22 Punkte von GN⁺ 2025-07-29 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen
  • Die Frage „ Was ist mein nächster und übernächster Karriereschritt, und warum kann ich diese Rolle nicht sofort erreichen?“ dient als Framework, um verschiedene Karriereoptionen strukturiert zu vergleichen und zu analysieren
  • Statt mehrere Unternehmen, Positionen und Vergütungsoptionen einfach direkt zu vergleichen, wird zuerst der langfristig gewünschte nächste Schritt (Next Next Job) definiert und dann rückwärts bewertet, wie stark die aktuellen Chancen zu diesem Ziel beitragen können
  • Es wird vorgeschlagen, die Top 2–3 künftigen Ziele festzulegen und dann mit Menschen zu sprechen, die diese Positionen tatsächlich innehaben, um benötigte Faktoren wie Erfahrung, Skills, Netzwerk, Mentoren und Superpower sowie die aktuelle Lücke (Gap) konkret zu erfassen
  • Manche Wege sind „eigentlich schon jetzt erreichbar, werden aber wegen Unsicherheit (etwa Impostor-Syndrom) durch übermäßige Vorbereitung immer weiter aufgeschoben“, während es umgekehrt auch viele Ziele gibt, die erst mit mehr realer Berufserfahrung, technischen Fähigkeiten, Netzwerk und persönlichem Branding erreichbar sind
  • Wie stark jede Option meine Karriere-Lücke schließt und ob sie helfen kann, meine „eigene Superpower“ zu entwickeln, ist für langfristiges Wachstum am wichtigsten. Neben emotionalen Faktoren braucht es daher zumindest ein minimales Analyse-Framework, um Entscheidungen ohne Reue zu treffen

Das Next-Next-Job-Framework: Schlüsselfragen und Analyse für Karriereentscheidungen

Die Schlüsselfrage: „Was ist mein gewünschter übernächster Job, und warum kann ich ihn nicht sofort bekommen?“

  • Da der Karrieremarkt zuletzt unübersichtlicher geworden ist, wächst der Bedarf an einer Methode, um zahlreiche Chancen und Angebote systematisch zu vergleichen
  • Statt die Konditionen mehrerer Optionen nur nebeneinander aufzulisten und zu vergleichen, wird vorgeschlagen, zuerst den letztlich gewünschten nächsten Karriereschritt zu denken und dann rückwärts zu rechnen

Anwendungsbeispiel für das Next-Next-Job-Framework

  • Ausgangspunkt ist die Erfahrung des Autors, der nach einem gescheiterten Startup über mehrere Übernahmeangebote von Startups nachdachte
  • Nachdem das „Next Next Job (der übernächste Schritt, den ich wirklich will)“ klar definiert war, wurden die aktuellen Angebote danach bewertet, welche Wahl diesem Ziel am ehesten näherbringt

Künftige Karriereziele definieren und rückwärts planen

  • Das eigene übernächste Ziel wird in grobe Kategorien eingeteilt (z. B. Investor, Gründer, C-Level, neues Fachgebiet), und für die Top 2–3 Optionen wird aktiv Networking mit realen Beispielen bzw. Menschen mit entsprechender Erfahrung betrieben
  • Konkrete Anforderungen der Rolle wie Skills, Erfahrung, Netzwerk, Mentoren, Sichtbarkeit (Branding) und Markttrends sowie der Abstand zur eigenen Situation werden identifiziert
  • Durch Gespräche, Mentoring und Interviews werden wiederholt Informationen gesammelt und der tatsächlich nötige Vorbereitungsprozess konkretisiert

Analyse von Lücken und Superpower

  • Manche Ziele sind faktisch bereits erreichbar, doch es gibt psychologische Muster, bei denen man sich selbst durch übermäßige Vorbereitung und das Aufschieben von Risiken blockiert (etwa durch das Impostor-Syndrom)
  • Wenn es umgekehrt reale Lücken bei Netzwerk, Karriereverlauf oder Erfolgsbilanz gibt, ist „Wie sehr schließt diese Entscheidung meine Lücke?“ das wichtigste Bewertungskriterium
  • In bestimmten Branchen oder Rollen kann die „eigene Superpower“ (z. B. ein zentrales Netzwerk oder seltene Erfahrung) alle anderen Lücken überstrahlen. Dieser Bereich sollte aktiv aus der Perspektive von „offensivem Wachstum (Offense)“ ausgebaut werden

Beispiel: Jemand, der Investor werden will

  • Next Next Job: professioneller Investor
  • Gap: zu wenig externes Branding, keine Angel-Investment-Erfahrung, zu wenig Einblick in neue Geschäftsfelder
  • Superpower: Zugang zu Dealflow über Alumni und Spin-out-Kontakte aus dem früheren Unternehmen

Konkrete Anwendung bei der Bewertung von Joboptionen

  • Sobald Ziel, Gap und Superpower konkret beschrieben sind, können verschiedene Optionen rückwärts daraufhin verglichen werden, welche die Lücken am schnellsten und effektivsten schließen
  • Die Entscheidung sollte nicht nur nach kurzfristiger Vergütung oder Positionsbezeichnung fallen, sondern vorrangig danach, welche Erfahrung, welches Netzwerk und welches Wachstumspotenzial dem langfristigen Ziel näherbringen
  • Wenn keine der Optionen zufriedenstellend ist, ist auch der „Prozess“ selbst wichtig: nicht vorschnell entscheiden, sondern weitere Möglichkeiten ausloten

Fazit und praktische Erfahrung

  • Karriereentscheidungen haben zwangsläufig einen hohen emotionalen Anteil, aber mit einem minimalen analytischen Framework lässt sich die Richtung besser bestimmen und Fehlversuche reduzieren
  • Auch ich habe die langfristige Entwicklung zum Investor als Ziel gesetzt und dafür meine Erfahrung bei Uber (Netzwerk, Lösung großer Probleme, Begegnungen mit talentierten Menschen usw.) zum Entscheidungskriterium gemacht — und tatsächlich wurde diese Entscheidung zu einem wichtigen Meilenstein meiner Karriere

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