- Die neue Oberfläche Liquid Glass in macOS Tahoe sollte visuelle Konsistenz schaffen, verschlechtert in der Praxis aber die Nutzbarkeit deutlich
- Durch den größeren Eckenradius von Fenstern werden Inhalte abgeschnitten oder Leerflächen verschwendet, und auch die größeren Bedienelemente stiften ohne funktionalen Vorteil eher Verwirrung
- Die vereinheitlichte quadratische Regel für App-Icons erschwert die Unterscheidung im Dock, einige sind fast nicht mehr zu erkennen
- Der übermäßige Weißanteil im hellen Modus und die Transparenzeffekte machen Grenzen in der Oberfläche unscharf, und auch die Bedienungshilfe „Reduce Transparency“ funktioniert nicht richtig
- Gegenüber visueller Ästhetik fällt vor allem der Rückschritt bei Lesbarkeit und Barrierefreiheit auf, und das klare, funktionale Design früherer macOS-Versionen fehlt
Überblick über die Interface-Änderungen in macOS Tahoe
- macOS Tahoe (26.x) führt den neuen visuellen Effekt „Liquid Glass“ ein, doch trotz Feedback aus der Beta-Phase wurde in der finalen Version (Veröffentlichung am 15. September) kaum etwas verbessert
- Auch in 26.1 (3. November) und 26.2 bestehen die Probleme weiter
- Das umfassende Redesign von Tahoe ist in die falsche Richtung gegangen
Das Problem mit den übermäßig runden Ecken
- Die meisten Inhalte (Bilder, Videos, Webseiten, Text) sind für rechteckige Flächen optimiert
- Die sanfte Rundung in Sequoia war noch in Ordnung, doch der große Radius in Tahoe ist ungeeignet
- Das Ergebnis: Inhalte werden abgeschnitten oder die sichtbare Fläche schrumpft, was zu Platzverschwendung führt
- Die Vorschaubilder in der Galerieansicht des Finders stellen das Original falsch dar, und selbst der Fensterradius derselben mit SwiftUI erstellten App ist nicht konsistent
Nebenwirkungen der vergrößerten Bedienelemente
- Tahoe hat Schaltflächen und andere Bedienelemente vergrößert, ohne die Klarheit zu verbessern
- In der Beispiel-App Mallyshag wirkt die Oberfläche unter Sequoia aufgeräumt, unter Tahoe hingegen überlappen sich Schaltflächen und die Proportionen geraten aus dem Takt
- Der Textinhalt ist derselbe, doch die visuelle Unruhe nimmt zu
Vereinheitlichung der Icons und sinkende Erkennbarkeit
- App-Icons sollten sich über Farbe, Form und Inhalt unterscheiden lassen
- Tahoe zwingt alle Icons in einen quadratischen Rahmen mit abgerundeten Ecken
- Dadurch wird im Dock die Unterscheidung zwischen Apps schwieriger, und manche wirken fast identisch, etwa die Apple Developer App und das App-Store-Icon
- Viele Icons verändern sich zu verschwommenen Formen wie verlaufene Farbe
Verlust von Farbkontrast und „Whiteout“-Effekt
- Der helle Modus wirkt übermäßig weiß, der dunkle Modus übertrieben dunkel, wodurch visuelle Hinweise verloren gehen
- Mit den Standard-Transparenzeinstellungen sind einige Schaltflächen und Kontrollkästchen noch unterscheidbar, doch die Grenze zwischen Texteingabefeldern und Hintergrund verschwindet
- Insgesamt ist die Unterscheidung zwischen Werkzeugen, Bedienelementen und Inhalten erschwert
Das Transparenzproblem von Liquid Glass
- In Bereichen wie dem Suchfeld der Systemeinstellungen ist die Transparenz so stark, dass Inhalte übereinanderzuliegen scheinen
- Beim Scrollen scheint der Hintergrund durch, was das Lesen erschwert
- Die Farbe eines ausgewählten Listeneintrags überdeckt den Fenstertitel und die „Ampel“-Schaltflächen
- Wenn ein Fenster inaktiv wird, verschwinden Elemente in einem grauen Blur und sind nicht mehr erkennbar
- Die Bedienungshilfe „Reduce Transparency“ reduziert die Transparenz nicht mehr, und das wurde seit 26.1 nicht behoben
Zusammenfassung und Fazit
- Die visuelle Oberfläche von macOS Tahoe hat folgende Probleme
- Sie versucht, rechteckige Inhalte in übermäßig runde Fenster zu zwängen
- Die vergrößerten Bedienelemente bringen keinen funktionalen Vorteil
- Die Vereinheitlichung der Icons verschlechtert Erkennbarkeit und Einprägsamkeit
- Durch den Mangel an Ton- und Kontrastunterschieden lassen sich Interface-Elemente schwer auseinanderhalten
- Überlagerte Transparenzeffekte erzeugen visuelle Verwirrung und verschlechtern die Barrierefreiheit
- Die klare und funktionale Interface-Qualität früherer macOS-Versionen (z. B. 2014) fehlt, und aktuell fällt vor allem der Rückschritt bei Lesbarkeit und Nutzbarkeit auf
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