- Zehn leitende Forschende des US-amerikanischen National Institute of Neurological Disorders and Stroke (NINDS), die entlassen worden waren, haben ihre Arbeit wieder aufgenommen.
- Es heißt, ihre Entlassung sei ein Versehen aufgrund eines „Computerfehlers“ oder „Coding-Fehlers“ gewesen.
- Eine offizielle Wiedereinstellung ist noch nicht erfolgt; die meiste Kommunikation wurde informell per Telefon oder SMS übermittelt.
- Das NINDS erklärte per E-Mail, man hole sie zurück und suche nach einer langfristigen Lösung.
Erklärung der Regierung und Systemprobleme
- Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums (HHS) machte Ungenauigkeiten in Daten aus dezentralen Personalverwaltungssystemen für die fehlerhaften Entlassungen verantwortlich.
- Das HHS erklärte, es treibe eine Umstrukturierung voran, um diese Probleme zu beheben, und werde Systemmängel korrigieren, die von der vorherigen Regierung hinterlassen worden seien.
- Derselbe Fehler wurde auch bei der Food and Drug Administration (FDA) und den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) gemeldet.
Offizielle Entlassungsfrist und weitere Maßnahmen
- Zum Zeitpunkt der Kündigungsmitteilung wurde den NINDS-Wissenschaftlern eine 60-tägige bezahlte Freistellung gewährt; ihre offizielle Entlassung war für den 2. Juni vorgesehen.
- Innerhalb dieses Zeitraums muss ein Weg gefunden werden, sie wieder einzustellen.
Betroffene und Forschungsgebiete
- Die entlassenen Wissenschaftler gehörten zu den besten Forschenden der NIH und arbeiteten an wichtigen neurologischen Erkrankungen wie Multipler Sklerose, Parkinson und Epilepsie.
- Unter ihnen ist auch Breakthrough-Preis-Träger Dr. Richard Youle.
- NIH-weit wurden insgesamt 1300 Personen als Entlassungskandidaten eingestuft; dass Wissenschaftler entlassen werden würden, hatte man nicht erwartet.
Schnelle interne Wiederherstellungsbemühungen
- Unmittelbar nach den Kündigungsmitteilungen erkannte man intern beim NINDS die Fehlentscheidung und setzte innerhalb von 24 Stunden erfolgreich ihre Rückkehr in Gang.
- Das deutet darauf hin, dass es weitere zu Unrecht Entlassene gegeben haben könnte, denen möglicherweise interne Unterstützer fehlten, die ihre Wiedereinstellung vorangetrieben hätten.
- Als ähnlicher Fall wird Luigi Ferrucci genannt, wissenschaftlicher Leiter des National Institute on Aging (NIA), der nach einer Entlassung ebenfalls wieder eingestellt wurde.
Einfluss und Verdacht rund um DOGE
- Die Liste der zu Entlassenden scheint vom HHS ohne Rücksprache mit den NIH erstellt worden zu sein; möglicherweise hatte das von Elon Musk geführte Department of Government Efficiency (DOGE) Einfluss auf die Erstellung der Liste.
- DOGE hat mehrere Bundesbehörden besucht und dort Kürzungen bei Personal und Budgets vorangetrieben.
Warum ältere Forschende betroffen waren
- Die meisten entlassenen NINDS-Forschenden waren über 60 Jahre alt und könnten aufgrund ihres Alters von Abfindungen ausgeschlossen sein.
- Ob dieser Hintergrund die Auswahl der Entlassungskandidaten beeinflusst hat, ist bislang unklar.
Konkrete Schäden für das Forschungsumfeld
- Zu den Laboren der zehn PIs (Principal Investigators) gehören mehr als 100 Wissenschaftler und Studierende.
- Wären die Entlassungen tatsächlich vollzogen worden, hätte die Frage ihrer weiteren Zuordnung erhebliche Verwirrung ausgelöst.
- In einer ohnehin schon schwierigen Forschungssituation seit dem Amtsantritt der neuen Regierung kam damit ein weiterer Unsicherheitsfaktor hinzu.
Reaktionen der Wissenschaftler
- Ein wieder eingestellter Forscher äußerte sich besorgt über die Lage bei den NIH und sagte: „Es ist bereits großer Schaden entstanden, und jetzt fühlt es sich wie ein sinkendes Schiff an.“
- Ein weiterer Wissenschaftler sagte, der Vorfall habe das Misstrauen in die Zukunft der biomedizinischen Forschung in den USA verstärkt.
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
Der Ansatz „Alle entlassen und nur die Leute wieder einstellen, die man braucht“ wird angewendet
Es ist besser anzunehmen, dass andere Beteiligte in guter Absicht handeln, aber wenn es viele offensichtliche Fehler gibt, ist dieses Vertrauen irgendwann aufgebraucht
Es ist fraglich, ob es überhaupt Belege für einen Programmierfehler gibt
Computer können keine Verantwortung übernehmen und sollten daher keine Managemententscheidungen treffen
Wenn ein Programmierfehler das Leben von Menschen ruinieren kann, dann ist der Ansatz falsch
Es gibt die Sorge, dass DOGE den Software-Stack der Sozialversicherung neu schreiben wird und beim ersten Menschen mit dem Nachnamen „Null“ abstürzt
Es passieren Fehler vom Typ „Mein Finger ist ausgerutscht, und statt des komplexen und sorgfältigen Filters habe ich
select * from table;gedrückt“Wenn es ein Programmierfehler war, dann sollte man
git blamelaufen lassen und sich das Ergebnis ansehenIch lebe nicht in den USA, aber der DOGE-Ansatz wirkt wie der typische „move fast and break things“-Ansatz
Ein Sprecher erwähnte, dass das HHS Verwaltungsfunktionen neu organisiert, um den Betrieb zu verschlanken und die von der Biden-Regierung hinterlassenen Probleme zu beheben