2 Punkte von GN⁺ 2025-09-15 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen
  • Die US-Umweltschutzbehörde (EPA) hat erklärt, die Schutzvorschriften für PFAS im Trinkwasser ("Ewigkeitschemikalien") nicht länger zu verteidigen
  • Die EPA hat ein Bundesgericht aufgefordert, die Regulierung und Grenzwerte für vier PFAS-Chemikalien — GenX, PFHxS, PFNA und PFBS — aufzuheben
  • Einige Umweltgruppen und Anwälte kritisieren, dass diese Politik ein Versuch sei, das Gesetz des Kongresses zum Verbot der Abschwächung von Trinkwasserstandards zu umgehen
  • Tatsächlich plant die EPA auch, die Frist zur Einhaltung der Grenzwerte für PFOS und PFOA um zwei Jahre zu verlängern, während landesweit mehr als 200 Millionen Menschen dem Risiko einer PFAS-Belastung ausgesetzt sind
  • Derzeit verteidigen Umwelt- und Bürgerrechtsgruppen den ersten landesweiten PFAS-Trinkwasserstandard weiterhin vor Gericht

EPA versucht Rücknahme der PFAS-Trinkwasserstandards

Die US-Umweltschutzbehörde (EPA) hat offiziell angekündigt, die Sicherheitsstandards für PFAS im Trinkwasser ("Ewigkeitschemikalien") nicht länger zu verteidigen. In einem bei einem Bundesgericht eingereichten Dokument beantragte die EPA, die Regulierung und verbindlichen Grenzwerte für vier PFAS-Chemikalien — GenX, PFHxS, PFNA und PFBS — aufzuheben. Zugleich will die EPA die Frist zur Einhaltung der Grenzwerte für PFOA und PFOS um zwei Jahre von 2029 auf 2031 verlängern. In den USA sind mehr als 200 Millionen Menschen mit PFAS verunreinigtem Trinkwasser ausgesetzt.

Reaktionen von Rechtsexperten und Umweltgruppen

Umweltgruppen und Anwälte weisen darauf hin, dass die Maßnahme der EPA darauf abziele, die Grenzen der ihr vom Kongress eingeräumten Befugnisse zu umgehen. Der Safe Drinking Water Act verbietet der EPA ausdrücklich, einmal festgelegte Trinkwasserstandards später abzuschwächen. Damit bittet die EPA das Gericht indirekt um eine Maßnahme, die sie selbst nicht direkt vornehmen darf. Katherine O’Brien, Anwältin bei Earthjustice, kritisierte, dass diese Politik die Gewinne der Chemieindustrie und der Wasserversorger über die Gesundheit der Bevölkerung stelle. Auch Jared Thompson, Anwalt beim NRDC (Natural Resources Defense Council), äußerte die Sorge, dass der Antrag der EPA den Zweck des Gesetzes untergrabe und die Gesundheitsrisiken durch PFAS ignoriere.

Rechtliche Gegenwehr von Bürger- und Non-Profit-Organisationen

Earthjustice verteidigt gemeinsam mit verschiedenen lokalen Community-Gruppen den landesweit ersten PFAS-Trinkwasserstandard aktiv vor Gericht. An der gemeinsamen Klage beteiligen sich zahlreiche regionale Gruppen wie die Buxmont Coalition for Safe Water und Clean Cape Fear. Sie greifen vor dem Bundesberufungsgericht in Washington, D.C. ein, um das Recht der Bevölkerung auf Gesundheit gegen die von Chemieindustrie und Wasserversorgerverbänden eingereichten Klagen zur Abschaffung der Standards zu verteidigen.

Hintergrund zu PFAS ("Ewigkeitschemikalien")

PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind Tausende synthetische Chemikalien, die wegen ihrer Hitze-, Wasser- und Schmutzresistenz in zahlreichen Konsumgütern und Industrieprodukten широко eingesetzt werden. Sie werden als "Ewigkeitschemikalien" bezeichnet, weil sie in der Umwelt kaum abgebaut werden und sich in Menschen und Tieren anreichern. Schon eine Exposition in sehr kleinen Mengen wird mit schweren Gesundheitsschäden in Verbindung gebracht, darunter Nierenkrebs, Hodenkrebs, Leber- und Nierenschäden, hormonelle und lipidbezogene Veränderungen sowie Beeinträchtigungen des Nerven- und Fortpflanzungssystems.

Verlauf der PFAS-Regulierung durch die EPA

Nach jahrzehntelangen Bemühungen von Umwelt- und Gesundheitsorganisationen schlug die EPA im März 2023 erstmals nationale Regulierungen für sechs PFAS-Arten im Trinkwasser vor. Bereits mit bestehender Technik ist es möglich, PFAS aus Trinkwasser zu entfernen. Im April 2024 legte die EPA für PFOA und PFOS offiziell kein sicheres Expositionsniveau fest, und der endgültige Standard enthält sowohl Einzel- als auch Mischgrenzwerte für sechs Chemikalien. Der Standard gewährt Wasserversorgern landesweit eine maximale Umsetzungsfrist von fünf Jahren (Einhaltung bis April 2029) und verlangt eine transparente Offenlegung der Einhaltung der PFAS-Grenzwerte. Diese Regelung ist ein verspäteter erster Schritt zur Bewältigung einer öffentlichen Gesundheitskrise, die Millionen Menschen betrifft.

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