- Die von Oracle gehaltene „JavaScript“-Marke wird faktisch nicht genutzt, wodurch es bei Entwicklern weltweit zu Verwirrung und Unannehmlichkeiten kommt
- Nach US-Recht gilt eine Marke als aufgegeben, wenn sie länger als drei Jahre nicht verwendet wurde oder zum generischen Begriff wird; JavaScript erfüllt beide Voraussetzungen
- Oracle hat nie ein substantielles Produkt unter dem Namen JavaScript angeboten, und Node.js, JET oder GraalVM sind keine tragfähige Grundlage für eine Markennutzung
- „JavaScript“ ist schon zum allgegenwärtigen allgemeinen Begriff geworden, den weltweit Hunderte Millionen Menschen frei verwenden, und Oracle schützt oder kontrolliert ihn nicht
- Dieses Schreiben erklärt, dass die JavaScript-Marke in die Public Domain zurückgeführt werden soll und im Bedarfsfall ein Antrag auf Markenstreichung beim USPTO gestellt wird
Behauptung der Aufgabe der JavaScript-Marke
- JavaScript ist die weltweit am weitesten verbreitete Programmiersprache, der Name selbst ist jedoch eine Marke, die von Oracle gehalten wird
- Die meisten Entwickler sind sich dieser Tatsache nicht bewusst, und die Diskrepanz zwischen Markenrecht und tatsächlicher Verwendung ist groß
- Der Markenbesitz von Oracle stellt rechtlich eine Markenaufgabe (Abandonment) dar
- Auch bei früheren Anfragen zur Aufhebung der Marke blieb eine Reaktion von Oracle aus
- Es wurde ausdrücklich darauf verwiesen, dass nun aktiv dafür gesorgt werden muss, JavaScript in die Öffentlichkeit (public domain) zurückzuführen
Rechtliche Grundlage für die Markenaufgabe
- Der US-Code, Titel 15, Paragraph 1127 regelt zwei Bedingungen für eine Markenaufgabe
- Nichtverwendung über mehr als drei Jahre und keine Absicht, wieder zu verwenden
- Die Marke hat an Unterscheidungskraft verloren, weil sie ein allgemeiner Begriff (generic term) geworden ist
- Es wird festgehalten, dass JavaScript beiden Kriterien entspricht
Verlauf der Markenübertragung von Netscape, Sun und Oracle
- 1995 kooperierten Netscape und Sun Microsystems bei der Entwicklung von JavaScript
- Brendan Eich erstellte die erste Version in nur zehn Tagen
- Sun hielt die JavaScript-Marke
- Als Oracle 2009 Sun übernahm, wurde auch die Marke JavaScript übernommen
- Weder Oracle noch Sun haben je ein Produkt unter dem Namen JavaScript eingeführt
- Die Rechtsabteilung habe die Marke nur routinemäßig erneuert; es wird auch die Möglichkeit genannt, dass intern nicht einmal erkannt wurde, dass die Marke gehalten wurde
„Use it or lose it“ — wenn nicht genutzt, geht sie verloren
- Oracle hat JavaScript als Marke tatsächlich nicht genutzt
- Der Netscape Navigator unterstützte JavaScript in den 1990er- und 2000er-Jahren, jedoch wurde der Support 2008 eingestellt
- Danach entwickelte sich JavaScript unabhängig von Oracle weiter
- In den 2019 beim USPTO eingereichten Unterlagen werden Node.js und Oracle JET genannt
- Node.js ist kein Oracle-Produkt
- JET ist lediglich eine Sammlung von JavaScript-Bibliotheken für Oracle Cloud
- Oracle GraalVM unterstützt zwar die Ausführung von JavaScript, steht aber nicht in Beziehung zu den Standard-Implementierungen (V8, JavaScriptCore, SpiderMonkey)
- Diese Beispiele erfüllen nicht die Anforderungen an eine echte markenmäßige Nutzung
Generische Natur von „JavaScript“
- 1996 trieb ECMA International die Standardisierung der Sprache voran, doch Sun lehnte die Verwendung der Bezeichnung „JavaScript“ ab
- Stattdessen wurde der Name „ECMAScript“ gewählt
- Brendan Eich erklärte, dass „ECMAScript“ ein unerwünschter Name gewesen sei
- Das TC39-Komitee von ECMA verwaltet den ECMA-262-Standard, an dem wichtige Browser und Laufzeitumgebungen wie Node.js und Deno beteiligt sind
- Oracle hat keine Markenansprüche geltend gemacht oder Nutzungseinschränkungen durchgesetzt
- Jeder kann den Namen „JavaScript“ frei verwenden
- Das zeigt, dass die Marke bereits zu einem Gattungsbegriff geworden ist
- Communities wie JSConf mussten den Begriff „JavaScript“ meiden, um rechtlichen Problemen auszuweichen
- Namen wie „JavaScript Conference“ oder „JavaScript Specification“ konnten nicht verwendet werden
- Die Unstimmigkeit zwischen Markeninhaberschaft und tatsächlicher Nutzung ist gravierend
Aufforderung zur Löschung der Marke
- Rechtlich erfüllt die JavaScript-Marke beide Bedingungen der Nichtverwendung und Generizität
- Das USPTO sollte dies als generischen Begriff anerkennen und die Marke streichen
- Oracle erzielt aus der Marke keinen konkreten geschäftlichen Nutzen; sie wird vielmehr durch den automatisierten Verlängerungsprozess der Rechtsabteilung aufrechterhalten
- Für den Fall, dass Oracle nicht antwortet, ist die Einreichung einer Petition for Cancellation beim USPTO vorgesehen
Aufruf an Leserinnen, Leser und Rechtsunterstützer
- Es wird um die Unterzeichnung des offenen Briefs gebeten,
- Organisationen mit mindestens 25 Mitarbeitenden können sich per E-Mail an companies@javascript.tm beteiligen
- Es wird um pro bono Unterstützung durch einen auf Markenrecht spezialisierten Rechtsanwalt gebeten
- Da Oracle mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht antworten wird, ist ein Vorgehen über rechtliche Schritte notwendig
- Wer sich beteiligen möchte, sollte sich an lawyers@javascript.tm wenden
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