- ACM (Association for Computing Machinery), eine der wichtigsten Fachgesellschaften der Informatik, stellt alle Publikationen auf vollständigen Open Access um
- Forschende und Leser können auf Aufsätze und Materialien in der ACM Digital Library kostenlos zugreifen
- Bisher war nur ein Teil der Inhalte öffentlich zugänglich, doch diese Maßnahme umfasst nun sämtliche Journale, Proceedings und Magazine
- Ziel dieser Veränderung ist es, den Zugang zu Forschung zu erweitern und den Wissensaustausch zu fördern
- Ein Wendepunkt für Forschende und Entwickler weltweit hin zu einem nachhaltigen offenen Forschungsökosystem
ACMs Umstellung auf Open Access
- ACM bietet ab sofort sämtliche eigenen Publikationen als vollständigen Open Access an
- Alle Aufsätze und Materialien in der ACM Digital Library sind kostenlos einsehbar
- Wechsel vom bisherigen abonnementsbasierten Zugangsmodell zu einem vollständig offenen Modell
- Diese Maßnahme ist Teil des ACM Open Programms und wurde durch die Beteiligung von Forschenden und Institutionen ermöglicht
- Dank der Unterstützung teilnehmender Institutionen wird Open-Access-Publizieren ohne Kosten für Autorinnen und Autoren möglich
Geltungsbereich des Open Access
- Er umfasst sämtliche Publikationen der ACM, darunter Journale, Proceedings, Magazine und Newsletter
- Früher war nur ein Teil der Inhalte öffentlich, jetzt ist die gesamte Sammlung kostenlos zugänglich
- Über die ACM Digital Library kann jeder darauf zugreifen, ohne Login oder Abonnement
Auswirkungen auf Forschende und Leser
- Forschende können ihre Arbeiten einem deutlich größeren Leserkreis zugänglich machen
- Leser können aktuelle Forschungsergebnisse ohne Kosten einsehen, was Wissensverbreitung und Zusammenarbeit fördert
- Insbesondere verbessert sich der Zugang für verschiedene Tech-Communities wie Entwickler, Startups und Forschende im akademischen Bereich
Erwartete Effekte in Zukunft
- Die vollständige Umstellung der ACM auf Open Access stärkt die Offenheit des Forschungsökosystems in der Informatik
- Sie trägt zu globaler Forschungskooperation und zum Aufbau eines nachhaltigen Modells für wissenschaftliches Publizieren bei
- So entsteht eine gemeinsame Forschungsumgebung für technologische Innovation und wissenschaftlichen Fortschritt
2 Kommentare
Irgendwie muss ich dabei plötzlich an Aaron Swartz denken, den Mitgründer von Reddit. Das war sicher eine Veränderung, die er sich sehnlichst gewünscht hätte..
Hacker-News-Kommentare
Schon vor 2 Wochen wurde dieses Thema hier lebhaft diskutiert (243 Kommentare)
„Fully Open Access“ bedeutet nicht vollständig kostenlos
Es gibt verschiedene Preis-/Lizenzoptionen für Unternehmen, Behörden, akademische Einrichtungen und Einzelpersonen
Die kostenlose „Basic Edition“ für Einzelpersonen enthält keine erweiterten Suchfunktionen; dafür ist ein Upgrade nötig
Einen passenden Screenshot gibt es hier
Leser können kostenlos lesen, aber Autoren oder ihre Institutionen müssen weiterhin Publikationsgebühren zahlen
Autoren von nicht teilnehmenden Institutionen müssen eine APC (Article Processing Charge) bezahlen; Ausnahmen seien selten
Details finden sich in der ACM-Open-Access-Richtlinie
Es gibt den Vorschlag, eine Liste „Best of ACM“ zu erstellen
Mir fällt dabei als Erstes die Reihe HOPL (History of Programming Languages) ein
HOPL II (1993), HOPL III (2007), HOPL IV (2021)
Aggregability is NP-Hard — gut geeignet, um es Leuten zu zeigen, die behaupten, man könne für komplexe ML-Probleme ein „perfektes Modell“ finden
Gute Nachricht, aber Autoren werden nun mehr als 1000 Dollar pro Paper berechnet
Tatsächlich wird der Großteil der Arbeit (z. B. Begutachtung) von Freiwilligen erledigt
ACM hostet im Grunde nur PDFs und Metadaten, daher könnte langfristig ein Wechsel zu einem arXiv-Overlay-Modell denkbar sein
ACM ist kein gewinnorientierter Verlag, und Einnahmen werden in Unterstützung für Entwicklungsländer oder den Betrieb der Fachgesellschaft reinvestiert
Die langfristigen Wartungskosten der Digital Library sind erheblich. Es fallen unter anderem Kosten für Rechteverwaltung, Plagiatsbekämpfung, Videoarchive und den Betrieb des TAPS-Systems an
Früher waren Abonnementgebühren eine stabile Einnahmequelle, daher muss das finanzielle Gleichgewicht sorgfältig gewahrt werden
Eine auf Empfehlungen basierende Vorgehensweise wie bei arXiv könnte ebenfalls eine Alternative sein
Als die Inhalte während der Pandemie 2020 vorübergehend geöffnet wurden, hatte ich argumentiert, dass das dauerhaft so bleiben sollte
Ich freue mich sehr, dass dieses Argument nun Wirklichkeit geworden ist
Ich bezweifle die Behauptung, ACM werde „eine der wenigen Institutionen sein, die eine große integrierte Open Library anbietet“
Die meisten Verlage wechseln ohnehin bereits zu einem Open-Access-Modell, verlangen aber weiterhin Tausende Dollar von Autoren und bezahlen Gutachter nicht
Sonst explodiert die Zahl der Spam-Papers. Tatsächlich bekam ich dutzendfach ein Paper, das behauptete, mit „Guitar Theory“ Primzahlen in O(1) bestimmen zu können
Es gab Tausende Einreichungen, aber nur rund 30 Teilnehmende. Eine Gebühr von 1000 Dollar hilft, solche Überlastung zu reduzieren
Dagegen halte ich es für möglich, dass eine Bezahlung von Gutachtern eher die Objektivität beeinträchtigt
Dass man „lesen kann“, ist noch kein echter Open Access
Verlage hätten die Definition der Budapest Open Access Initiative verzerrt
Bei Open Access geht es nicht nur um Zugang, sondern um Nutzungsrechte
Den vollständigen Text gibt es hier
Endlich ist es offen. Das dürfte auch ganz praktisch die Professionalisierung der Branche beeinflussen
Die eigentlichen Inhalte sind in der ACM Digital Library zu finden
Dieser gewaltige Textbestand wird jetzt wohl als Trainingsdaten für LLMs verwendet werden
Menschen werden ihn wahrscheinlich nur noch selten vollständig selbst lesen