1 Punkte von GN⁺ 2025-12-05 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen
  • Die von Oracle gehaltene „JavaScript“-Marke wird faktisch nicht genutzt, wodurch es bei Entwicklern weltweit zu Verwirrung und Unannehmlichkeiten kommt
  • Nach US-Recht gilt eine Marke als aufgegeben, wenn sie länger als drei Jahre nicht verwendet wurde oder zum generischen Begriff wird; JavaScript erfüllt beide Voraussetzungen
  • Oracle hat nie ein substantielles Produkt unter dem Namen JavaScript angeboten, und Node.js, JET oder GraalVM sind keine tragfähige Grundlage für eine Markennutzung
  • „JavaScript“ ist schon zum allgegenwärtigen allgemeinen Begriff geworden, den weltweit Hunderte Millionen Menschen frei verwenden, und Oracle schützt oder kontrolliert ihn nicht
  • Dieses Schreiben erklärt, dass die JavaScript-Marke in die Public Domain zurückgeführt werden soll und im Bedarfsfall ein Antrag auf Markenstreichung beim USPTO gestellt wird

Behauptung der Aufgabe der JavaScript-Marke

  • JavaScript ist die weltweit am weitesten verbreitete Programmiersprache, der Name selbst ist jedoch eine Marke, die von Oracle gehalten wird
    • Die meisten Entwickler sind sich dieser Tatsache nicht bewusst, und die Diskrepanz zwischen Markenrecht und tatsächlicher Verwendung ist groß
  • Der Markenbesitz von Oracle stellt rechtlich eine Markenaufgabe (Abandonment) dar
    • Auch bei früheren Anfragen zur Aufhebung der Marke blieb eine Reaktion von Oracle aus
    • Es wurde ausdrücklich darauf verwiesen, dass nun aktiv dafür gesorgt werden muss, JavaScript in die Öffentlichkeit (public domain) zurückzuführen

Rechtliche Grundlage für die Markenaufgabe

  • Der US-Code, Titel 15, Paragraph 1127 regelt zwei Bedingungen für eine Markenaufgabe
    1. Nichtverwendung über mehr als drei Jahre und keine Absicht, wieder zu verwenden
    2. Die Marke hat an Unterscheidungskraft verloren, weil sie ein allgemeiner Begriff (generic term) geworden ist
  • Es wird festgehalten, dass JavaScript beiden Kriterien entspricht

Verlauf der Markenübertragung von Netscape, Sun und Oracle

  • 1995 kooperierten Netscape und Sun Microsystems bei der Entwicklung von JavaScript
    • Brendan Eich erstellte die erste Version in nur zehn Tagen
    • Sun hielt die JavaScript-Marke
  • Als Oracle 2009 Sun übernahm, wurde auch die Marke JavaScript übernommen
  • Weder Oracle noch Sun haben je ein Produkt unter dem Namen JavaScript eingeführt
    • Die Rechtsabteilung habe die Marke nur routinemäßig erneuert; es wird auch die Möglichkeit genannt, dass intern nicht einmal erkannt wurde, dass die Marke gehalten wurde

„Use it or lose it“ — wenn nicht genutzt, geht sie verloren

  • Oracle hat JavaScript als Marke tatsächlich nicht genutzt
    • Der Netscape Navigator unterstützte JavaScript in den 1990er- und 2000er-Jahren, jedoch wurde der Support 2008 eingestellt
    • Danach entwickelte sich JavaScript unabhängig von Oracle weiter
  • In den 2019 beim USPTO eingereichten Unterlagen werden Node.js und Oracle JET genannt
    • Node.js ist kein Oracle-Produkt
    • JET ist lediglich eine Sammlung von JavaScript-Bibliotheken für Oracle Cloud
  • Oracle GraalVM unterstützt zwar die Ausführung von JavaScript, steht aber nicht in Beziehung zu den Standard-Implementierungen (V8, JavaScriptCore, SpiderMonkey)
  • Diese Beispiele erfüllen nicht die Anforderungen an eine echte markenmäßige Nutzung

Generische Natur von „JavaScript“

  • 1996 trieb ECMA International die Standardisierung der Sprache voran, doch Sun lehnte die Verwendung der Bezeichnung „JavaScript“ ab
    • Stattdessen wurde der Name „ECMAScript“ gewählt
    • Brendan Eich erklärte, dass „ECMAScript“ ein unerwünschter Name gewesen sei
  • Das TC39-Komitee von ECMA verwaltet den ECMA-262-Standard, an dem wichtige Browser und Laufzeitumgebungen wie Node.js und Deno beteiligt sind
  • Oracle hat keine Markenansprüche geltend gemacht oder Nutzungseinschränkungen durchgesetzt
    • Jeder kann den Namen „JavaScript“ frei verwenden
    • Das zeigt, dass die Marke bereits zu einem Gattungsbegriff geworden ist
  • Communities wie JSConf mussten den Begriff „JavaScript“ meiden, um rechtlichen Problemen auszuweichen
    • Namen wie „JavaScript Conference“ oder „JavaScript Specification“ konnten nicht verwendet werden
  • Die Unstimmigkeit zwischen Markeninhaberschaft und tatsächlicher Nutzung ist gravierend

Aufforderung zur Löschung der Marke

  • Rechtlich erfüllt die JavaScript-Marke beide Bedingungen der Nichtverwendung und Generizität
  • Das USPTO sollte dies als generischen Begriff anerkennen und die Marke streichen
  • Oracle erzielt aus der Marke keinen konkreten geschäftlichen Nutzen; sie wird vielmehr durch den automatisierten Verlängerungsprozess der Rechtsabteilung aufrechterhalten
  • Für den Fall, dass Oracle nicht antwortet, ist die Einreichung einer Petition for Cancellation beim USPTO vorgesehen

Aufruf an Leserinnen, Leser und Rechtsunterstützer

  • Es wird um die Unterzeichnung des offenen Briefs gebeten,
    • Organisationen mit mindestens 25 Mitarbeitenden können sich per E-Mail an companies@javascript.tm beteiligen
  • Es wird um pro bono Unterstützung durch einen auf Markenrecht spezialisierten Rechtsanwalt gebeten
    • Da Oracle mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht antworten wird, ist ein Vorgehen über rechtliche Schritte notwendig
    • Wer sich beteiligen möchte, sollte sich an lawyers@javascript.tm wenden

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