Auswirkungen von Gewalt auf menschliche Gene
- 1982 belagerte die syrische Regierung Hama und massakrierte Zehntausende Zivilisten. Dieses Ereignis hinterließ tiefe Spuren in den Genen syrischer Familien.
- Die Enkelkinder von Frauen, die während der Belagerung von Hama schwanger waren, tragen diese Spuren in ihren Genen, obwohl sie die Gewalt nicht selbst erlebt haben.
- Die Studie ist der erste Nachweis dafür, dass die vererbte Weitergabe von Stress, die bislang nur bei Tieren beobachtet wurde, auch beim Menschen auftreten kann.
Bedeutung der Studie
- Gene selbst verändern sich nicht durch Lebenserfahrungen, können aber über ein System namens Epigenetik reguliert werden.
- Als Reaktion auf Stress oder andere Ereignisse können Zellen kleine chemische Markierungen an Genen anbringen, die deren Verhalten steuern können.
- Diese Veränderungen können helfen, sich an belastende Umgebungen anzupassen, doch ihre Auswirkungen sind bislang noch nicht gut verstanden.
Forschungsmethode und Erkenntnisse
- Die Studie wurde mit drei Generationen syrischer Einwandererfamilien durchgeführt und verglich Familien, die den Angriff auf Hama erlebt hatten, mit Familien, die den jüngeren Bürgerkrieg erlebt hatten.
- Das Forschungsteam entdeckte 14 veränderte Bereiche in den Genen der Enkelkinder von Überlebenden von Hama.
- In den Genen von Menschen, die Gewalt direkt erlebt hatten, wurden 21 epigenetische Veränderungen festgestellt.
- Menschen, die bereits im Mutterleib Gewalt ausgesetzt waren, zeigten Hinweise auf eine beschleunigte epigenetische Alterung.
Reichweite der Studie
- Die Studie könnte nicht nur für Geflüchtete relevant sein, sondern auch für verschiedene Formen von Gewalt wie häusliche Gewalt, sexuelle Gewalt und Waffengewalt.
- Es sind weitere Studien nötig, um Zusammenhänge zwischen stressbedingten epigenetischen Veränderungen und Krankheiten zu finden.
- Die Untersuchung konzentrierte sich darauf, die anhaltenden Folgen von Krieg und Trauma sichtbar zu machen, und hob zugleich die Resilienz der beteiligten Familien hervor.
Fazit
- Die Ergebnisse zeigen, dass die genetischen Auswirkungen von Gewalt bis in zukünftige Generationen reichen können.
- Die an der Studie beteiligten Familien führen trotz Kriegserfahrungen produktive Leben und bewahren ihre Traditionen.
- Diese Resilienz und Ausdauer könnten eine einzigartige menschliche Eigenschaft sein.
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