- Einige Abgeordnete behaupteten, sie wollten lediglich, dass sich die Plattform vom chinesischen Eigentum trennt, doch der TikTok-CEO argumentiert, ein TikTok-Verbot komme einem Verbot der Stimmen der Nutzer gleich
- Er sagte: „Wir werden dieses verfassungswidrige Verbot weiter anfechten und gleichzeitig weiter investieren und innovieren, damit TikTok ein Ort bleibt, an dem Amerikaner aus allen Lebensbereichen sicher Erfahrungen teilen, Freude finden und Inspiration erhalten können.“
Meinung von GN⁺
- Vor dem Hintergrund der eskalierenden Spannungen zwischen China und den USA wirkt TikTok teilweise wie ein politisches Bauernopfer. Zwar gibt es berechtigte Sorgen wegen möglicher Eingriffe der chinesischen Regierung, doch konkrete Belege dafür sind bislang unzureichend
- Mit dem rasanten Einflussgewinn von TikTok scheint es auch ein Interesse etablierter Big-Tech-Unternehmen wie Meta zu geben, die Plattform über Lobbyarbeit auszubremsen. Für etablierte Konzerne, die mit Kartellrechtsproblemen ringen, könnte das von Vorteil sein
- Aber selbst wenn TikTok verkauft wird, dürfte das Misstrauen gegenüber Apps aus China nicht so schnell verschwinden. Das könnte zum Hindernis für das Wachstum globaler IT-Unternehmen werden
- Falls die chinesische Regierung als Vergeltung den Geschäftsbetrieb von US-Tech-Unternehmen wie Apple in China einschränkt, könnte daraus ein weiterer Handelskonflikt entstehen. Das könnte die Entkopplung zwischen beiden Ländern weiter vertiefen
- Letztlich dürften solche Maßnahmen mit hoher Wahrscheinlichkeit in einen Protektionismus zum Schutz heimischer IT-Unternehmen münden. Das könnte die Entwicklung des globalen IT-Ökosystems hemmen und die Wahlfreiheit der Verbraucher einschränken
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