- Oracle hat einen Antrag auf Abweisung von Denos Petition zur Löschung der Marke „JavaScript“ eingereicht
- Das wirkt wie ein Versuch, die Frage zu umgehen, dass JavaScript ein offener Standard mit mehreren unabhängigen Implementierungen ist
Rückblick
- Vor zwei Jahren wurde ein Blogbeitrag veröffentlicht, der Oracle aufforderte, die JavaScript-Marke aufzugeben, doch es gab keine Antwort.
- Danach wurde ein offener Brief veröffentlicht, unterzeichnet von Brendan Eich und mehr als 16.000 JavaScript-Entwicklern, doch Oracle reagierte weiterhin nicht.
- Deno reichte beim USPTO eine formelle Petition zur Löschung von Oracles Marke „JavaScript“ ein. Die Petition stützt sich auf drei Gründe:
- Gattungsbegriff: JavaScript ist eine weit verbreitete Programmiersprache, nicht Oracles Produkt.
- Aufgabe: Oracle verwaltet oder pflegt die Marke nicht.
- Betrug gegenüber dem USPTO: Oracle reichte bei der Verlängerung irreführende Belege ein.
Oracles Verteidigung
- Oracle antwortet nur auf den Betrugsvorwurf und argumentiert, die verwendeten Node.js-Screenshots seien zwar benutzt worden, aber nicht wichtig.
- Oracles JavaScript-Marke umfasst Softwareprodukte (Klasse 9) und technische Dienstleistungen (Klasse 42). Oracle behauptet, die Node.js-Screenshots beträfen nur Klasse 9.
- Oracle behauptet, die Oracle-JET-Seite reiche sowohl für Klasse 9 als auch für Klasse 42 aus.
Verfahrensverzögerung
- Oracle reichte diesen Antrag erst zum Fristende ein und verzögert damit die Diskussion darüber, ob „JavaScript“ ein allgemeiner Begriff ist.
- Dieser rechtliche Schritt zwingt die Antragsteller dazu, den Betrugsvorwurf fallenzulassen oder Monate mit der Klärung verfahrensrechtlicher Fragen zu verbringen.
Das eigentliche Problem
- Oracle hat JavaScript nicht erfunden und kontrolliert JavaScript nicht. Das Unternehmen hat kein Recht, die Marke für JavaScript zu besitzen.
- JavaScript wird durch eine offene Spezifikation namens ECMA-262 definiert und von TC39 gepflegt, an dem Vertreter von Google, Apple, Microsoft, Mozilla und anderen beteiligt sind.
- Oracle spielt bei Verwaltung, Implementierung oder Weiterentwicklung von JavaScript keinerlei Rolle.
Wie man helfen kann
- Diesen Beitrag teilen und das Bewusstsein für Oracles Markenanspruch schärfen.
- Den offenen Brief auf javascript.tm unterzeichnen.
- Journalisten können Kontakt aufnehmen, um weitere Informationen zu erhalten.
- Wir lassen uns von Oracles juristischen Manövern nicht einschüchtern und werden diesen Fall mit einer starken Begründung weiterverfolgen.
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
Danke an Ryan dafür, dass er sich dieses Themas annimmt; das Update ist interessant. Dass Oracle versucht, noch ein paar Monate Verzögerung hineinzubringen, wirkt typisch. Selbst wenn es Jahre dauert, ist es das wert, wenn am Ende ein gutes Ergebnis herauskommt. Es ist erfreulich, dass das rechtliche Verfahren voranschreitet.
Als ich vor 30 Jahren angefangen habe, IT zu studieren, hörte ich negative Meinungen über Oracle, und seitdem habe ich Oracle nicht mehr verwendet.
Interessant war, dass der Screenshot von Oracle im Internet Explorer aufgenommen wurde. Das weckte Erinnerungen an die Vergangenheit.
Oracle wird versuchen, die Sache so weit wie möglich vor Gericht zu bringen. Um Cantrill zu zitieren: ein Unternehmen, das sich wie ein Rasenmäher verhält.
Es gibt Leute, die sich über Oracle JET wundern.
Ich freue mich, dass der Kampf gegen Oracle läuft. Oracle ist geradezu teuflisch. Microsofts Browser basiert auf Chromium, daher frage ich mich, warum er in der Liste enthalten war. Es wäre besser, Brave und ähnliche hinzuzufügen.
Das Unternehmen hinter Deno hat beim USPTO offiziell eine Petition eingereicht, um Oracles Marke "JavaScript" aufzuheben. Problematisch ist, dass Oracle einen Screenshot der Node.js-Website verwendet hat, um die Marke zu verlängern.
Ich habe Larry Ellisons Biografie gelesen und war erstaunt darüber, wie viel Kultur er kontrolliert. Ihm gehören MySQL und Java, und als Nächstes wird er wohl ein großes Entertainment-Unternehmen besitzen.
Die Web-/Open-Source-Community könnte JavaScript umbenennen. Man könnte es in LiveScript, WebScript oder Ähnliches ändern. Man könnte Oracle ignorieren und einfach weitermachen.
Ich frage mich, ob es wirklich ein gutes Argument ist, dass Oracle JavaScript nicht kontrolliert. Vielleicht ist es besser, es in einer Grauzone zu belassen, bis Oracle aggressiver vorgeht.