2 Punkte von GN⁺ 2026-03-30 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Forderung an die Regierungen der europäischen Länder und die EU, neue Verträge mit Palantir zu stoppen und bestehende Verträge schrittweise zu beenden, verbunden mit dem Aufruf zu Investitionen in transparente und verantwortliche technologische Alternativen innerhalb Europas
  • Es wird darauf hingewiesen, dass Palantir Zugang zu öffentlichen Systemen und Daten hat und in der Vergangenheit mit Unterstützung des Völkermords im Gazastreifen, der Familientrennung durch ICE und der Unterstützung eines Kriegs gegen den Iran in Verbindung gebracht wurde
  • In Großbritannien, Deutschland und Frankreich wird Palantir in sensiblen Bereichen wie polizeilichen Ermittlungen und dem Management von Gesundheitsdaten eingesetzt
  • Diese Ausweitung berge das Risiko verstärkter Massenüberwachung und der Unterstützung von Kriegen und werfe die Frage auf, dass öffentliche Daten von US-Überwachungstechnologieunternehmen abhängig werden
  • Durch eine Bürgerpetition soll auf einen Stopp der Palantir-Verträge und mehr Transparenz in öffentlichen Systemen hingewirkt werden

Petition für das Ende von Palantir-Verträgen in Europa

  • Forderung an die Regierungen der europäischen Länder und die EU, neue Verträge mit Palantir zu stoppen und bestehende Verträge schrittweise zu beenden
    • Zugleich wird zu mehr Investitionen in transparente europäische Alternativtechnologien mit öffentlicher Rechenschaftspflicht aufgerufen
    • Von der EU wird verlangt, den Einsatz von Palantir in Europa dringend zu untersuchen und bis zur vollständigen Transparenz bei Verträgen und Datennutzung sowie bis zur Gewährleistung demokratischer Kontrolle keine neuen Verträge abzuschließen
  • Es werden Bedenken hinsichtlich des Zugangs von Palantir zu öffentlichen Systemen und Daten geäußert
    • Das Unternehmen wird in Zusammenhang gebracht mit Unterstützung des Völkermords im Gazastreifen, der Familientrennung durch ICE und der Unterstützung des Iran-Kriegs der Trump-Regierung
    • Als Beispiel wird eine Aussage von CEO Alex Karp zitiert, wonach die Rolle von Palantir darin bestehe, „den Feind zu verängstigen und ihn manchmal zu töten“
  • Regierungen in Europa schließen stillschweigend Verträge mit Palantir, die aus Steuergeldern bezahlt werden
    • In Großbritannien, Deutschland und Frankreich wird Palantir in sensiblen öffentlichen Systemen wie polizeilichen Ermittlungen und dem Management von Gesundheitsdaten eingesetzt
    • Die deutsche Polizei nutzt Palantir zur Verfolgung von Verdächtigen, Großbritannien zum Management umfangreicher Gesundheitsdaten
  • Der Einfluss von Palantir breitet sich schnell aus und geschieht weitgehend außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung

    • Es wird gewarnt, dass diese Ausweitung zu stärkerer Massenüberwachung und zur Unterstützung von Kriegen führen könnte
    • Es wird die Problematik aufgeworfen, dass Europa seine öffentlichen Daten und seine Sicherheit von US-Überwachungstechnologieunternehmen abhängig macht
  • Forderung nach Transparenz und Vertragsstopp durch Bürgerbeteiligung

    • Um die Expansion von Palantir zu stoppen, sei Druck durch eine Bürgerpetition nötig
    • Es wird betont, dass man durch die Teilnahme an der Petition Europas öffentliche Systeme vor Überwachungstechnologieunternehmen schützen könne

Referenzquellen und Zitatlinks

  • Berichte über Menschenrechtsverletzungen und Kriegsbezug von Palantir: Washington Post, Amnesty USA, The Guardian
  • Vorwürfe im Zusammenhang mit Datenschutzverletzungen: Privacy International, Privacy Web
  • Zur Ausbreitung in Europa: Euractiv

1 Kommentare

 
GN⁺ 2026-03-30
Hacker-News-Meinungen
  • Europa, besonders die Niederlande, nutzt Palantir bereits in großem Umfang
    Wenn es vom Flughafen Amsterdam über die niederländische Polizei bis hin zum Militär eingesetzt wird, wäre „Palantir rauswerfen“ wohl die treffendere Formulierung

    • Im zweiten Punkt steht es bereits ausdrücklich — „bestehende Verträge mit dem Unternehmen prüfen und schrittweise beenden“
    • Ich lebe in den Niederlanden und wusste das nicht … klingt nach einer ziemlich düsteren Geschichte
    • Der Flughafen Amsterdam nutzt das? Ich würde gern eine Quelle dafür sehen
  • Auch in den USA sollte man sich gegen Palantir stellen
    Es wird als Unternehmen eines Gründers dargestellt, der Startups unterrichtet, beschädigt aber stattdessen das Image von Startups

    • Aber was genau ist heutzutage überhaupt ein Startup? Palantir ist ein 23 Jahre altes börsennotiertes Unternehmen mit über 4000 Mitarbeitenden. Kann man das noch ein Startup nennen?
  • Das Vereinigte Königreich hat entschieden, den Vertrag mit Palantir bei der Verlängerung zu beenden. Es wirkt, als würden nun endlich ernsthafte Maßnahmen beginnen

    • Gibt es dafür denn eine offizielle Grundlage? Minister haben zwar gesagt, dass sie es prüfen wollen, aber soweit ich weiß, entscheiden die einzelnen Ressorts letztlich selbst
    • Zuvor hatte man bereits während der Pandemie ein großes Bündel von Patientendaten des NHS an Palantir übergeben. Diese Daten lagen nicht einmal auf NHS-Servern oder -Infrastruktur
  • Ich habe sofort unterschrieben. Ich migriere bereits die meisten Kunden von US-basierten Diensten weg
    Azure und Jira kleben noch etwas fest, aber die werden am Ende auch verschwinden

    • Ehemalige Kolleg:innen von mir gründen gerade ebenfalls ein Startup und schließen US-Dienste von Anfang an aus; sie nutzen nur Open Source und EU-basierte Lösungen. Gerade KMU dürften diesem Trend folgen
    • Gute Nachricht: Atlassian ist technisch gesehen ein australisches Unternehmen
    • Falls du eine Jira-Alternative suchst, könnte OpenProject aus Berlin gut passen. Es unterstützt sowohl On-Premises als auch Cloud und bietet auch ein Jira-Migrationstool
    • Jira war ursprünglich ein australisches Unternehmen
  • Alex Karp selbst hat Europa dazu ermutigt, eigene Lösungen zu bauen
    Entscheidend sind am Ende Datenintegration und der Aufbau von Workflows; unabhängig vom verwendeten Interface ist das eine schwierige Aufgabe

  • Europa kann mit Regulierung praktisch alles blockieren. Palantir ist keine Ausnahme

    • Realistisch gesehen ist das aber unmöglich. Schon Anfang der 2000er wollte man die Abhängigkeit von Microsoft verringern und ist damit komplett gescheitert. Europa ist kein echter Bund, sondern eher ein loser Zusammenschluss von Staaten, wodurch US-Unternehmen leicht eindringen können. Sobald einzelne Behörden behaupten, es gebe „keine Alternative“, ist die Sache erledigt
    • Trotzdem mag ich Europas Regulierungsmacht. Besonders gegen US-Big-Tech ist sie eine sehr nützliche Waffe
  • Wenn rumänische Politiker diese Kampagne angeführt hätten, hätte sie vermutlich „Lasst uns dafür stimmen, Palantir nicht nach Europa kommen zu lassen“ geheißen
    (siehe: 2012 Romanian presidential impeachment referendum)

  • Ich frage mich, welche Alternativprojekte Europa vorantreiben könnte. Vielleicht so etwas wie Siren oder Argon? In jedem Fall könnte das eine Chance für Jobschaffung und digitale Souveränität sein

    • Aber Technologie wie die von Palantir ist ihrem Wesen nach gefährlich. Solche Systeme konzentrieren Kontrolle in einem Maß, das der Demokratie schaden kann. Ich denke, Europa sollte solche Technologien gesetzlich komplett verbieten
    • Selbst wenn es keine Alternative gäbe, könnte genau das ein Sieg sein
    • Es gibt auch Alternativlösungen wie d.AP, itemis, datawalk oder helsing. Je nach Zweck kann man auswählen
  • Warum? Manche meinen, Palantir sei doch ein Unternehmen, das Gutes tut

  • Eine Petition allein wird nicht viel verändern, kann aber ein Ausgangspunkt für Druck sein. Außerdem lässt sich das kaum nur als europäisches Thema sehen, weil globale Konzerne darin verstrickt sind

    • Zum Glück wächst der Druck bereits. Inzwischen sind nicht nur Petitionen im Spiel, sondern auch juristische Organisationen werden aktiv. Vor allem im Vereinigten Königreich ist das deutlich zu sehen, und es gibt Anzeichen, dass es sich in ganz Europa ausbreitet. Auch die politische Lage in den USA befeuert diese Entwicklung