Boeing-Whistleblower: In der Produktionslinie gibt es „eine enorme Menge an Mängeln“
- Ein Whistleblower hat offengelegt, dass bei Boeing 737 MAX 9 Flugzeugen Bolzen nicht eingebaut wurden.
- Im Fall der von Alaska Airlines betriebenen Boeing 737 MAX 9, bei der sich während des Flugs ein Türstopfen löste und es zu einem rapiden Druckabfall kam, lautet die zentrale Aussage, dass Boeings Personal in der Qualitätskontrolle nicht alle Probleme erfassen kann, weil es bei ausgelagert gefertigten Flugzeugteilen zu viele Mängel gibt.
- Der Grund, warum sich der Türstopfen des betroffenen Flugzeugs löste, sei in Boeings eigenen Unterlagen dokumentiert: Das Flugzeug wurde ausgeliefert, obwohl die vier Bolzen zur Sicherung des Türstopfens nicht eingebaut waren.
Probleme bei Boeings Qualitätskontrolle
- Eine Person, die angibt, Boeing-Mitarbeiter zu sein, erklärte, sie habe durch Zugriff auf das interne Qualitätsmanagementsystem 392 Fälle von Nichtkonformität bei der Installation der Tür im mittleren Rumpfsegment von Boeing 737 Flugzeugen gefunden.
- Eine derart hohe Zahl an Mängeln hätte bei einem funktionierenden Boeing-Qualitätssystem dazu führen müssen, die Produktionslinie anzuhalten und die Probleme an den Zulieferer zurückzugeben.
- Im Fall des Unfallflugzeugs sei der Mangel zwar entdeckt worden, sei aber wegen anderer Probleme letztlich übersehen worden, was zu einem kritischen Defekt geführt habe.
Schwerwiegendes Versagen im Produktionsprozess
- Die Probleme entstehen durch mangelhafte Bauteile eines von Boeings wichtigsten Zulieferern, Spirit AeroSystems.
- Teams von Spirit führen zwar innerhalb des Boeing-Werks Gewährleistungsreparaturen durch, doch in manchen Fällen wurden Mängel nicht ordnungsgemäß behoben, sondern lediglich mit Farbe überdeckt.
- Wenn eine Tür entfernt oder geöffnet werden muss, müssen die Bolzen entfernt werden, die sie sichern. In den offiziellen Unterlagen wurde jedoch fälschlich vermerkt, die Tür sei nicht geöffnet worden, weshalb keine Qualitätsprüfung erforderlich sei.
Boeings Outsourcing-Strategie
- Boeing verfolgt die Strategie, die Produktion von Flugzeugteilen auszulagern, um Kosten zu senken.
- Diese Strategie geht auf den Einfluss des früheren CEO Harry Stonecipher zurück, der die Absicht hatte, Boeing eher wie ein Unternehmen zur Gewinnmaximierung als wie einen herausragenden Engineering-Konzern zu führen.
Meinung von GN⁺
- Dieser Artikel enthält wichtige Inhalte, die die Probleme in Boeings Qualitätskontrolle und das schwerwiegende Versagen im Produktionsprozess offenlegen.
- Boeings Outsourcing-Strategie mag Kostensenkungen ermöglichen, kann aber zugleich Qualitätsverluste und Sicherheitsprobleme verursachen, was wichtige Implikationen aufzeigt.
- Da Qualitätskontrolle in der Flugzeugfertigung unmittelbar mit der Flugsicherheit verbunden ist, könnte diese Enthüllung Anlass sein, Zuverlässigkeit und Sicherheitsstandards in der gesamten Luftfahrtindustrie erneut zu überprüfen.
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
Erwähnung eines anonymen Boeing-Ingenieurs
Zweifel an der Quelle des Artikels
Skepsis gegenüber dem Boeing-Whistleblower
Hinweis auf Probleme im Qualitätsmanagement bei Boeing
Problematisierung der Luftfahrtindustrie insgesamt
Kritik an Problemen in der Engineering-Branche
Probleme mit Boeings Qualitätssystem
Kritik an der neuen Flugsicherheitsanweisung der FAA
Kritik an der Rolle von MBAs
Sorge um die Luftfahrtindustrie
Zweifel am Design der 737 Max