Mehrere Staaten, die ChatControl 2024 ablehnten, haben ihre Position inzwischen nicht klar festgelegt
(digitalcourage.social)- Mehrere europäische Länder lehnten 2024 die Einführung von ChatControl ab, doch ihre Position ist jetzt unklar geworden
- Österreich war weniger gegen ChatControl selbst als gegen die Führung durch Ursula von der Leyen eingestellt
- Der Innenminister Karner in Österreich unterstützt ein österreichisches ChatControl, da er eine starke Abneigung gegenüber den deutschen Behörden hat
- Der Einfluss ehemaliger Regierungsmitglieder wie Sebastian Kurz und Peter Thiel besteht weiterhin
- Es werden Bedenken hinsichtlich einer möglichen Ausweitung des Überwachungsstaats geäußert
Die Entwicklung der ChatControl-Politik und die Position Österreichs
Internationale Trends rund um ChatControl
- Mehrere Länder lehnten 2024 die ChatControl-Politik ab
- Angesichts der jüngsten politischen Veränderungen ist jedoch unklar, ob diese Länder jetzt klar befürworten oder ablehnen
Die besondere Lage in Österreich
- Österreich widersprach der ChatControl-Politik selbst nicht grundsätzlich vehement
- Der Ablehnungsgrund lag darin, dass Ursula von der Leyen den entsprechenden Vorschlag vorantrieb
Einfluss von Innenminister Karner
- Der österreichische Innenminister Karner gilt als Anhänger von Engelbert Dollfuß
- Er hat traditionell eine kritische Haltung gegenüber deutschem Einfluss
- Aus diesem Grund unterstützt er aktiv das von ihm getragene österreichische ChatControl
Einfluss der Politik
- Die regierende ÖVP (konservatives Lager) führt weiterhin die Regierung
- Der Einfluss ehemaliger Politiker wie Sebastian Kurz und Peter Thiel hält weiterhin an
Sorge vor Ausweitung der Überwachungspolitik
- In diesem politisch-administrativen Umfeld werden in Österreich Sorgen laut, dass der Umfang des Überwachungsstaats ausgeweitet werden könnte
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentar
Ich merke, wie schwer es für eine normale Person wie mich ist, gegen so ein Gesetzesvorhaben zu kämpfen. Man muss erst die zuständigen Abgeordneten finden, ihre Kontaktdaten beschaffen, die eigene Position mitteilen und dann einzeln hoffen, dass die Person überhaupt die richtige Ansprechpartnerin ist, dass meine Mail nicht ignoriert wird, dass sie tatsächlich gelesen wird und dass sie am Ende vielleicht ihre Meinung ändert. Das ist praktisch die sehr unorganisierte Art, mit der normale Bürger gegen organisierte Lobbyarbeit antreten. Genau wegen dieses Aufwands und dieser Hürden ist es selbst mit viel Leidenschaft schwer, tatsächlich aktiv zu werden. Ich wünschte, es gäbe einfachere Wege, Widerstand auszudrücken.
„ChatControl“ ist ein Vorschlag für ein EU-weites Framework zur Erkennung und Meldung sämtlicher Inhalte privater digitaler Kommunikation, darunter Text-Schlüsselwörter, Bilder und Videos. Die offizielle Begründung ist die Verhinderung von Material zu sexuellem Kindesmissbrauch. Passender Wikipedia-Link
Der Inhalt eines Treffens vom 7. November 2025 ist durchgesickert. Das deutsche Original ist im Artikel von netzpolitik.org zu sehen, und eine automatisch übersetzte englische Fassung gibt es hier.
Europa bleibt Europa. Es rutscht regelmäßig wieder in den Autoritarismus ab. Irgendwann wird Russland erneut einfallen, und wieder werden die USA eingreifen und diesen Kontinent „zivilisieren“ und befreien müssen. Und trotzdem entscheiden sich die Menschen am Ende wieder für Autoritarismus. Das wird nicht von außen aufgezwungen. Es ist ein Beleg dafür, dass die Menschen auf diesem Kontinent im Kern selbst beherrscht werden wollen.
Es fühlt sich wirklich so an, als würde die ganze Welt sich in einen Überwachungsstaat verwandeln.
Ich frage mich, wie viel Unterstützung dieses Gesetz bekäme, wenn es „Speech Control“ hieße. Wahrscheinlich würden trotzdem erschreckend viele Menschen dafür sein.
Der vollständige Leak lautet: Viele Staaten, die 2024 mit NO auf #ChatControl geantwortet haben, sind jetzt unentschieden. Sogar der Plan für 2025 ist noch extremer. Im Oktober dieses Jahres soll abgestimmt werden. Sagt eurer Regierung unbedingt #StopChatControl. Es gibt eine Website (chatcontrol.eu), die zum sofortigen Handeln aufruft.
Ich frage mich, ob sie jedes Jahr weiter darüber abstimmen lassen wollen, solange der Gesetzentwurf abgelehnt wird.
sneakers-net-Methoden, also direkter physischer Weitergabe per USB und Ähnlichem.Falls der ursprüngliche Poster das hier sieht: Wie bereits angemerkt, gibt es einen Fehler im Alt-Text. Dort heißt es, „Deutschland, Polen, Österreich, Slowenien, Kroatien und die Niederlande sind grün als dagegen/neutral markiert“, tatsächlich sind aber nur die Niederlande, Polen und Österreich eindeutig dagegen. Vermutlich ein Copy-paste-Fehler aus einer älteren Version. Das sollte aktualisiert werden.
Durch steigende Rüstungsausgaben, 5 % NATO-Verteidigungsausgaben, Geld für Importe fossiler Brennstoffe aus den USA und zunehmende Überwachung der eigenen Bevölkerung wird Europa immer unattraktiver. Ich kämpfe seit Ende der 90er Jahre für den Schutz der Online-Privatsphäre. Inzwischen bin ich einfach erschöpft. Politiker bringen immer wieder solche absurden Ideen hervor. Jedes Mal behaupten sie, das sei keine abschüssige Bahn, und betonen stets, Macht werde nur mit „guten Absichten“ eingesetzt. Angeblich soll das alles zu unserem Schutz dienen, aber selbst wenn diese Absichten noch so rein wären, ist das Ergebnis an sich schon eine sehr gefährliche abschüssige Ebene.