Volkswagen führt wieder physische Tasten ein
(caranddriver.com)- Volkswagen hat mit dem neuen ID. Polo ein Innenraumkonzept mit Fokus auf physischen Tasten vorgestellt und damit die bisherige Touch-Bedienung deutlich überarbeitet
- Das neue Bedienkonzept platziert zahlreiche Tasten und Schalter am Lenkrad und Armaturenbrett und ersetzt damit die bisherigen kapazitiven Touch-Tasten
- Einige Funktionen werden weiterhin über den Touchscreen gesteuert, doch die wichtigsten Bedienelemente kehren zu physischen Tasten zurück
- Diese Veränderung hat bereits bei den neuesten Modellen von Golf und Tiguan begonnen und könnte künftig auf die Elektroauto-Palette wie den ID.4 SUV ausgeweitet werden
- Das zeigt, dass Volkswagen von einer auf digitale Interfaces ausgerichteten Strategie zu benutzerfreundlicherer physischer Bedienung zurückkehrt
Veränderungen im Innenraum bei Volkswagen
- Volkswagen hat das neue Cockpit-Design des ID. Polo vorgestellt und führt dabei in großem Umfang physische Schalter und Tasten anstelle der kapazitiven Tasten früherer Modelle ein
- Das Design gilt als wichtiger Wendepunkt in Volkswagens bisheriger Innenraumphilosophie
- Derzeit wird es nur im ID. Polo eingesetzt, könnte aber auch im kommenden überarbeiteten ID.4-Modell erscheinen
- Der ID. Polo ist ein in Europa erhältlicher kompakter elektrischer Hatchback und wird in den USA nicht verkauft
Aufbau der physischen Tasten
- Am Lenkrad wurde ein neuer Tastenblock für Tempomat- und Musiksteuerung ergänzt
- Im Armaturenbrett sind physische Schalter für Temperatur- und Lüfterregelung in einer Reihe angeordnet
- Einige Funktionen (z. B. Heckscheibenentfroster, Sitzheizung) werden weiterhin über den Touchscreen bedient, behalten dort aber einen eigenen Bereich am unteren Bildschirmrand
Hintergrund der Änderung und Einsatzbereich
- Volkswagen hatte eine Zeit lang haptische und digitale Tasten aktiv eingeführt, vollzieht nun jedoch eine 180-Grad-Wende
- Auch bei den neuesten Modellen von Golf und Tiguan hat die Rückkehr physischer Tasten bereits begonnen
- Der neue Innenraum könnte auf die Elektroauto-Palette beschränkt bleiben; auf dem US-Markt könnten ID.4 und ID. Buzz betroffen sein
Ausblick
- Volkswagen hat noch nicht offiziell bekannt gegeben, in welchen Modellen das neue Cockpit eingesetzt wird
- Die Änderung kann als Schritt zur Wiederherstellung der Bedienfreundlichkeit für Fahrer und zur Verbesserung der User Experience interpretiert werden
- Die auf Elektroautos ausgerichtete Innenraumentwicklung sucht derzeit nach einem Gleichgewicht zwischen physischer Bedienung und digitalem Interface
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
Die Anforderung, während der Fahrt einen Touchscreen bedienen zu müssen, ist eine unnötige Ablenkung.
Physische Tasten und Drehregler, die man mit den Fingerspitzen ertasten kann und deren Position sich auch bei wechselnden Apps nicht verändert, müssen zurückkommen.
Ich wünschte, VW würde wieder kleine Autos nach Nordamerika bringen. Ich mochte frühere VWs, aber heute gibt es nur noch große Autos oder Trucks, was schade ist.
Früher musste man die Gangposition nicht mit den Augen prüfen, heute muss man auf ein Licht schauen. Es hätte offensichtlich sein müssen, dass das ergonomisch Verschwendung ist.
Aber die neuen Modelle haben immer noch gitterförmige Touch-Tasten, sodass man den Blick von der Straße nehmen muss.
Ich fahre immer noch einen 12 Jahre alten VW, und das war das letzte Modell mit wirklich „Oldschool“-Tasten.
Schade auch, dass kleine Hardtop-Cabrios wie der VW EOS verschwunden sind.
Rückblicksvideo zum EOS
Deshalb wäre die Formulierung „wieder kleine Autos bringen“ eigentlich der erste echte Versuch.
Die Luftfahrtindustrie betreibt seit Jahrzehnten Forschung zu Cockpit-Design und Sicherheit.
Trotzdem werden für wichtige Steuerungen weiterhin physische Tasten verwendet.
Wenn Touchscreens sicherer wären, wären sie längst eingeführt worden.
Der Grund, warum die Autoindustrie Tasten abschafft, ist Kostensenkung und Optik, nicht Sicherheit.
Zum Beispiel muss man in manchen Fällen Temperatur- und Drucksensoren manuell anpassen, um die Treibstoffeffizienz zu verbessern.
Auch physische Tasten haben noch Entwicklungspotenzial.
Wenn man auf einem großen Touchscreen magnetisch verschiebbare Tasten platziert und jede Taste mit einem kleinen Display versieht,
wäre ein hybrides Interface möglich, bei dem einige Funktionen fest bleiben und andere sich je nach Situation verschieben.
Ich halte diesen Versuch für großartig. Hoffentlich belohnt der Markt ihn.
Als Nächstes sollte man Schaltgetriebe zurückbringen.
Und ich vermisse den Reiz von mechanischem Tacho und Drehzahlmesser. Den Bildschirm kann man behalten, aber ich würde gern wieder Zifferblätter mit beweglichen Zeigern sehen.
Ich bin für die Rückkehr der Tasten, aber die Anzahl der Tasten am Lenkrad ist zu hoch.
Hoffentlich lässt sich auch Tesla von diesem Trend inspirieren und bringt physischen Gangwähler und Blinkerhebel zurück.
Der Gangwähler muss allerdings nicht unbedingt ein Hebel sein. Die meisten EVs schalten im Stand ohnehin automatisch auf P, daher ist das kein großes Problem.
Ein Fall von „das Rad neu erfinden“, der der Sicherheit geschadet hat.
Mein Toyota Wish hat viele Tasten, aber die Bedienung der Klimaanlage ist viel zu kompliziert.
Um die Luftströmung zu ändern, muss man denselben Knopf mehrfach drücken und dabei auf das LCD schauen, und auch das Entfrosten ist langsam.
Fast jede Bedienung erfordert visuelles Feedback über das LCD.
Wenn man etwa „Defrost und Fußraum“ sagt, wird direkt umgeschaltet.
Die Temperatur regle ich mit einem physischen Drehknopf, und auf das LCD schaue ich fast nie.
Solche Funktionen waren schon vor 15 Jahren möglich, also sollte das heute noch leichter umsetzbar sein.
Wenn die Sicht eingeschränkt ist, muss man sofort reagieren können, und dafür auf ein LCD schauen zu müssen, ist gefährlich.
Ich denke, es wäre besser, das wie die Warnblinkanlage in einer Reihe von „Panikknöpfen“ zusammenzufassen.
Heute werden Bildschirme eher als Mittel zur Kostensenkung eingesetzt.
Wenn man physische Bedienelemente wieder einführt, wäre das eine Entscheidung zur Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit.
Viele Hersteller haben Tesla unkritisch nachgeahmt und Tasten abgeschafft.
Tesla hat Tasten ursprünglich im Hinblick auf autonomes Fahren und Remote-Updates reduziert,
aber dass Marken wie VW ohne solche Funktionen das nachmachen, ergibt keinen Sinn.
Das war lange vor dem Aufkommen autonomer Fahrfunktionen, und selbst heute ist vollautonomes Fahren noch in weiter Ferne.