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Die EPA hat erstmals Grenzwerte für PFAS im Trinkwasser festgelegt, also für sogenannte Ewigkeitschemikalien. Die wichtigsten Punkte sind wie folgt.
- Zwei verbreitete PFAS-Stoffe (PFOA, PFOS) werden strikt auf 4 ppt (parts per trillion) begrenzt
- Drei weitere Typen, darunter GenEx Chemicals, werden auf 10 ppt begrenzt
- Wasserversorger müssen diese PFAS-Chemikalien testen und die Öffentlichkeit informieren, wenn die Werte zu hoch sind
- Auch Kombinationen verschiedener PFAS-Typen sollen begrenzt werden
- Es wird erwartet, dass 6 bis 10 % der Wassersysteme die neuen Grenzwerte überschreiten
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Reaktionen der Wasserversorger
- Für die Tests werden in der Regel 3 Jahre eingeräumt
- Wenn die Testergebnisse die Grenzwerte überschreiten, gibt es weitere 2 Jahre für die Installation von Aufbereitungssystemen
- Es werden einige Mittel bereitgestellt, doch es dürfte mehr Finanzierung nötig sein
- In einigen Gemeinden sorgten die Testergebnisse für Überraschung. In einer Kleinstadt in Pennsylvania wurde ein hoher PFOA-Wert von 235 ppt festgestellt, woraufhin ein Brunnen geschlossen wurde
- Branchenverbände der Wasserversorger behaupten, es gebe erhebliche Probleme mit den EPA-Regeln, und äußern Bedenken wegen zu niedrig angesetzter Kosten sowie steigender Wasserrechnungen für Kunden
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Entwicklungen rund um PFAS
- Die gesundheitlichen Leitlinien der EPA zu PFAS haben sich in den letzten Jahren stark verändert; inzwischen heißt es, dass es keine sichere Menge mehr gebe
- In Minnesota soll Amara's Law die nicht unvermeidbare Verwendung von PFAS beenden
- Amara Strande starb an einer seltenen Krebserkrankung infolge von PFAS-Verschmutzung, und ihre Familie setzt sich für strengere PFAS-Beschränkungen ein
Meinung von GN⁺
- PFAS bauen sich in der Umwelt nicht ab und wirken sich negativ auf die Gesundheit aus, daher sind Regulierungen notwendig. Aus Sicht der Wasserversorger dürfte die plötzlich verschärfte Regulierung jedoch zwangsläufig eine große Belastung darstellen. Finanzielle und technische Unterstützung auf Regierungsebene scheint erforderlich.
- Neben wissenschaftlicher Forschung zu PFAS scheint auch die Entwicklung von Ersatzstoffen dringend zu sein. PFAS werden derzeit für viele Zwecke eingesetzt, etwa für Wasserfestigkeit, Schmutzabweisung und Fleckschutz, sodass ein Ersatz nicht einfach ist.
- Da auch hierzulande das PFAS-Problem an Bedeutung gewinnt, scheint es notwendig, den aktuellen Stand zu erfassen und entsprechende Kontrollstandards festzulegen. Jetzt ist der Zeitpunkt für proaktives Handeln.
- Auch Verbraucher sollten den Kauf von Produkten mit PFAS möglichst vermeiden und die Bemühungen von Staat und Unternehmen aufmerksam verfolgen. PFAS sind nicht nur im Trinkwasser, sondern auch in Alltagsprodukten, Kleidung und Verpackungsmaterialien breit verbreitet.
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