6 Punkte von GN⁺ 2025-12-29 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen
  • Die neue Oberfläche Liquid Glass in macOS Tahoe sollte visuelle Konsistenz schaffen, verschlechtert in der Praxis aber die Nutzbarkeit deutlich
  • Durch den größeren Eckenradius von Fenstern werden Inhalte abgeschnitten oder Leerflächen verschwendet, und auch die größeren Bedienelemente stiften ohne funktionalen Vorteil eher Verwirrung
  • Die vereinheitlichte quadratische Regel für App-Icons erschwert die Unterscheidung im Dock, einige sind fast nicht mehr zu erkennen
  • Der übermäßige Weißanteil im hellen Modus und die Transparenzeffekte machen Grenzen in der Oberfläche unscharf, und auch die Bedienungshilfe „Reduce Transparency“ funktioniert nicht richtig
  • Gegenüber visueller Ästhetik fällt vor allem der Rückschritt bei Lesbarkeit und Barrierefreiheit auf, und das klare, funktionale Design früherer macOS-Versionen fehlt

Überblick über die Interface-Änderungen in macOS Tahoe

  • macOS Tahoe (26.x) führt den neuen visuellen Effekt „Liquid Glass“ ein, doch trotz Feedback aus der Beta-Phase wurde in der finalen Version (Veröffentlichung am 15. September) kaum etwas verbessert
    • Auch in 26.1 (3. November) und 26.2 bestehen die Probleme weiter
  • Das umfassende Redesign von Tahoe ist in die falsche Richtung gegangen

Das Problem mit den übermäßig runden Ecken

  • Die meisten Inhalte (Bilder, Videos, Webseiten, Text) sind für rechteckige Flächen optimiert
    • Die sanfte Rundung in Sequoia war noch in Ordnung, doch der große Radius in Tahoe ist ungeeignet
    • Das Ergebnis: Inhalte werden abgeschnitten oder die sichtbare Fläche schrumpft, was zu Platzverschwendung führt
  • Die Vorschaubilder in der Galerieansicht des Finders stellen das Original falsch dar, und selbst der Fensterradius derselben mit SwiftUI erstellten App ist nicht konsistent

Nebenwirkungen der vergrößerten Bedienelemente

  • Tahoe hat Schaltflächen und andere Bedienelemente vergrößert, ohne die Klarheit zu verbessern
    • In der Beispiel-App Mallyshag wirkt die Oberfläche unter Sequoia aufgeräumt, unter Tahoe hingegen überlappen sich Schaltflächen und die Proportionen geraten aus dem Takt
    • Der Textinhalt ist derselbe, doch die visuelle Unruhe nimmt zu

Vereinheitlichung der Icons und sinkende Erkennbarkeit

  • App-Icons sollten sich über Farbe, Form und Inhalt unterscheiden lassen
    • Tahoe zwingt alle Icons in einen quadratischen Rahmen mit abgerundeten Ecken
    • Dadurch wird im Dock die Unterscheidung zwischen Apps schwieriger, und manche wirken fast identisch, etwa die Apple Developer App und das App-Store-Icon
    • Viele Icons verändern sich zu verschwommenen Formen wie verlaufene Farbe

Verlust von Farbkontrast und „Whiteout“-Effekt

  • Der helle Modus wirkt übermäßig weiß, der dunkle Modus übertrieben dunkel, wodurch visuelle Hinweise verloren gehen
    • Mit den Standard-Transparenzeinstellungen sind einige Schaltflächen und Kontrollkästchen noch unterscheidbar, doch die Grenze zwischen Texteingabefeldern und Hintergrund verschwindet
    • Insgesamt ist die Unterscheidung zwischen Werkzeugen, Bedienelementen und Inhalten erschwert

Das Transparenzproblem von Liquid Glass

  • In Bereichen wie dem Suchfeld der Systemeinstellungen ist die Transparenz so stark, dass Inhalte übereinanderzuliegen scheinen
    • Beim Scrollen scheint der Hintergrund durch, was das Lesen erschwert
    • Die Farbe eines ausgewählten Listeneintrags überdeckt den Fenstertitel und die „Ampel“-Schaltflächen
  • Wenn ein Fenster inaktiv wird, verschwinden Elemente in einem grauen Blur und sind nicht mehr erkennbar
  • Die Bedienungshilfe „Reduce Transparency“ reduziert die Transparenz nicht mehr, und das wurde seit 26.1 nicht behoben

Zusammenfassung und Fazit

  • Die visuelle Oberfläche von macOS Tahoe hat folgende Probleme
    • Sie versucht, rechteckige Inhalte in übermäßig runde Fenster zu zwängen
    • Die vergrößerten Bedienelemente bringen keinen funktionalen Vorteil
    • Die Vereinheitlichung der Icons verschlechtert Erkennbarkeit und Einprägsamkeit
    • Durch den Mangel an Ton- und Kontrastunterschieden lassen sich Interface-Elemente schwer auseinanderhalten
    • Überlagerte Transparenzeffekte erzeugen visuelle Verwirrung und verschlechtern die Barrierefreiheit
  • Die klare und funktionale Interface-Qualität früherer macOS-Versionen (z. B. 2014) fehlt, und aktuell fällt vor allem der Rückschritt bei Lesbarkeit und Nutzbarkeit auf

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