1 Punkte von GN⁺ 2026-01-03 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Der chinesische Elektroautohersteller BYD hat 2025 4,6 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert und damit sein Jahresziel erreicht
  • Das Wachstum setzte sich mit einem Umsatzplus von 7,7 % gegenüber 2024 fort, verlangsamte sich jedoch im Vergleich zum starken Wachstum des Vorjahres deutlich
  • Kürzungen chinesischer Subventionen, verschärfter Wettbewerb durch neue Modelle und Handelsbarrieren erhöhen den Druck für 2026
  • Die Verkäufe außerhalb Chinas stiegen auf 1,05 Millionen Fahrzeuge, wodurch das Ausland zum zentralen Wachstumstreiber wurde
  • Laut Analystenschätzungen könnte das Wachstum 2026 auf 5,3 Millionen Fahrzeuge steigen; am Markt wird BYD im Vergleich zur Konkurrenz weiterhin eine relativ hohe Widerstandsfähigkeit zugesprochen

Verkaufsergebnis 2025 und Zielerreichung

  • BYD hat 2025 insgesamt 4,6 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert und damit sein Jahresverkaufsziel erfüllt
  • Das Absatzwachstum gegenüber dem Vorjahr lag bei 7,7 % und setzte damit den Abschwächungstrend seit 2024 fort
  • Da das Jahresziel selbst bereits nach unten korrigiert worden war, ist die Signalwirkung des Erfolgs begrenzt

Verschlechterung des Marktumfelds für Elektroautos in China

  • Die chinesische Regierung hat damit begonnen, einige Subventionen für den Kauf von Elektroautos zurückzufahren
  • Durch die Einführung zahlreicher neuer Modelle ist die Wettbewerbsintensität in China stark gestiegen
  • Im Zuge der Expansion ins Ausland wirken Handelsbarrieren als zusätzliche Belastung

Veränderung der Wettbewerbslage

  • In China ziehen Geely Automobile Holdings Ltd. und Xiaomi Corp. mit neuen Modellen und schneller technologischer Innovation die Aufmerksamkeit der Käufer auf sich
  • BYDs technologischer Vorsprung aus den vergangenen Jahren hat nachgelassen, was sich auf die Verkäufe in China auswirkt
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Technologische Wettbewerbsfähigkeit und interne Einschätzung

  • CEO Wang Chuanfu sagte Anfang Dezember bei einem Investorentreffen, dass der über Jahre aufgebaute technologische Vorsprung geschrumpft sei und sich auf die Verkäufe in China auswirke
  • Zugleich äußerte er auf Basis einer 120.000 Personen starken Ingenieursorganisation Zuversicht hinsichtlich neuer technologischer Durchbrüche

Ausbau der Auslandsmärkte

  • 2025 erreichten die Verkäufe außerhalb Chinas 1,05 Millionen Fahrzeuge und zeigten damit ein deutliches Wachstum
  • Für 2026 wurde ein Auslandsabsatzziel von 1,5 bis 1,6 Millionen Fahrzeugen gesetzt
  • Die Auslandsmärkte etablieren sich damit als zentraler Wachstumsmotor der kommenden Jahre

Druck auf die Profitabilität und regulatorisches Umfeld

  • Der Druck nimmt zu, da der Quartalsgewinn in Folge deutlich zurückgeht
  • Während die chinesischen Behörden den Elektroautomarkt neu ordnen wollen, rückt auch das Vorgehen gegen aggressive Rabatte, die den Absatz gestützt haben, in den Fokus
  • Die Möglichkeit einer beschleunigten Konsolidierung und Neuordnung der Branche nimmt zu

Marktausblick und Vergleich mit Wettbewerbern

  • Laut von Bloomberg erhobenen Daten könnte BYDs Absatz 2026 auf 5,3 Millionen Fahrzeuge steigen
  • Die Deutsche Bank bewertet Produktneuheiten und die Vorstellung einer Technologieplattform als Faktoren zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit
  • Das könnte den Abstand zu Tesla weiter vergrößern
  • Bei Tesla gerieten die Verkäufe 2025 durch die Umrüstung der Produktionslinien für die Überarbeitung des Model Y ins Wanken; auch das Auslaufen der US-Kaufsubventionen und die politische Positionierung des CEO wirken sich auf die Nachfrage aus

1 Kommentare

 
GN⁺ 2026-01-03
Hacker-News-Kommentare
  • Über den archive.today-Link lässt sich der betreffende Inhalt ansehen

  • Gute Nachricht. Hoffentlich hören mehr Menschen auf, Teslas zu kaufen

  • In den USA oder Kanada sieht man BYD-Fahrzeuge wegen der Zölle kaum, aber in Mexiko sind sie überall. Chinesische Elektroautohersteller dominieren den Markt

    • Solche Zollpolitik schadet am Ende der US-Autoindustrie. Kurzfristig wirkt sie wie Schutz, langfristig geht dadurch aber Wettbewerbsfähigkeit verloren. Verbraucher mögen es nicht, wenn ihre Auswahl kleiner wird. Rent Seeking ist industrieller Selbstmord
    • Auch in Australien ist BYD extrem beliebt. Es heißt dort sogar: „Wenn man ein Elektroauto kauft und BYD nicht in Betracht zieht, ist man verrückt.“ Vor ein paar Jahren sah man fast nur Tesla, heute gibt es von BYD zwei- bis dreimal so viele
    • Aber ab heute gilt auch in Mexiko ein 50%-Zoll auf in China hergestellte Elektroautos. Siehe diesen Artikel
    • Auch in Singapur ist BYD die meistverkaufte Marke. Im Flagship-Showroom sind auch Bier und Essen hervorragend
    • Es geht nicht nur um Zölle. BYD-Fahrzeuge haben keine Homologation für den US-Markt, daher können sie in den USA selbst gegen Aufpreis gar nicht zugelassen werden
  • Vergleich von Satellitenbildern des BYD-Werks in Zhengzhou und des Tesla-Werks in Austin
    BYD-Werksbild, Tesla-Werksbild

    • Die Diskussion über die Größe des BYD-Werks geht in diesem Link weiter
    • Jemand hinterließ auch ein Beispiel für einen Codefehler: Uncaught TypeError: this._shaderModuleClass.inputs.findLast is not a function
  • Ich habe 2025 BYD-Aktien vor dem Split gekauft, aber der Kurs fällt weiter. Tesla steigt dagegen schon durch ein einziges Wort von Elon Musk stark an

    • Die Autoindustrie ist eine kapitalintensive Branche mit niedrigen Margen. BYD wird als Hersteller bewertet, Tesla nicht. Außerdem ist fraglich, ob ausländische Investoren an den Kursgewinnen chinesischer Unternehmen vollständig partizipieren können
    • Der US-Aktienmarkt ist wie ein Keynesian Beauty Contest: Alle wissen, dass Tesla überbewertet ist, wetten aber trotzdem weiter darauf. Verwandtes Konzept
    • Beeindruckend war ein Zitat aus Dan Wangs Jahresbrief 2025. Chinesische Unternehmen dringen gegenseitig in ihre Kerngeschäfte ein und liefern sich harten Wettbewerb, während US-Big-Tech-Unternehmen ihre Bereiche stillschweigend untereinander aufteilen
    • Ich bin ein China-Optimist, aber der Großteil meines Kapitals liegt immer noch in den USA. Der US-Kapitalmarkt wird noch jahrzehntelang das Zentrum der Welt bleiben. Dennoch liefen chinesische Aktien 2025 gut, und es gibt weiterhin viel unterbewerteten Wert
    • Das ist fast die typische Geschichte jeder chinesischen Aktie. Die Marktstruktur ist anders, daher greift einfache Intuition nicht
  • Für US-Autohersteller ist das ein Warnsignal. Nur Tesla kann mit BYD konkurrieren, kommt aber wegen Führungsproblemen kaum als echte Option infrage

    • Ohne Zölle läge der Preis von BYDs Einstiegsmodellen im Bereich von 10.000 US-Dollar, also bei etwa einem Viertel eines Tesla Model 3
  • BYD erhielt in Menschenrechtsbewertungen den schlechtesten Rang. Unterstützer messen dem allerdings wenig Bedeutung bei. Siehe den Amnesty-Bericht

    • BYD hatte im CSR-Bericht 2023 keine Menschenrechtspolitik, veröffentlichte aber 2024 eine neue Richtlinie. Es fehlen jedoch Details zur Beschaffung von Batterierohstoffen. Bewertet wurde zudem nach westlich geprägten Begriffskriterien. Da keine Marke die Mindeststandards erfüllte, sollte man das als branchenweites Problem sehen. Detailbericht
    • Verbraucher in Südostasien, Südamerika und Afrika halten den Preis für wichtiger als Menschenrechtsfragen. In Mittelschichtökonomien entscheidet man sich nicht für teure westliche Autos
    • Solche Berichte stützen sich auf Self-Reporting westlicher Institutionen. Das weicht von der Realität ab
    • Tatsächlich gilt diese Debatte nicht nur für BYD, sondern für fast jedes Unternehmen. Deshalb finde ich sie inzwischen nicht mehr interessant
    • BYD-Unterstützer sollten auch die Freiheit haben zu sagen: „Das ist nicht wichtig.“ Eine bestimmte politische Sichtweise ist nicht der einzige Maßstab
  • Seit 20 Jahren hört man vom Aufstieg der chinesischen Autoindustrie, und jetzt passiert er tatsächlich

    • In meinem Land stammen in den letzten fünf Jahren die meisten Neuwagen aus China. Ich halte japanische Autos immer noch für gut, aber es ist schwer, den doppelten Preis für die Ausstattung zu zahlen, und die Bewertungen chinesischer Autos sind überwiegend positiv
    • Ich habe mir Marques Brownlees Review-Video zum Xiaomi SU7 angesehen und war ziemlich beeindruckt
    • China ist der größte Automarkt der Welt. Er ist fast doppelt so groß wie der US-Markt
    • In Lima, Peru, ist die Hälfte der Fahrzeuge auf den Straßen chinesisch. Viele Marken sind mir völlig unbekannt
    • Auch in Südamerika und Indien sind chinesische Autos auf dem Vormarsch. In Bangalore in Indien sieht man überall Werbung für BYD. Außerhalb des Westens sind chinesische Autos Mainstream
  • Ich war kürzlich drei Wochen in China und konnte über DiDi (das chinesische Uber) verschiedene EVs fahren. In Läden von Huawei und Xiaomi waren ebenfalls Elektroautos ausgestellt

  • Inzwischen sieht man elektrische und hybride Fahrzeuge von BYD so häufig, dass sie einem täglich begegnen. Hersteller aus den USA und Europa bringen dagegen noch immer keine wirklich wettbewerbsfähigen Modelle heraus

    • US-Händler und -Hersteller haben kaum Verkaufsanreize für EVs. Wenn Steuervergünstigungen wegfallen, wird der MSRP nicht entsprechend gesenkt, sodass der Vorteil beim Verbraucher ankommt. BYD betreibt Dumping
    • Die EVs etablierter Hersteller sind letztlich nur ICE-Fahrzeuge mit ausgetauschtem Motor. BYD und Tesla dagegen haben ein vertikal integriertes Design bis hin zu Batterie und Software. Traditionelle Hersteller stecken im Innovator’s Dilemma fest und schaffen wegen internen Widerstands keinen echten Wandel
    • In der westlichen EV-Industrie herrscht eine Atmosphäre der Trägheit
    • Aus Sicht leitender Manager klassischer Autohersteller wirkt ein EV-Projekt wie eine Schwächung der eigenen Machtbasis. Deshalb sabotieren oder behindern manche solche Projekte absichtlich. Das ist eine Frage der menschlichen Natur. Auch traditionelle chinesische Hersteller haben mit denselben Problemen zu kämpfen
    • Der Westen hat seine industrielle Basis verloren und sich zu einer dienstleistungsorientierten Wirtschaft gewandelt. China kontrolliert dagegen sowohl Lieferketten als auch Technologie. Deutschland fällt wegen Bürokratie und Energiekosten zurück. China wird in den nächsten 20 Jahren als Fabrik der Welt zurückkehren.
      Zum Beispiel kostet eine in Deutschland hergestellte Webmaschine 60.000 €, während eine chinesische für 20.000 € die gleiche Qualität liefert. Wenn sich Technologie angleicht, entscheidet Preiswettbewerbsfähigkeit über alles.
      Während Deutschland schon für ein Infrastrukturprojekt Jahre braucht, stellt China in kurzer Zeit ein Super Grid fertig.
      Letztlich zahlen westliche Gesellschaften den Preis dafür, dass sie es sich in Bequemlichkeit eingerichtet haben. Mit Fortschritten bei AI und Robotik wird diese Lücke noch größer werden