1 Punkte von GN⁺ 2024-03-07 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen

Boeing liefert keine wichtigen Details zum Door Plug der Alaska-737-MAX-9, teilt die NTSB mit

  • Die Vorsitzende der US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB, Jennifer Homendy, erklärte, dass Boeing im Zusammenhang mit dem Vorfall, bei dem sich während des Flugs ein Door-Plug-Panel von einer Boeing 737 MAX 9 löste, wichtige Informationen nicht bereitstellt.
  • Homendy sagte vor dem Handelsausschuss des Senats aus und kritisierte, dass Boeing keine Informationen darüber offengelegt habe, wer dafür verantwortlich war, den Door Plug nicht ordnungsgemäß wieder zu befestigen.
  • Laut dem vorläufigen NTSB-Bericht fehlten beim Verlassen des Boeing-Werks vier zentrale Bolzen, die den Door Plug hätten sichern müssen. Das deutet darauf hin, dass der Door Plug während der Flugzeugmontage zur Reparatur fehlerhafter Nieten geöffnet worden war.

NTSB spricht über fehlende zentrale Bolzen am Door Plug

  • Homendy teilte dem Senatsausschuss mit, dass die NTSB weiterhin nicht feststellen konnte, wer den Door Plug nach dem Öffnen wieder geschlossen hat, und dass sie von Boeing mehrfach angeforderte Unterlagen und Informationen nicht erhalten habe.
  • Die Ermittler gehen anhand von E-Mails und Textnachrichten davon aus, dass die Arbeiten am Door Plug Mitte September durchgeführt wurden, doch Boeing erklärte, man könne die entsprechenden Dokumente "nicht finden".

Unzufriedenheit im Senat über Boeings mangelnde Kooperation

  • In der Senatsanhörung zeigte sich parteiübergreifend Enttäuschung über Boeings fehlende Zusammenarbeit.
  • Die demokratische Senatorin Maria Cantwell bezeichnete Boeings mangelnde Kooperation als "enttäuschend", und der republikanische Senator Ted Cruz kritisierte sie als "inakzeptabel".
  • Die Senatoren haben nicht vergessen, dass Boeing nach den beiden Abstürzen der 737 MAX 8 in den Jahren 2018 und 2019 zunächst versuchte, Verantwortung von sich zu weisen.

Die von der NTSB gesuchten Aufzeichnungen existieren möglicherweise nicht

  • Homendy erwähnte, dass die von der NTSB gesuchten Aufzeichnungen möglicherweise gar nicht existieren, was ernsthafte Fragen zu Boeings Qualitätsmanagementpraktiken aufwirft.
  • Boeing räumte ein, dass es keine Unterlagen zum Teilen geben würde, falls der Ausbau des Door Plug nicht dokumentiert worden sei, erklärte jedoch zugleich, man werde weiterhin mit den NTSB-Ermittlungen kooperieren.
  • Auch die Federal Aviation Administration (FAA) ist wegen "systematischer Qualitätsmanagementprobleme" bei Boeing und dessen Zulieferern besorgt und verlangt von Boeing einen Plan zur Behebung des Problems.

Meinung von GN⁺

  • Dieser Vorfall ist ein Beispiel dafür, wie Qualitätsmanagement- und Sicherheitsprobleme bei Flugzeugherstellern weiterhin Aufmerksamkeit erzeugen, und kann dazu beitragen, das öffentliche Bewusstsein für Flugsicherheit zu schärfen.
  • Dass Boeing Informationen nicht bereitstellt, unterstreicht die Bedeutung von Transparenz und Rechenschaftspflicht und könnte auch in anderen Branchen Einfluss darauf haben, ähnliche Maßstäbe anzulegen.
  • Um das Verständnis für Flugsicherheit zu verbessern, ist eine Schulung zu Qualitätsmanagementsystemen und Sicherheitsmanagementsystemen in der Flugzeugfertigung und -wartung erforderlich.
  • Der Artikel zeigt, wie Probleme bei einem großen Flugzeughersteller wie Boeing zu einem Sicherheitsproblem von nationaler Tragweite werden können, und bietet damit wichtige Lehren für Beschäftigte in der Luftfahrtindustrie.
  • Aus kritischer Perspektive deutet ein solcher Vorfall darauf hin, dass grundlegende Verbesserungen der internen Prozesse und der Unternehmenskultur von Flugzeugherstellern nötig sind, was langfristig zur Stärkung der Flugsicherheit beitragen kann.

1 Kommentare

 
GN⁺ 2024-03-07
Hacker-News-Kommentare
  • Boeing hat die von der NTSB angeforderten Dokumente möglicherweise gar nicht. Aus rechtlichen Gründen wollen sie das offenbar nicht zugeben.
  • Einige Unternehmen wie Boeing und Apple legen offenbar keinen Wert mehr auf ihre Kunden und tun alles, was Kundenleben gefährden könnte, um noch ein paar Dollar mehr zu verdienen.
  • Die NTSB hat Boeing um eine Liste der Mitarbeiter gebeten, die für die Durchführung der betreffenden Arbeiten verantwortlich waren, aber es gibt unterschiedliche Aussagen darüber, ob Boeing sie bereitgestellt hat. Möglicherweise will die NTSB das gesamte Team befragen.
  • Dass Boeing die NTSB behindert, wirkt arrogant, zumal untersucht wurde, ob das Verhalten nach Ablauf einer zuvor geschlossenen aufgeschobenen Strafverfolgungsvereinbarung einen Verstoß gegen diese Vereinbarung darstellt.
  • Boeing verfügt nicht über Prozessdokumentation zu den Arbeiten am Flugzeug. Das ist ein schwerwiegenderes Problem als erwartet.
  • Eine einfache Lösung wäre, wenn Reisende den Kauf von Sitzplätzen in Boeing-Flugzeugen verweigern würden. Wenn man glaubt, dass Boeing fahrlässig gehandelt und Sicherheitsprotokolle missachtet hat, sollte man dieses Geschäft nicht unterstützen.
  • Philip Morris, ExxonMobil, Boeing und andere stellen den Profit an erste Stelle und vertuschen intern die größeren Kosten.
  • Der einzige Weg, Boeing zum Reagieren zu bringen, wäre, die gesamte Flugzeugflotte stillzulegen.
  • Es ist verwirrend, warum die NTSB nach Boeing-Mitarbeitern sucht. Laut Vorbericht wurde der betreffende Türverschlussstopfen von Spirit entfernt, und dazu gibt es Unterlagen.
  • An Boeing gibt es eine einfache Frage: Was ist besser, Inkompetenz oder Fahrlässigkeit? Boeing oder ihre PR-Agentur mögen denken, sie seien am Tiefpunkt angekommen, aber bis ganz nach unten ist es noch ein weiter Weg. Was passiert, wenn sie keine vollständigen Unterlagen vorlegen können? Und wen schützen sie eigentlich gerade? Versicherungen werden Fahrlässigkeit nicht abdecken, und Kunden werden Inkompetenz nicht akzeptieren.