- Iowa City hat den Nahverkehr mit Stadtbussen vollständig kostenlos gemacht und dadurch Veränderungen beim Verkehrsfluss und bei der Luftqualität erlebt
- Nach Abschaffung der Fahrpreise wurde neben einer geringeren Autonutzung auch eine Entlastung der Verkehrsstaus in der Innenstadt beobachtet
- Mit steigender Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs wurden Effekte wie geringere CO2-Emissionen und eine Verbesserung der Luftqualität gemeldet
- Die Stadtverwaltung bewertet die kostenlose Nutzung zudem als Beitrag zu sozialer Gerechtigkeit und besserer Zugänglichkeit
- Diese Veränderungen rücken das Modell als Beispiel für ein nachhaltiges urbanes Verkehrskonzept in den Fokus
Die Politik kostenloser Busse in Iowa City
- Iowa City hat die Fahrpreise für Stadtbusse vollständig abgeschafft, sodass alle Einwohner sie kostenlos nutzen können
- Nach Einführung der Maßnahme wurde eine häufigere Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs durch die Bürger bestätigt
- Buslinien und Taktung blieben auf dem bisherigen Niveau, nur die Fahrpreise wurden gestrichen
Veränderungen bei Verkehr und Umwelt
- Nach der Kostenlosstellung zeigte sich zusammen mit einem Rückgang des Autoverkehrs auch eine Entlastung des Innenstadtverkehrs
- Berichten zufolge hat sich der Verkehrsfluss auf einigen Hauptstraßen verbessert
- Durch die gestiegene Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs wurden sinkende CO2-Emissionen und geringere Konzentrationen von Luftschadstoffen beobachtet
- Die Stadtverwaltung nannte die Verbesserung der Luftqualität als einen der wichtigsten Erfolge
Soziale Auswirkungen
- Die Abschaffung der Fahrpreise trug dazu bei, die Mobilität von Menschen mit geringem Einkommen, Studierenden und älteren Menschen zu erweitern
- Mit dem Wegfall der Transportkosten wurde die wirtschaftliche Zugänglichkeit verbessert
- Einwohner bewerteten die kostenlosen Busse als hilfreich für eine stärkere Verbundenheit innerhalb der lokalen Gemeinschaft
Bedeutung und Bewertung der Politik
- Das Beispiel von Iowa City wird als nachhaltige urbane Verkehrsstrategie beachtet
- Es gilt als Fall, in dem Verkehr, Umwelt und soziale Gerechtigkeit gleichzeitig verbessert wurden
- Auch in anderen Städten wird die Einführung ähnlicher Modelle für kostenlosen öffentlichen Nahverkehr geprüft
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
Das wirkt wie ein Artikel im NYTimes-„solutions journalism“-Stil, der das Programm eher bewirbt als kritisch analysiert.
Bei Verkehrspolitik kann man nur zwei von drei Dingen haben: „kostenlos“, „skalierbar“ und „finanziell nachhaltig“. Alle drei gleichzeitig gehen nicht.
Im Verkehr großer Städte gibt es ein stabiles Gleichgewicht (equilibrium). Dabei werden Fahrpreise erhoben, Menschen mit geringem Einkommen bezuschusst und das Basissystem aus Steuern finanziert.
Wenn man komplett auf kostenlos umstellt, landet man wegen der Feedback-Schleife am Ende wieder bei diesem Gleichgewicht. Nachfrage, Service und politische Akzeptanz sind in diesem Modell insgesamt am stabilsten.
Innovation bedeutet, bisher für unmöglich Gehaltenes umzukehren, und die Welt verändert sich. Was früher nicht ging, kann heute möglich sein.
Zum Beispiel steigt in New York durch Staugebühren und höhere Autokosten der Wert eines kostenlosen ÖPNV.
Dass etwas durch politischen Wandel wieder gekippt werden kann, gilt für jede Politikmaßnahme.
Dieser Artikel wirkt daher weniger wie „solutions journalism“ als vielmehr wie ein politisch motivierter Versuch, das Verhältnis zum neuen Bürgermeister zu ordnen.
Warum andere Verkehrsinfrastruktur ein solches Ungleichgewicht nicht ebenfalls tragen darf, ist daher eine berechtigte Frage.
Ein Gleichgewichtspunkt existiert nicht, am Ende entscheidet gute Verwaltung.
Luxemburg hält seit fünf Jahren kostenlosen ÖPNV aufrecht. Wie erklärt man das?
In der kleinen Stadt in Wyoming, in der ich jetzt lebe, gibt es kostenloses Ridesharing, es ist nur etwas langsam.
Das Muni-System in San Francisco hat ein Jahresbudget von 1,2 Milliarden Dollar und etwa 200 Millionen Dollar Fahrgeldeinnahmen.
Das heißt: Schon jetzt werden 5/6 durch Steuern subventioniert. Mit nur 1,5 % mehr aus dem städtischen Haushalt von 15 Milliarden Dollar könnte es kostenlos werden.
Trotzdem gibt die Stadt über 36 Millionen Dollar für die Durchsetzung von Verboten gegen illegales Parken von RVs aus, zeigt aber wenig Bereitschaft, kostenlosen Nahverkehr für Bürger zu finanzieren.
Dass die Durchsetzung bei RVs überproportional Aufmerksamkeit bekommt, passt in denselben Kontext.
San Francisco hat einen hohen Anteil an Einpendlern von außerhalb, daher ist komplett kostenlos schwierig. Ausgeweitete Zuschüsse für Einwohner wären realistischer.
Wenn man Preise nur bei Nachfragespitzen anhebt, lässt sich eine angemessene Auslastung besser erhalten.
Ich lebe in der SF Bay Area. Wenn meine Familie am Wochenende BART fährt, kostet das über 50 Dollar, also nehmen wir am Ende das Auto.
Ich frage mich, wie stark sich Staus verringern würden, wenn die Preise niedriger wären.
Iowa City hat an Wochenenden und Feiertagen keine Busse. Als Modell für Großstädte ist es daher ungeeignet.
Im australischen Brisbane gab es einen sechsmonatigen Versuch, alle ÖPNV-Tarife auf 50 Cent zu senken. Die Resonanz war so gut, dass er auf unbestimmte Zeit verlängert wurde.
Sie ist bis heute kostenlos und wird weiter ausgebaut. Das hat die Innenstadt wieder belebt.
In den nördlichen Vororten von Brisbane ziehen inzwischen mehr Menschen hin, und fast kostenlose Pendelfahrten werden möglich.
Je niedriger die Tarife in einer Stadt sind, desto größer ist der Anteil der Erhebungskosten, weshalb kostenlose Nutzung wirtschaftlich attraktiver wird.
Warum ist ÖPNV so teuer? Selbst in Europa ist es bei 2 bis 5 Personen oft teurer als das Auto.
Paris, Amsterdam, Kopenhagen und Utrecht hatten mit ihrer Fahrradpolitik Erfolg.
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Eine Kombination aus Fahrrad + kostenlosem ÖPNV wäre wohl perfekt.
Ich frage mich, ob man Obdachlose am Ende der Buslinie aussteigen lässt.
Der Studierendenanteil ist hoch, daher ist die Nachfrage elastischer, und laut dem NAS-Bericht von 2012 hängt der Erfolg kostenloser Verkehrssysteme stark vom Kontext ab.
Das grundlegende Problem sind Wohnungsregulierung und Infrastrukturgrenzen.
Abschaffung der Fahrgelderhebung = weniger Kriminalität. Die Kontrolle von Fahrpreisvermeidung ist unnötige Bürokratie.
Wenn Autohersteller das merken, versuchen sie das wahrscheinlich per Lobbying zu stoppen.
Da fragt man sich, ob Lobbyarbeit billiger ist oder ob es billiger ist, alles durch Monopole kaputtzumachen.
In den USA gibt es viele solche lokalen Innovationen, aber landesweite Veränderungen werden nur schwer zugelassen.
Politiker und Medien haben oft eher ein Interesse daran, Probleme aufrechtzuerhalten und Aufmerksamkeit daraus zu ziehen, statt sie zu lösen.
Wenn ein Problem wirklich gelöst wird, muss man sich ein neues Thema suchen — das größere Problem ist also, dass manche Probleme absichtlich nicht gelöst werden.