- Innerhalb von weniger als einer Woche gab es bei PlayStation zwei Fälle gesperrten Zugriffs, die zeigten, dass selbst gekaufte digitale Inhalte durch Unternehmensentscheidungen oder Konto-Probleme verschwinden können
- Discovery-Inhalte werden wegen der Vertragsbedingungen der Lizenz ab dem 31. Dezember 2023 aus den Bibliotheken der Käufer entfernt, und Käufer können die betreffenden Programme dann nicht mehr ansehen
- Durch eine unangekündigte Sperrung von PlayStation-Network-Konten verloren einige Nutzer nicht nur den Zugriff auf Multiplayer und Cloud-Streaming, sondern auch auf digital gekaufte Spiele
- Sony scheint den Zugang zu irrtümlich gesperrten Konten wiederhergestellt zu haben, hat aber weder die Ursache des Vorfalls noch Maßnahmen gegen künftige unerwartete Sperrungen offengelegt
- Digitale Käufe sind bequem, doch der tatsächliche Zugriff ist daran gebunden, dass der Plattformbetreiber Storefront, Inhalte und Kontosystem dauerhaft weiterbetreibt
Die Verwundbarkeit digitaler Käufe, sichtbar bei PlayStation
- Sony hat innerhalb kurzer Zeit zwei Vorfälle rund um PlayStation erlebt, die die Instabilität digitaler „Eigentumsrechte“ erneut offengelegt haben
- Beide Fälle zeigen, dass der Zugriff auf Inhalte, die Nutzer mit Geld gesichert zu haben glaubten, durch Plattformrichtlinien oder Bedingungen zwischen Unternehmen eingeschränkt werden kann
Entfernung von Discovery-Inhalten
- Sony kündigte an, dass Nutzer von ihnen gekaufte Discovery-Inhalte wegen der Vertragsbedingungen der Inhaltslizenzen nicht länger ansehen können
- Die betreffenden Inhalte sollen ab dem 31. Dezember 2023 aus den Nutzerbibliotheken entfernt werden
- Die Liste der verschwindenden Programme ist sehr lang; entscheidend ist nicht der übliche Fall, dass Inhalte aus Streaming-Diensten verschwinden, sondern dass Nutzer den Zugriff auf für On-Demand-Wiedergabe gekaufte Inhalte verlieren
Sperrung von PlayStation-Network-Konten
- Am Montag wurden viele Nutzer ohne Vorwarnung aus PlayStation Network accounts ausgesperrt
- Die Kontosperrung verhinderte die Nutzung von Multiplayer-Spielen und Cloud-Streaming und kappte auch den Zugriff auf digital gekaufte Spiele aus Sonys PlayStation-Marktplatz
- Selbst Nutzer, die über Jahre eine digitale Bibliothek aufgebaut hatten, konnten ohne eigenes Verschulden nicht mehr auf ihre gekauften Inhalte zugreifen
- Sony scheint den Kontozugang für irrtümlich gesperrte Personen wiederhergestellt zu haben, nannte aber weder die Ursache noch Maßnahmen zur Verhinderung einer Wiederholung
- Sony reagierte nicht auf mehrere Anfragen um Stellungnahme
Die strukturellen Bedingungen digitaler „Eigentumsrechte“
- Die Vergänglichkeit digitaler Inhalte ist kein neues Problem
- Digitale Inhalte zum Herunterladen und Abrufen können einfacher sein als der Kauf einer physischen Kopie im Laden
- Damit der Zugriff aber weiter funktioniert, müssen Nutzer darauf vertrauen, dass der Plattformbetreiber Folgendes aufrechterhält
- die digitale Storefront
- die Inhalte der Storefront
- das Kontosystem
Beispiele anderer Plattformen
- Die Schließung des Wii-U- und 3DS-eShop von Nintendo zeigte, dass Unternehmen bestimmen können, bis wann Nutzer digitale Inhalte kaufen können
- Der PlayStation-Fall zeigt erneut, dass digitale Käufe nicht dasselbe wie tatsächlicher Besitz sein müssen und dass die Zugänglichkeit von Konten, Lizenzen und den Bedingungen des Store-Betriebs abhängen kann
1 Kommentare
Meinungen auf Hacker News
https://news.ycombinator.com/item?id=38538162
https://news.ycombinator.com/item?id=38492747
Das eigentliche Problem liegt in der irreführenden Werbung, die suggeriert, man kaufe eine Kopie von etwas oder sogar ein Lizenzrecht, es ansehen zu dürfen
Tatsächlich kauft man lediglich ein Lizenzrecht, es auf dieser Plattform anzusehen, solange das Unternehmen es erlaubt