1 Punkte von GN⁺ 2023-12-26 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Der TÜV-Report 2024 wertete mehr als 10 Millionen regelmäßige technische Prüfungen der deutschen TÜV-Organisationen aus; die durchschnittliche Quote erheblicher Mängel (SF) lag bei 20,5 % und stieg damit gegenüber dem Vorjahr nur um 0,3 Prozentpunkte
  • Fast 75 % der geprüften Fahrzeuge erhielten die Plakette sofort; der VW Golf Sportsvan belegte mit niedrigen Mängelquoten von 2,0 % im 3. Jahr und 4,2 % im 5. Jahr den Gesamtsieg 2024
  • Das Tesla Model 3 verzeichnete in seiner ersten Erfassung im TÜV-Report im 3. Jahr eine durchschnittliche Quote erheblicher Mängel von 14,7 % und wurde damit Letzter noch hinter dem Dacia Logan mit 11,4 %
  • Bei Tesla traten Mängel weniger wegen fehlender Ölwechsel auf, sondern vor allem bei Beleuchtung, Bremsen und Achsen; auch Elektroautos benötigen außerhalb des Powertrains regelmäßige Wartung
  • Da das Durchschnittsalter der Fahrzeuge auf deutschen Straßen auf 10 Jahre gestiegen ist, wird der Wartungszustand von Gebrauchtwagen und älteren Fahrzeugen zu einem noch wichtigeren Faktor für die Verkehrssicherheit

Prüfergebnisse des TÜV-Reports 2024

  • Der TÜV-Verband stellte am 16. November 2023 in Berlin die Ergebnisse des TÜV-Reports 2024 vor
  • Analysiert wurden mehr als 10 Millionen regelmäßige technische Prüfungen (PTI), die deutsche TÜV-Unternehmen zwischen Juli 2022 und Juni 2023 durchgeführt haben
  • Die durchschnittliche Quote erheblicher Mängel (SF) lag bei 20,5 % und damit 0,3 Prozentpunkte höher als im Vorjahr
  • Fast 75 % der geprüften Fahrzeuge erhielten die Prüfplakette beim ersten Termin
  • Auch ältere Fahrzeuge mit hoher Laufleistung erwiesen sich insgesamt meist als in gutem und sicherem Zustand

Einfluss regelmäßiger Wartung auf die Mängelquote

  • VW, Mazda, Mercedes und Audi werden als Marken mit einem dichten Servicecenter-Netzwerk zusammengefasst
  • Diese Fahrzeuge informieren Fahrer über elektronische Systeme automatisch darüber, wann Wartung nötig ist und wann der nächste Termin ansteht
  • Zu den regelmäßigen Inspektionen in Fachwerkstätten gehören üblicherweise folgende Punkte
    • Fahrwerk
    • Elektrik
    • Motor
    • Getriebesystem
    • Ölwechsel
  • Die niedrigen Mängelquoten älterer Fahrzeuge zeigen, dass das Wartungsbewusstsein der Halter und ein regelmäßiger Service zur Vermeidung von Defekten beitragen

Spitzenfahrzeuge und starke Modelle nach Fahrzeugalter

  • Der VW Golf Sportsvan war 2024 das Gesamtsiegermodell und erreichte im 3. Jahr eine Quote erheblicher Mängel von 2,0 % und im 5. Jahr 4,2 %
  • In der Altersgruppe von 6 bis 7 Jahren erzielte der Mazda CX-3 mit einer Quote erheblicher Mängel von 6,5 % ein gutes Ergebnis
  • Die 9 Jahre alte Mercedes B-Klasse erreichte bei einer durchschnittlichen Laufleistung von 90.000 km eine Quote erheblicher Mängel von 10,5 %
  • Ein 13 Jahre alter Audi TT kann bei professioneller Wartung die regelmäßige technische Prüfung mit sehr gutem Ergebnis bestehen
  • Bei den 5 Jahre alten SUV-Modellen erreichten der VW T-Roc 4,2 % bei durchschnittlich 51.000 km und der VW T-Cross 4,6 % bei durchschnittlich 34.000 km

Das Schlusslichtergebnis des Tesla Model 3

  • Tesla baut Elektroautos ohne Ölwechsel und definiert seit 2019 keine Serviceintervalle mehr
  • Statt auf ein dichtes Servicecenter-Netzwerk setzt das Unternehmen auf Ferndiagnose und Over-the-Air-Updates
  • Für das Model 3 lagen in diesem TÜV-Report erstmals genügend geprüfte Fahrzeuge vor, um belastbare Zahlen zu erhalten
  • Die durchschnittliche Quote erheblicher Mängel des 3 Jahre alten Model 3 lag bei 14,7 % und damit über den 11,4 % des bisherigen Schlusslichts Dacia Logan
  • Die Hauptmängel konzentrierten sich auf folgende Bereiche
    • Beleuchtung
    • Bremsen
    • Achsen
  • Die Aussage, Elektroautos benötigten weniger Service und Instandhaltung, gilt vor allem für den Powertrain, in dem weniger Flüssigkeiten gewechselt oder bewegliche Teile ersetzt werden müssen
  • Die Beispiele VW e-Golf und Renault Zoe zeigen, dass Elektroautos mit Servicecenter-Netzwerk bessere Ergebnisse erzielen können
    • e-Golf belegte in der Kategorie der 3 Jahre alten Fahrzeuge Rang 4
    • Zoe lag auf Platz 49 im Mittelfeld

Stagnierender Neuwagenmarkt und die Bedeutung älterer Fahrzeuge

  • Fahrer sehen sich mit Unsicherheit durch Inflation, hohe Zinsen und regionale Diesel-Fahrverbote konfrontiert
  • Viele nutzen ihre bisherigen Fahrzeuge weiter, statt ein neues Auto zu kaufen, wodurch die Marktflaute anhält
  • Das Durchschnittsalter der Fahrzeuge auf deutschen Straßen hat mit 10 Jahren einen Höchststand erreicht
  • Der Wartungszustand älterer Fahrzeuge wird damit zu einem wichtigeren Faktor für die Verkehrssicherheit
  • Im Zusammenhang mit langfristiger Nutzung wurden folgende Modelle genannt
    • Honda Jazz: 8,4 % im 7. Jahr, 22,9 % im 13. Jahr, durchschnittlich 117.000 km im 13. Jahr
    • Audi A6/A7: 11,5 % im 7. Jahr, durchschnittlich 131.000 km
    • Mercedes C-Klasse: 15,5 % im 9. Jahr, durchschnittlich 124.000 km
    • Audi A4/A5: 19,8 % im 11. Jahr, durchschnittlich 168.000 km
    • Audi A4/A5: rund 200.000 km im 13. Jahr, Quote erheblicher Mängel 22,5 %, Rang 5

Hintere Plätze und Klassensieger

  • Im unteren Feld verdrängte das Tesla Model 3 den Dacia Logan und belegte den letzten Platz
    • Tesla Model 3: 14,7 %
    • Dacia Logan: 11,4 %
    • Seat Alhambra: 10,3 %
  • Der Citroen Berlingo verbesserte sich deutlich von 11,2 % im vorherigen Bericht auf 7,4 % in diesem Jahr
  • Die Erstplatzierten nach Fahrzeugklasse sind wie folgt
    • Mini: Opel Karl 3,6 %
    • Kleinwagen: Peugeot 208 4,0 %
    • Ranking zu kleinen Elektroautos: VW e-Golf vor Mercedes A-Klasse mit 2,6 %
    • Mittelklasse: Mercedes C-Klasse 3,9 %
    • Van: VW Golf Sportsvan 2,4 %
    • SUV: Audi Q2

Regionale Mängelquoten und Umfang des Berichts

  • TÜV SÜD führte außerdem eine regionale Analyse für Bavaria, Baden-Wuerttemberg, Saxony und Hamburg durch
  • Die regionalen Mängelquoten über alle Fahrzeugalter hinweg lauten wie folgt
    • Saxony: 16,0 %
    • Bavaria: 17,7 %
    • Baden-Wuerttemberg: 19,4 %
    • Hamburg: 26,3 %
  • In Hamburg war der Anteil der Fahrzeuge mit Nachprüfung wegen erheblicher Mängel im Zuständigkeitsbereich von TÜV HANSE am höchsten
  • Der TÜV-Report wird jährlich vom TÜV-Verband veröffentlicht und dient Fahrern sowie Gebrauchtwagenhändlern als unabhängige Referenz
  • Die Ausgabe 2024 umfasst die Ergebnisse regelmäßiger technischer Prüfungen aller deutschen TÜV-Unternehmen von Juli 2022 bis Juni 2023
  • Als größter PTI-Anbieter trug TÜV SÜD mehr als 4,5 Millionen Ergebnisse zur Datenbasis bei
  • Fakten und Zahlen zum TÜV-Report 2024 sind unter www.tuvsud.com/tuev-report und www.tuev-verband.de/en verfügbar

1 Kommentare

 
GN⁺ 2023-12-26
Meinungen auf Hacker News
  • Ist das wirklich überraschend? Es gibt eine physische Realität, und ein Unternehmen kann nicht plötzlich 100 Jahre Erfahrung der Autoindustrie nur mit Silicon-Valley-Zauberstaub und staatlichen Subventionen neu erfinden.
    Wie viele Startups entdeckt auch Tesla gerade wieder neu, was nötig ist, um Autos zu bauen, und was etablierte Hersteller bereits herausgefunden haben. Einen neuen Antriebsstrang einzubauen reicht nicht.

    • Es ist seltsam, dass Tesla immer noch als Startup eingeordnet wird. Das Unternehmen ist 20 Jahre alt, hat über 100.000 Beschäftigte und ist mit 800 Milliarden Dollar bewertet.
    • Tesla verkörpert die Silicon-Valley-Denkweise sehr gut und macht sie sogar in sichtbarer Form erfahrbar.
      Schnell vorankommen und Dinge kaputtmachen.
    • Als Gegenargument: Die neuen Elektroautos von BYD wirken ziemlich gut gebaut. In diesem Marktsegment scheinen sie auf dem Niveau europäischer und asiatischer Marken angekommen zu sein.
      In Bereichen wie Effizienz des Antriebsstrangs, Software und fortgeschrittenen Fahrerassistenzsystemen liegen sie noch etwas zurück, aber die Aussage, dass ein neues Unternehmen keine guten Autos bauen könne, stimmt einfach nicht.
    • Auch zwei neue Verbrenner, die ich kürzlich gekauft habe, hatten ständig abstürzende Infotainment-Systeme, lockere Spaltmaße und Innenräume, die so klapperten, dass man aggressiv wurde.
      In dieser Hinsicht sehe ich Tesla auf Augenhöhe im Wettbewerb.
    • Mein 2016 Model S hat weniger Wartung gekostet als alle Autos, die ich bisher gefahren bin oder derzeit besitze. Die Ausnahme ist nur ein RAV-4 mit viel geringerer Laufleistung; 90.000 Meilen gegenüber 30.000 Meilen, daher ist der Vergleich schwierig.
      Wegen diverser Handlungen von Elon werde ich wohl keinen Tesla mehr kaufen, was schade ist, aber die bisherige Erfahrung als Besitzer war sehr gut.
  • Ich bin Besitzer eines Tesla Model 3, und es gibt zu viele Gründe, warum ich nie wieder einen Tesla kaufen werde. Fast alles läuft auf billige Teile und schlechte Verarbeitungsqualität hinaus.
    Die Software ist genauso ein komplettes Chaos.

    • Ich besitze keinen Tesla, habe aber einschlägige Erfahrung. Ich habe in der Schweiz ein Model 3 gemietet; fahren konnte man es, aber der Innenraum fühlte sich billig an, als würde man ein Spielzeugauto fahren.
      Viel Plastik, und auf holprigen Straßen knarzte es überall durch Reibung. Die Beschleunigung war auch zu empfindlich, was das Handling auf engen Straßen schwierig machte.
    • Es überrascht mich, dass du die Software als Chaos empfunden hast. Das galt doch als eine der Stärken von Tesla.
      Die Software eines Model S, das ich früher auf einer Reise gemietet hatte, war ziemlich ordentlich. Vielleicht waren die Probleme aber auch nicht auf den ersten Blick sichtbar.
    • Es wäre gut, wenn du diese Liste etwas genauer erläutern könntest. Ich fahre seit zweieinhalb Jahren ein Model 3, und bisher ist es die beste Fahrerfahrung, die ich je hatte.
    • Interessant. Ich bin einige Jahre lang ein neues Model 3 als Firmenwagen gefahren und hatte keinerlei Probleme; die Besitzerfahrung war auch recht angenehm.
      Die unnötige UI-Neugestaltung vor etwa 18 Monaten, die die Bedienbarkeit verschlechtert hat, war ärgerlich, aber insgesamt war die Software stabil, reaktionsschnell und brauchbar – deutlich besser als bei anderen Automarken, die ich erlebt habe. Ich überlege, ob ich künftig wieder einen Tesla kaufe; wenn ich eine ähnliche Erfahrung wie mit dem letzten Wagen garantiert bekäme, würde ich es sicher tun. Allerdings bin ich auch vorsichtig, weil ich im Fall eines Defekts in Teslas teurem, unzuverlässigem und wenig kundenfreundlichem Service gefangen sein könnte, über den es viele Gerüchte gibt.
    • Ich habe ebenfalls ein Model 3, empfinde das aber nicht so. Das einzige Problem war ein defekter Türsensor; jemand kam bis zu mir nach Hause und hat ihn in weniger als fünf Minuten kostenlos ausgetauscht.
      Insgesamt war es keine schlechte Erfahrung. Mein früherer Nissan ging während der Fahrt mitten auf der Straße aus, inklusive Servolenkung; an die genaue Ursache erinnere ich mich nicht, aber es war ein motorbezogenes Problem. Beim BMW war die Zylinderkopfdichtung hinüber, und der Subaru wurde wegen eines Getriebefehlers zurückgerufen. Solche Defekte sind bei einem rein elektrischen Antriebsstrang von vornherein unmöglich.
  • Das ist kein direkter Indikator für Ausfallrate oder Qualität. Es geht um bei der regelmäßigen Prüfung festgestellte Mängel.
    Normalerweise bedeutet das, dass Mängel gesucht werden, die seit dem letzten Wartungsintervall entstanden sind. Wenn die Wartungsintervalle wie bei Tesla lang sind oder gar nicht existieren, werden zwangsläufig mehr Mängel gefunden. Außerdem muss ein Mangel nicht zwingend ein frühzeitiger Teileausfall sein; es kann auch bedeuten, dass die Scheibenwischer ersetzt oder die Scheinwerfer neu eingestellt werden müssen.

    • Mich würde interessieren, warum du davon ausgehst, dass Teslas Prüfintervalle länger sind. Die in diesem Artikel behandelten Intervalle der deutschen Hauptuntersuchung betragen unabhängig von der Marke 2 Jahre, nur die erste Prüfung findet nach 3 Jahren statt.
      Und etwas wie erforderlicher Scheibenwischerwechsel dürfte vor der Plakettenvergabe wohl nicht als „erheblicher Mangel“ gewertet werden, der eine Wiedervorführung verlangt.
    • Ein wenig seltsam ist es schon. Bei Verbrennern werden weniger Mängel registriert, weil sie häufiger gewartet werden?
      Natürlich sinkt die Zahl der Mängel zum Zeitpunkt dieser Prüfung, wenn häufiger gewartet wird. Das sagt aber noch nichts über die Robustheit des Autos aus.
    • Dass Dacia im unteren Bereich liegt, lässt eine Korrelation mit anderen Faktoren vermuten. Dacia ist konstruktionsbedingt eigentlich recht zuverlässig, weil sie die zuverlässigsten Bauteile von Renault aus Modellen nehmen, die über 10 Jahre alt sind, und sie als neue Modelle neu verpacken.
      Wie gesagt, hier könnte das Fehlen regelmäßiger Wartung die Bewertung stark beeinflusst haben.
    • Dieses Jahr liegt Tesla bei CR im Mittelfeld, war aber 2021 und 2022 unter den fünf unzuverlässigsten Marken, und letzte Woche gab es auch einen Reuters-Artikel dazu.
      Es ist also nicht nur ein Problem dieses einen TÜV-Ergebnisses.
    • Es gibt verschiedene Arten von Mängeln. Ein defekter Sauerstoffsensor bei einem Verbrenner lässt sich in wenigen Minuten leicht diagnostizieren und austauschen.
      Ein ab Werk knarzender Innenraum und schlecht ausgerichtete Türen sind nicht so einfach zu beheben.
  • Tesla-Fahrzeuge sind interessant. Antriebsstrang und Batterie sind sehr zuverlässig, sodass man vermutlich kaum Service brauchen wird.
    Aber der Rest ist miserabel. Die Verarbeitungsqualität, zufällige Defekte und endlose Klappergeräusche nerven. Mein Tesla war länger im Servicecenter als der Toyota meiner Partnerin, und dabei sind beim Toyota sogar die regulären Ölwechsel eingerechnet.

    • Dass ich 2019 statt eines Tesla einen Toyota gewählt habe, macht mich deutlich entspannter.
      Eine Sache, die bei Toyota schwer zu verzeihen ist, ist das Infotainment-System. Es ist eine Katastrophe für die Menschheit. Abgesehen davon ist es aber ein wirklich gutes Auto. Vor diesem Auto mochte ich Autos nie besonders, aber es ist bequem, zuverlässig, günstig im Unterhalt und macht alle Trips wie Camping oder Mountainbiken angenehm. Im Vergleich dazu wäre der Tesla wohl ein Klotz am Bein gewesen. Damals war ich fest vom Gegenteil überzeugt, aber das Ladenetz in den Gegenden, in denen wir unterwegs sind, war nicht ausreichend. Heute bin ich froh, dass es so gekommen ist.
    • Auch die Federung ist Teil des Antriebsstrangs, und hier scheinen Probleme mit der Federung häufig zu sein: https://www.carscoops.com/2023/12/tesla-model-3-ranked-last-...
    • Ich habe über mehrere Jahre über den Kauf eines Tesla nachgedacht, aber solche Geschichten haben mich davon abgehalten. Ich hatte gehofft, dass diese Probleme inzwischen gelöst wären.
      Trotzdem ist es erfreulich, dass andere Autohersteller endlich Wettbewerb in den EV-Markt bringen.
  • Ich hatte bisher vier Teslas und nie ein gravierendes Problem, das nicht sofort behoben wurde. Mein aktuelles Model Y hatte einen Riss im Dach, und das Glas wurde innerhalb weniger Stunden ausgetauscht.
    In den Niederlanden muss jedes Auto alle ein bis zwei Jahre zur Pflichtprüfung. Mir ist aufgefallen, dass die Reifen möglicherweise weniger lange halten als erwartet, aber ich weiß nicht, wie das im Vergleich zu anderen Elektroautos ist. Dinge, die man häufig nutzt, besonders solche, auf die man angewiesen ist, brauchen Wartung. Das gilt für elektrische Zahnbürsten genauso wie für Autos. Zu glauben, Elektroautos bräuchten irgendwie weniger Wartung, ist eine utopische Illusion. Natürlich kann die Montagequalität hier und da verbessert werden, und ich habe in den letzten vier Jahren gesehen, dass Teslas besser geworden sind. Für mich sind OTA-Updates, aktuelle Karten, Apps, ein tatsächlich funktionierendes Ladenetz und Reichweite wichtiger als Karosseriespalten, die auf ein paar Millimeter genau passen.

    • Ich frage mich allerdings, warum man in einem Zeitraum von etwa zehn Jahren gleich vier Teslas kauft.
      Mich interessiert wirklich, warum man ein Elektroauto kauft. Um den Planeten zu retten, ist es jedenfalls sicher nicht.
    • Es sieht so aus, als ob jedes Auto höchstens etwa drei Jahre gefahren wurde.
      In Deutschland muss ein Auto gesetzlich nach drei Jahren erstmals zur Prüfung. Es könnte sein, dass man gar nicht wusste, ob etwas nicht stimmte. Normalerweise lässt man das Auto vor der verpflichtenden Hauptuntersuchung einmal durchsehen, aber Tesla scheint das nicht zu empfehlen, und deshalb fallen Teslas offenbar massenhaft durch die HU.
    • Anekdoten und Daten sind unterschiedliche Dinge. Der TÜV-Süd-Bericht ist Letzteres.
    • Soweit ich weiß, haben rollwiderstandsarme Reifen eine geringere Lebensdauer. Beim Vergleich meines Plug-in-Hybrids mit reinen Elektroautos, die fast immer solche Reifen nutzen, hatte ich tatsächlich denselben Eindruck. Die Stichprobe ist natürlich 1.
      Außerdem gibt es die niederländische APK erst nach den ersten vier Jahren, und Dinge, die gelegentlich ersetzt werden müssen, wie Bremsflüssigkeit, oder Punkte wie Lager­verschleiß, bevor sie die Fahreigenschaften klar beeinflussen, werden dort nicht geprüft. Die APK betrachtet viele Verschleißteile nicht, daher sollte man weiterhin regelmäßige Inspektionen machen. Wartung ist nicht verpflichtend, und problematisch wird es erst, wenn es das Niveau eines APK-Verstoßes erreicht hat; dann hat man aber bereits mehr Schaden angerichtet als nötig.
    • Ich habe ein Model S von 2017, und zwei Freunde haben vor zwei Jahren ein Model 3/Y gekauft; keiner von uns hatte ernste Probleme, abgesehen von gelegentlichem Klappern im Innenraum.
      Es ist klar, dass die Verarbeitung nicht besonders hochwertig ist, aber das Auto und alle Systeme funktionieren bisher problemlos. Der eingereichte Titel spricht von „Mängeln nach Marke“, aber der eigentliche Artikel handelt von bestimmten Modellen, und das Tesla Model 3 hat die schlechteste Bewertung erhalten.
  • Meine Erfahrung als Model-Y-Besitzer: Was gut funktioniert, ist die Softwarequalität auf Best-in-Class-Niveau. Verschiedene Steuerungen wie Licht, Scheibenwischer und elektronische Parkbremse sowie das Infotainment funktionieren ordentlich.
    Die Navigation ist ebenfalls ziemlich gut, und besonders gefällt mir, dass sie bei Bedarf automatisch Ladestopps hinzufügt oder vorschlägt. Die Lenkassistenz, also automatische Spur- und Geschwindigkeitsregelung, ist auch recht praktisch, sodass ich kein Bedürfnis hatte, Autopilot separat auszuprobieren. Was nicht funktioniert, lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Tesla kann man nicht vertrauen. Bei der Batteriereichweite wird mein Model Y mit 330 Meilen bei voller Ladung angegeben; bei den empfohlenen 80 % sollten es etwa 260 Meilen sein, tatsächlich komme ich im Winter aber auf etwa 125 Meilen und im Sommer auf etwa 200 Meilen. Dass der Preis kurz nach dem Kauf um 10.000 bis 15.000 Dollar fiel, tat ebenfalls wirklich weh, und schon allein aus diesem Grund werde ich nie wieder einen Tesla kaufen. Ein Model Y für 70.000 Dollar klappert, und für einen Test auf Klappergeräusche werden 30 Dollar berechnet. Ich habe es nicht selbst erlebt, lese aber häufig von Qualitätsproblemen wie gerissenen Dächern oder abfallenden Rädern.

    • Dass du die Softwarequalität als Stärke nennst, überrascht mich. Ich habe ein Model Y probegefahren, und es fühlte sich so an, als müsste man jede Einstellung per Sprachbefehl ändern.
      Als ich das Glasdach sah, dachte ich, es ließe sich öffnen, und sagte „Open Sunroof“. Darauf antwortete es „Opening Sunroof“, aber es passierte nichts. Beim erneuten Versuch war es genauso, und als ich „Close Sunroof“ sagte, kam „Closing Sunroof“, aber wieder passierte nichts. Erst zurück im Autohaus erfuhr ich, dass es gar kein Schiebedach gibt. Was um alles in der Welt hat die Software da gemacht?
    • Lenkassistenz und TACC sind genau Autopilot.
      Du verwechselst es wahrscheinlich mit Enhanced Autopilot, der Spurwechsel und Ausfahrten nimmt, oder mit FSD für Stadtverkehr. Trotzdem halte ich Autopilot persönlich für das Beste an Teslas Software. EAP liegt irgendwo in der Mitte, und FSD „Beta“ versucht gelegentlich aktiv, Menschen umzubringen. Persönliche Erfahrung. Bei den Punkten zur Batterie stimme ich zu. Wenn ich mein Auto über die Tesla API abfrage, berechnet sie auch jetzt drei verschiedene Reichweiten: die beim Verkauf angegebene Reichweite, die ideale Reichweite und die tatsächliche Reichweite.
    • Du sagst, dass dich der Preisrückgang von 10.000 bis 15.000 Dollar kurz nach dem Kauf so gestört hat, aber ist das nicht bei allen Autos so?
    • Der Preisrückgang, den du erlebt hast, ist ärgerlich, aber dass du 70.000 Dollar bezahlt hast, liegt auch in deiner Verantwortung. Dieser Preis war damals ausdrücklich und buchstäblich angehoben worden, um die Nachfrage zu dämpfen und den Bestellrückstand abzubauen.
      Andere Autohersteller haben zu der Zeit genau dasselbe gemacht, also ist das kein reines Tesla-Problem. Tesla war dabei allerdings vermutlich am extremsten.
  • Ein erheblicher Teil der bei Teslas TÜV-Prüfungen festgestellten Mängel läuft auf Oberflächenrost an den Bremsscheiben hinaus. Tesla nutzt Rekuperation so stark, dass sich Oberflächenrost ansammeln kann.
    In anderen Ländern würde man deswegen wohl nicht durchfallen, aber in Deutschland ist es Teil des Bremssystems, also fällt man durch. Die naheliegende Lösung wäre ein Software-Update, das gelegentlich kräftig bremst. Enttäuschend ist, dass der TÜV die tatsächlich häufigsten Probleme nicht auflistet.

    • Man fällt nicht wegen Oberflächenrost durch. So etwas wird gar nicht geprüft.
      Der Durchfallgrund ist gefährliche Bremskraft-Ungleichverteilung. Das Auto kommt auf einen Rollenprüfstand, der Prüfer tritt auf die Bremse, und die vom Fahrzeug erzeugte Bremskraft wird gemessen. Wenn die Möglichkeit besteht, dass das Auto bei einer starken Bremsung instabil wird, fällt es durch. Wenn es hier durchfällt, ist das ein echtes Problem und nichts, das man mit dem Hinweis auf Oberflächenrost verharmlosen sollte. Tesla betätigt die Bremsen bereits regelmäßig, um Oberflächenrost zu kontrollieren, auch in Situationen, in denen Rekuperation allein ausreichen würde. Auch wenn viel Feuchtigkeit erkannt wird, werden die Bremsen angelegt. Das ist eine Funktion wie: „Um die Bremsreaktion auch bei kaltem und nassem Wetter aufrechtzuerhalten, ist das Model 3 mit einem Abwischen der Bremsscheiben ausgestattet …“. Solche Funktionen sind bei vielen Marken schon seit etwa zehn Jahren üblich.
    • Diese Behauptung verstehe ich nicht. Bremsscheiben setzen sofort Rost an, wenn sie beim Parken nur leichtem Nieselregen ausgesetzt sind.
      Rost auf der Scheibe erzeugt bei den ersten paar Umdrehungen lediglich Widerstand, beschädigt aber nicht das System selbst.
    • Wenn der Prüfer nicht gerade einen außergewöhnlich schlechten Tag hat, fällt man wegen solchem Oberflächenrost allein nicht durch die Prüfung.
      Er kann einen auch bitten, etwa fünf Minuten zu fahren und ein paarmal kräftig zu bremsen. Wenn die Bremsen in sicherem Zustand sind, sollte das ausreichen.
    • Ach so, die Bremsen sind einfach nur verschlissen. Hier gibt es nichts zu sehen.
      Wirklich? Eines der Kernelemente eines Autos, das bei einem Defekt Menschen töten kann, ist verschlissen, und das soll keine große Sache sein? Wie weit muss es denn gehen, damit es ernst ist?
    • Mich würde interessieren, ob es für diese Behauptung eine Quelle gibt. Worauf stützt sich diese Schlussfolgerung?
  • Als Besitzer eines Model Y nervt mich das Fehlen eines Serviceintervalls wirklich. Ich würde Tesla gern dafür bezahlen, mein Auto prüfen zu lassen, damit es sicher und zuverlässig bleibt, aber das geht nicht.

    • All das sollte in der UI empfohlen werden.
      Ein Auto hat ganz offensichtlich Wartungsbedarf. Viele Fahrer von Model X und S haben erst spät festgestellt, dass Reifen, die äußerlich noch gut aussahen, tatsächlich an der inneren, nicht sichtbaren Kante sehr schnell abgefahren waren und eben nicht in Ordnung waren. Das Auto hat Bremsen mit Belägen und Flüssigkeit, außerdem Batteriekühlmittel. Ehrlich gesagt sollte es in der UI eine Wartungsansicht geben. Wenn Reifen, Wischer, Flüssigkeiten usw. gewechselt werden, sollte die UI das erfassen. Mindestens sollte sie so etwas anzeigen wie „letzter Wechsel 10/11/12 @ 23.456 Meilen“ oder „Inspektion am 11/12/13“.
    • Ich frage mich, was einen daran hindert, jedes Jahr oder alle 10.000 Meilen ins Servicecenter zu fahren.
    • Wird der Wartungszeitpunkt nicht sensorbasiert gemeldet? BMW zeigt zwar eine Laufleistung an, aber diese Zahl ist nur eine grobe Schätzung.
      Wenn man die Bremsbeläge wechselt, kann dort 50.000 Meilen stehen, aber der Wert kann nach 40.000 Meilen bei 0 sein oder erst nach 60.000 Meilen. Die Serviceanzeige basiert nicht auf einem Wartungsintervall in Meilen, sondern auf Sensoren an den Bremsbelägen.
    • Haben sie den Serviceplan abgeschafft? Mein Model S hatte einen Vierjahres-Serviceplan, und vierteljährlich wurden Kühlmittel, Filter usw. gewechselt.
    • Man kann zu einer Drittanbieter-Werkstatt gehen. Bei der verpflichtenden staatlichen Prüfung würden Sicherheitsprobleme ebenfalls auffallen.
  • Tesla ist eher „schnell bewegen, und weil es keine Servicecenter gibt, wird Kaputtes nicht repariert“.
    Eine kaputte Aufhängung lässt sich meines Erachtens nicht per OTA-Update reparieren.

  • Ich frage mich, wie das in Deutschland läuft.
    Im Nachbarland bringt man das Auto zum Servicecenter und lässt einfache Wartung und die offizielle jährliche Prüfung zusammen erledigen. Dann werden Bremsbeläge oder andere Probleme vorher behoben, sodass man bei der offiziellen Prüfung nicht durchfällt. Gibt es so etwas bei Tesla nicht? Muss der Fahrer selbst beurteilen, wann was ersetzt werden muss? Sind die Sensoren so gut?

    • Es funktioniert nicht richtig. Das Tesla Model 3 ist in seiner Altersklasse das Modell, das am häufigsten durch die Prüfung fällt.
      Das Model Y ist noch nicht lange und zahlreich genug auf deutschen Straßen unterwegs, aber es wird erwartet, dass es das Model 3 übertrifft. Das Model 3 fällt unter anderem wegen rostiger Bremsen und defekter Aufhängung durch.
      https://www.carscoops.com/2023/12/tesla-model-3-ranked-last-...
    • Ich habe keine konkreten Erfahrungen mit Tesla, aber normalerweise haben Hersteller empfohlene Inspektionen nach einer bestimmten Laufleistung oder Zeit.
      Manche Leute halten sich daran und lassen das Auto zu diesem Zeitpunkt prüfen, andere nicht. Laut diesem Artikel hat Tesla aber kein solches System. Und für alle Autos gibt es den TÜV, der üblicherweise alle zwei Jahre verpflichtend ist. Es scheint also dem von dir genannten Land ziemlich ähnlich zu sein, nur mit anderen Prüfintervallen.
    • Teslas sind oft schon ab Werk außerhalb der zulässigen Toleranzen.
      Besonders die Scheinwerfer sind ein großes Problem: Selbst bei Neuwagen kommt es vor, dass sie nicht gemäß TÜV- oder niederländischen APK-Vorschriften eingestellt sind.
    • War „kein Service“ nicht einer der Punkte, mit denen Tesla-Besitzer geworben haben?