Autonom fahrende Teslas verursachen häufiger tödliche Auffahrunfälle mit Motorradfahrern als andere Fahrzeuge
(fuelarc.com)- Laut Daten der NHTSA (US-Verkehrssicherheitsbehörde) waren seit 2022 autonom fahrende Tesla-Fahrzeuge an mindestens 5 tödlichen Motorradunfällen beteiligt
- Im selben Zeitraum gab es von anderen Herstellern autonom fahrender Autos oder Anbietern von ADAS-Technologie keine gemeldeten tödlichen Motorradunfälle
- Die meisten Unfälle ereigneten sich als Auffahrkollisionen, bei denen ein Tesla ein Motorrad von hinten rammte
Strukturelles Problem: Tesla-Fahrzeuge rammen Motorräder von hinten
- Eine Analyse der NHTSA-Daten zeigt, dass ein Verschulden der Motorradfahrer in den meisten Fällen nicht die Ursache war
- Betrachtet man die Kollisionsrichtung, kam es in 3 von 5 Fällen zu einem Aufprall an der Front oder linken Front des Tesla-Fahrzeugs
- Bei den übrigen 2 Fällen war die Richtungsangabe als "unbekannt" vermerkt, doch aus Presseberichten geht hervor, dass der Tesla jeweils von hinten auffuhr
- In allen Fällen ist davon auszugehen, dass das Tesla-Fahrzeug sich dem Motorrad von hinten näherte und dann kollidierte
Teslas Unfalldaten zum autonomen Fahren werden größtenteils geschwärzt
- Tesla beantragt in den an die NHTSA übermittelten Unfallberichten die Schwärzung fast aller beschreibenden Daten mit der Begründung "vertrauliche Informationen"
- Dadurch ist es für Medien und Forschende schwierig, den vollständigen Kontext der Unfälle nachzuvollziehen
- Zudem wurde die Abteilung der NHTSA für die Sicherheit autonomer Fahrzeuge zuletzt personell um die Hälfte reduziert
Zusammenfassung der Analysemethodik
- Nach den Kriterien der NHTSA für Berichte über Unfälle mit autonomem Fahren (SGO) wurden nur Fälle einbezogen, in denen die autonome Fahrfunktion innerhalb von 30 Sekunden vor dem Zusammenstoß aktiviert war
- Zwar besteht kein Zugang zu internen Tesla-Daten, doch da alle Hersteller nach denselben Kriterien berichten, ist ein Vergleich möglich
- Weitere Informationen wurden aus lokalen Nachrichtenberichten zusammengetragen
Zusammenfassung der Unfallfälle
April 2024, Snohomish, Washington
- Ein Tesla Model S fuhr auf einer stockenden Autobahn auf ein Motorrad auf; der Fahrer starb
- Der Fahrer schaute auf sein Handy, während der Autopilot aktiviert war
- Nach dem Unfall blieb der Fahrer weiter auf dem Gaspedal, sodass das Fahrzeug nicht anhielt
- Das automatische Notbremssystem wurde durch die Pedalbetätigung außer Kraft gesetzt
August 2023, Green Cove Springs, Florida
- Die Unfalldaten zum Tesla Model Y sind größtenteils geschwärzt, sodass die genaue Situation nicht nachvollzogen werden kann
- Der Verletzungsgrad wurde als „unbekannt“ gemeldet und daher nicht als tödlicher Unfall mitgezählt
August 2022, Boca Raton, Florida
- Ein Tesla Model 3 prallte mit mehr als 100 mph von hinten auf ein Motorrad; der Fahrer starb
- Der Fahrer vertraute auf den Autopiloten und fuhr alkoholisiert
- Er bekannte sich vor Gericht schuldig und wurde zu 2 Jahren Haft verurteilt
Juli 2022, Bluffdale, Utah
- Ein Tesla Model 3 fuhr auf einer Autobahn von hinten auf ein Motorrad auf, was zu einem tödlichen Unfall führte
- Der Fahrer erklärte, er habe das Motorrad nicht gesehen
- Es gab keine rechtlichen Konsequenzen im Zusammenhang mit dem Fall
April 2022, Florida (Stadt nicht offengelegt)
- Ein Tesla Model Y kollidierte auf einer Autobahn während der Geradeausfahrt mit einem Motorrad; der Unfall endete tödlich
- Unfallort und weitere Details lassen sich wegen Schwärzungen nicht feststellen
Juli 2022, Riverside, Kalifornien
- Ein Tesla Model Y rammte auf der Autobahn auf einer HOV-Spur ein Motorrad von hinten; der Fahrer starb
- Der Unfall ereignete sich unter normalen Bedingungen, ohne besonderes Wetter- oder Sichtproblem
Tödliche Unfälle mit autonomen Fahrzeugen entstehen durch das Zusammenspiel technischer Mängel und menschlicher Fehler
- Die NHTSA analysiert, dass Tesla-Fahrzeuge im autonomen Betrieb strukturell häufig Frontal Plane Crashs verursachen
- Tesla kollidiert nicht nur mit Einsatzfahrzeugen, sondern auch mit stehenden Fahrzeugen, Leitplanken und Motorrädern
- In 93 % der Fälle hätte ein menschlicher Fahrer den Zusammenstoß vermeiden oder die Folgen mindern können
Teslas autonome Fahrfunktionen erkennen kleine Objekte wie Fahrräder oder Motorräder nur eingeschränkt, und auch das Bremsen funktioniert nicht zuverlässig
Fahrer müssen weiterhin die Kontrolle über das Fahrzeug übernehmen, sind aber meist nicht ausreichend aufmerksam
Wenn weder das autonome System noch der Mensch aufmerksam sind, kann das tödliche Folgen haben
Reales Video, das die Probleme autonom fahrender Teslas zeigt
- Im YouTube-Video zeigt ein autonom fahrender Tesla beim Folgen hinter einem Motorrad ein merkwürdiges Fahrmuster
- Er hält den Abstand nicht zuverlässig ein oder lässt einen übermäßig großen Abstand
- Das macht die Grenzen der Sensorik deutlich und zeigt, wie instabil die reale Motorraderkennung ist
Fazit: tödliche Kombination – unvollständige Technik + unaufmerksamer Mensch
- Die autonome Fahrtechnik erkennt Motorräder nicht zuverlässig oder scheitert beim Bremsen
- Menschen verlassen sich auf das autonome Fahren und verlieren ihre Aufmerksamkeit
- Die Kombination beider Faktoren ist ein strukturelles Problem, das zu tödlichen Unfällen führt
- Besonders die Region Austin, TX, in der bald fahrerlose Robotaxis starten sollen, könnte für Motorradfahrer ein potenzielles Risiko darstellen
4 Kommentare
Sie scheinen wohl nicht vorauszusehen, dass schon ein paar mehr Fahrzeuge mit Radarsensoren den Fahrzeugpreis stark in die Höhe treiben würden, oder? Hm
Ich persönlich bin zwar eher ein Befürworter von Radar, aber ...
Das wusste ich nicht, aber offenbar kommt es nicht nur bei Tesla, sondern auch bei Fahrzeugen anderer Marken durchaus häufig zu Unfällen mit autonomen Fahrsystemen.
https://newautopost.co.kr/issue-plus/article/141980/
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