1 Punkte von GN⁺ 2026-03-05 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Crowdsourcing-basierter Kartendienst, der die Standorte von Kennzeichenerkennungssystemen (LPR) anzeigt, sodass Nutzer Installationsorte in ihrer Umgebung prüfen können
  • Wurde auf Basis von OpenStreetMap-Community-Daten aufgebaut, und jeder kann neue Standortinformationen hinzufügen
  • Die Karte ist noch nicht vollständig und wird laufend aktualisiert
  • Nutzer können fehlende ALPR-Standorte melden oder dazu beitragen, sie zu ergänzen
  • Ein bürgergetragenes Projekt mit dem Ziel, mehr Transparenz bei öffentlicher Überwachungsinfrastruktur zu schaffen

Überblick über DeFlock

  • DeFlock ist eine interaktive Kartenplattform, die die Standorte von Kennzeichenerkennungssystemen (LPR, ALPR) visualisiert
    • Nutzer können LPRs suchen, die in ihrer Region installiert sind
    • Die Karte basiert auf crowdgesourcten Daten der OpenStreetMap-Community
  • Die Website bietet Mitmachfunktionen zum Hinzufügen oder Korrigieren fehlender Standorte
    • Formulierungen wie „Add missing points!“ und „Contribute to the map“ sollen Nutzerbeiträge fördern

Funktionen und Beteiligungsmöglichkeiten

  • Nutzer können sich über Menüs wie Submit Cameras, Hang Signs, Public Records und City Council auf verschiedene Weise beteiligen
    • Dazu gehören das Melden von Kamerastandorten, das Anbringen entsprechender Schilder, Anfragen zu öffentlichen Unterlagen und die Beteiligung an Stadtratsaktivitäten
  • Zusammenarbeit auf lokaler Ebene wird auch über die Discord-Community und Local Groups unterstützt
  • Über das GitHub-Repository sind technische Beiträge oder Verbesserungsvorschläge möglich

Daten- und Technikgrundlage

  • Die Karte wurde auf Basis von Leaflet- und OpenStreetMap-Technologien umgesetzt
  • Die Daten werden per Crowdsourcing gesammelt, sodass fortlaufend neue Standorte hinzukommen
  • Mit dem Hinweis „The map is incomplete!“ macht die Website ausdrücklich auf Unvollständigkeit der Daten und den Bedarf an laufenden Updates aufmerksam

Nutzungsbedingungen und Hinweise

  • Bei der Nutzung der Website muss den Nutzungsbedingungen (Terms of Service) zugestimmt werden
  • Über den Button „Got it“ lässt sich die Zustimmung zu den Bedingungen unkompliziert abschließen

Ziel des Projekts

  • Durch die transparente Offenlegung der Standorte öffentlicher Überwachungsgeräte soll Bürgern geholfen werden, Überwachungsinfrastruktur wahrzunehmen und darauf zu reagieren
  • Das partizipative Modell des Datenaufbaus fördert den informationsbasierten Austausch mit Fokus auf die lokale Gemeinschaft

1 Kommentare

 
GN⁺ 2026-03-05
Hacker-News-Kommentare
  • Diese Karte wirkt ziemlich beängstigend
    Überall in meiner Umgebung sind Kameras installiert; ihnen beim Fahren auszuweichen wäre technisch zwar möglich, praktisch aber fast unmöglich
    Um aus dem Viertel herauszukommen, müsste man Nebenstraßen nehmen, und um zum Einkaufszentrum zu gelangen, durch enge Seitenstraßen fahren
    Solche Daten hätten gar nicht erst gesammelt werden dürfen, und dass sie zu einem landesweiten Netzwerk zusammengeführt werden, auf das die Polizei nach Belieben zugreifen kann, ist erst recht problematisch

    • Wenn man OSM-Daten herunterlädt, Straßen und Überwachungspunkte extrahiert, mit gpd overlay how=difference die Differenz bildet und das Ergebnis dann in OsmAnd importiert, könnte man eine Navigation bauen, die ALPRs (automatische Kennzeichenerkennung) umgeht
      Siehe dazu Big-B-Router
      In den OSM-Daten fehlen viele ALPRs, daher sollte man sie laufend aktualisieren
    • Praktisch jedes Polizeifahrzeug hat wohl einen Kennzeichenleser an Bord
    • Die Vorstellung „technisch kann man ihnen ausweichen“ ist interessant
    • In meiner Gegend stehen Kameras nur rund um County-Parks und Gemeindezentren, aber selbst das ist schon gruselig
      Bei Bibliotheken könnte es für noch seltsamere Zwecke eingesetzt werden
  • Eine Möglichkeit, Kameras wieder abbauen zu lassen, ist, konsequent Anfragen auf Herausgabe öffentlicher Daten zu stellen
    Es gibt dazu einen Artikel der Seattle Times, in dem Städte nach einem Urteil, das die Daten als öffentlich einstufte, das System erneut überprüften

    • Solche Maßnahmen wirken allerdings nur so lange, bis das Parlament des Bundesstaats das Gesetz unter dem Vorwand einer „Schließung von Schlupflöchern“ ändert
    • Wahrscheinlich werden die Gesetzgeber am Ende ohnehin eine Haftungsfreistellung schaffen
      Auf Bundesebene nimmt der FOIA die Offenlegung von Daten mit Datenschutzrisiken bereits aus
  • Ein benachbartes County hat die Installation neuer Flock-Kameras angekündigt
    Offiziell geht es um Kriminalitätsbekämpfung und öffentliche Sicherheit, einschließlich AMBER- und Silver-Alerts, aber das Missbrauchspotenzial ist offensichtlich
    Historisch gesehen wurden solche Systeme fast immer irgendwann missbraucht
    Das County muss zwar 20 % der Förderung selbst beisteuern, aber aus Verwaltungssicht wirkt das trotzdem wie ein ziemlich attraktiver Deal
    Zugehörige Artikel: KETK News, Beispiel der Stadt Belton

    • Kleine Countys erzielen mit Verkehrskameras enorme Einnahmen
      Die Kriminalitätsbekämpfung ist nur der Vorwand; tatsächlich entscheidet man sich für den Anbieter mit dem höchsten ROI
    • Ich halte es für zu 100 % sicher, dass solche Systeme missbraucht werden
    • AMBER Alerts wirken wie ein Mittel, um mit Entführungsängsten mehr Überwachung zu rechtfertigen
      In Wirklichkeit handelt es sich meist um Sorgerechtsstreitigkeiten
      Die eigentliche Gefahr geht eher von autoritären Personen im nahen Umfeld aus als von Fremden
  • Wenn man fehlende Kameras entdeckt, egal ob von Flock oder nicht, kann man sie über MapComplete Surveillance leicht zu OSM hinzufügen

    • Die UI der App Every Door ist auch ganz gut
      Dort kann man sogar Informationen zur Kamerarichtung eintragen
      Siehe das GitHub-Repository
  • Auf einer Strecke, die ich täglich nehme, steht eine Kamera
    Ich würde gern herausfinden, wer sie installiert hat, um meine Meinung dazu mitzuteilen und entsprechend zu wählen

    • Wahrscheinlich wurde sie vom Rathaus oder der Polizei installiert
      In meiner Kleinstadt stehen auch zwei davon, und ich fahre absichtlich Umwege
  • Gut, dass die Daten veröffentlicht wurden, aber die interaktive Karte funktioniert überhaupt nicht
    Mit dem Trackpad kann man nicht hineinzoomen, und auf schwächeren Geräten friert sie komplett ein
    Webentwickler sollten nicht nur auf High-End-Workstations testen, sondern unbedingt auch unter ressourcenschwachen Bedingungen

  • Ich kenne tatsächlich drei Opfer von Gewaltverbrechen
    Mit Flock wären zwei Fälle zumindest erkannt worden
    Die Opfer waren allesamt Frauen, und die Taten geschahen tagsüber in der Nähe größerer Straßen
    Selbst Menschen mit klarer Anti-Überwachungs-Haltung sollten das aus der Perspektive des Schutzes realer Opfer noch einmal bedenken

    • Es ist falsch, die Schäden dieser Technologie als „hypothetisch“ abzutun
      Es gibt bereits Fälle, in denen die Polizei Flock nutzte, um Dating-Partner zu stalken, oder in denen ICE die Daten zur Verfolgung einsetzte
      Zugehörige Links: Western Goals Foundation, Fall Menasha, Nutzung der Daten durch ICE
    • Auf Verbrechen kann man nur im Nachhinein reagieren
      Vorab-Bestrafung unter dem Vorwand der Prävention ist dystopisches Denken
      Echte Prävention entsteht durch soziale Stabilität, Wohlfahrt, Suchtbehandlung und die Stärkung des sozialen Zusammenhalts
    • Letztlich klingt dein Argument wie Privatsphäre aufgeben und dafür die Entdeckungswahrscheinlichkeit erhöhen
      Aber es gibt auch reale Schadensfälle durch Flock
      Fall des Missbrauchs durch die Polizei in Menasha, Fall im Kenosha County
    • Mein Auto wurde in einem Gebiet mit Flock-Kameras gestohlen, und es hat überhaupt nicht geholfen
  • Ein Projekt, das Standortdaten von Kameras mit Kartenrouten kombiniert, um eine Funktion für Routen zur Vermeidung von Überwachungskameras zu bauen, wäre interessant

    • In den USA sollte man Gebiete rund um Home Depot oder Lowe’s besser meiden
      Dort gibt es oft viele Kameras, und sie könnten auch bei ICE-Razzien genutzt werden
      Zur Diebstahlprävention tragen sie meiner Meinung nach kaum bei
  • Die Flock-Kameras in meiner Stadt entsprechen größtenteils dem Standard-Setup bei Home Depot
    Früher gab es dort viel Ladendiebstahl, jetzt ist der Zustand der Waren besser

    • Der Preis dafür ist ein landesweiter Verlust an Privatsphäre
    • Ich frage mich, wie genau Home-Depot-Kameras mit ICE zusammenhängen
    • Ich frage mich, ob es vor Flock dort nicht schon CCTV oder Loss-Prevention-Systeme gab
  • Vor ein paar Monaten wurde eine Kamera hinzugefügt, und am selben Ort tauchten zwei weitere mit anderer Ausrichtung auf
    Ich weiß nicht, ob dort tatsächlich so viele installiert wurden

    • Man kann das direkt in OSM bereinigen
      Man sollte den Ort aber zuerst prüfen und dann korrigieren
    • An Kreuzungen stehen teils vier oder mehr Kameras