- Am 22. November 2024 reichte Deno offiziell eine Petition beim USPTO (United States Patent and Trademark Office) ein, um die Marke „JavaScript“ löschen zu lassen
- Diese Klage ist ein wichtiger Versuch, „JavaScript“ aus rechtlichen Verstrickungen zu befreien und als Gemeingut anerkennen zu lassen
- Im Erfolgsfall wären Bezeichnungen wie „JavaScript Conference“ statt „JSConf“ möglich
- Statt des Namens ECMAScript könnte „JavaScript Specification“ verwendet werden
- Die Community könnte sich von rechtlichen Drohungen bei der Verwendung des Begriffs „JavaScript“ befreien
- Der vollständige Text der Petition ist hier verfügbar und basiert auf drei zentralen Argumenten
Argument 1: JavaScript ist ein Gattungsbegriff
- JavaScript hat sich als allgemeine Bezeichnung für die in der ECMA-262-Spezifikation definierte Programmiersprache etabliert
- Es wird unabhängig von Millionen von Entwicklern und Organisationen weltweit verwendet
- Oracle kontrolliert weder die JavaScript-Spezifikation noch deren Nutzung, und JavaScript ist keine Marke, sondern ein Kernbestandteil moderner Programmierung
- Marken, die rechtlich zu Gattungsbegriffen geworden sind, können nicht als Marken aufrechterhalten werden
Argument 2: Betrügerisches Verhalten von Oracle
- Oracle reichte 2019 im Zuge der Verlängerung der JavaScript-Marke falsche Belege beim USPTO ein
- Ein Screenshot von Node.js wurde als Nachweis kommerzieller Nutzung eingereicht, obwohl Node.js ein Projekt ohne Bezug zu Oracle ist
- Falls das USPTO die Marke auf Grundlage dieser falschen Belege verlängert hat, könnte die Verlängerung für nichtig erklärt werden
Argument 3: Aufgabe der Nutzung der Marke
- Oracle hat die Marke aufgegeben, indem das Unternehmen keine nennenswerten Produkte oder Dienstleistungen unter dem Namen „JavaScript“ anbietet
- Geringfügige Angebote wie das JavaScript Extension Toolkit oder GraalVM gelten nicht als kommerzielle Nutzung
- Nach US-Recht gilt eine Marke als aufgegeben, wenn sie drei Jahre in Folge nicht genutzt wurde, und Oracle erfüllt dieses Kriterium
Nächste Schritte
- Oracle muss bis zum 4. Januar 2025 antworten
- Erfolgt keine Antwort, gilt das Verfahren standardmäßig als Niederlage für Oracle, und die Marke wird mit hoher Wahrscheinlichkeit gelöscht
- Falls Oracle das Verfahren weiterführt, ist Deno darauf vorbereitet, umfangreiche Belege für Oracles Nichterfüllung der rechtlichen Anforderungen vorzulegen
- Der gesamte Verlauf des Verfahrens soll transparent mit der Community geteilt werden
Unterstützung der Community
- Mehr als 14.000 Entwickler, darunter Brendan Eich (der Erfinder von JavaScript), haben den offenen Brief – Oracle, it’s time to free JavaScript. unterzeichnet, der die Aufgabe der Marke fordert
- Es wird daran gearbeitet, „JavaScript“ zu einem so offenen und zugänglichen Namen zu machen wie die Sprache selbst
- Durch das Teilen des Beitrags kann man dazu beitragen, über den Fortgang des Verfahrens zu informieren
7 Kommentare
Früher wurde es zwar als ein weiteres Kind von Java missverstanden, aber inzwischen ist JavaScript deutlich populärer, und heutzutage gibt es auch viele, die Java gar nicht lernen, sodass sich die Popularität komplett umgekehrt hat.
Es fühlt sich ein bisschen so an, als dürfte man seinen Vater nicht Vater nennen. Hoffentlich wird der Name den Entwicklern wieder zurückgegeben.
Es wirkt so, als hätte Oracle, angefangen bei Java, dem Lager der freien Software überhaupt nicht geholfen.
Trotzdem ist es immer Oracle, die den ersten Schuss abgeben …
Javascriptwird häufig als Ableitung von Java missverstanden, daher wäre es wohl besser, den Namen zu ändern ...Ist das heutzutage immer noch so?
Oracle, es ist Zeit, JavaScript loszulassen.