Boeing liefert keine wichtigen Details zum Door Plug der Alaska-737-MAX-9, teilt die NTSB mit
- Die Vorsitzende der US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB, Jennifer Homendy, erklärte, dass Boeing im Zusammenhang mit dem Vorfall, bei dem sich während des Flugs ein Door-Plug-Panel von einer Boeing 737 MAX 9 löste, wichtige Informationen nicht bereitstellt.
- Homendy sagte vor dem Handelsausschuss des Senats aus und kritisierte, dass Boeing keine Informationen darüber offengelegt habe, wer dafür verantwortlich war, den Door Plug nicht ordnungsgemäß wieder zu befestigen.
- Laut dem vorläufigen NTSB-Bericht fehlten beim Verlassen des Boeing-Werks vier zentrale Bolzen, die den Door Plug hätten sichern müssen. Das deutet darauf hin, dass der Door Plug während der Flugzeugmontage zur Reparatur fehlerhafter Nieten geöffnet worden war.
NTSB spricht über fehlende zentrale Bolzen am Door Plug
- Homendy teilte dem Senatsausschuss mit, dass die NTSB weiterhin nicht feststellen konnte, wer den Door Plug nach dem Öffnen wieder geschlossen hat, und dass sie von Boeing mehrfach angeforderte Unterlagen und Informationen nicht erhalten habe.
- Die Ermittler gehen anhand von E-Mails und Textnachrichten davon aus, dass die Arbeiten am Door Plug Mitte September durchgeführt wurden, doch Boeing erklärte, man könne die entsprechenden Dokumente "nicht finden".
Unzufriedenheit im Senat über Boeings mangelnde Kooperation
- In der Senatsanhörung zeigte sich parteiübergreifend Enttäuschung über Boeings fehlende Zusammenarbeit.
- Die demokratische Senatorin Maria Cantwell bezeichnete Boeings mangelnde Kooperation als "enttäuschend", und der republikanische Senator Ted Cruz kritisierte sie als "inakzeptabel".
- Die Senatoren haben nicht vergessen, dass Boeing nach den beiden Abstürzen der 737 MAX 8 in den Jahren 2018 und 2019 zunächst versuchte, Verantwortung von sich zu weisen.
Die von der NTSB gesuchten Aufzeichnungen existieren möglicherweise nicht
- Homendy erwähnte, dass die von der NTSB gesuchten Aufzeichnungen möglicherweise gar nicht existieren, was ernsthafte Fragen zu Boeings Qualitätsmanagementpraktiken aufwirft.
- Boeing räumte ein, dass es keine Unterlagen zum Teilen geben würde, falls der Ausbau des Door Plug nicht dokumentiert worden sei, erklärte jedoch zugleich, man werde weiterhin mit den NTSB-Ermittlungen kooperieren.
- Auch die Federal Aviation Administration (FAA) ist wegen "systematischer Qualitätsmanagementprobleme" bei Boeing und dessen Zulieferern besorgt und verlangt von Boeing einen Plan zur Behebung des Problems.
Meinung von GN⁺
- Dieser Vorfall ist ein Beispiel dafür, wie Qualitätsmanagement- und Sicherheitsprobleme bei Flugzeugherstellern weiterhin Aufmerksamkeit erzeugen, und kann dazu beitragen, das öffentliche Bewusstsein für Flugsicherheit zu schärfen.
- Dass Boeing Informationen nicht bereitstellt, unterstreicht die Bedeutung von Transparenz und Rechenschaftspflicht und könnte auch in anderen Branchen Einfluss darauf haben, ähnliche Maßstäbe anzulegen.
- Um das Verständnis für Flugsicherheit zu verbessern, ist eine Schulung zu Qualitätsmanagementsystemen und Sicherheitsmanagementsystemen in der Flugzeugfertigung und -wartung erforderlich.
- Der Artikel zeigt, wie Probleme bei einem großen Flugzeughersteller wie Boeing zu einem Sicherheitsproblem von nationaler Tragweite werden können, und bietet damit wichtige Lehren für Beschäftigte in der Luftfahrtindustrie.
- Aus kritischer Perspektive deutet ein solcher Vorfall darauf hin, dass grundlegende Verbesserungen der internen Prozesse und der Unternehmenskultur von Flugzeugherstellern nötig sind, was langfristig zur Stärkung der Flugsicherheit beitragen kann.
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