Probleme in der Ausrichtung der TV-Branche
- Es zeigt sich eine deutliche Tendenz, dass Unternehmen stärker auf Gewinnmaximierung setzen als auf die Verbesserungen, die Nutzerinnen und Nutzer bei einem TV wirklich wollen.
- Die auf der CES 2025 vorgestellten Fernseher zeigen eher einen Fokus auf KI- und Softwarefunktionen als auf tatsächliche Verbesserungen von Bild- und Tonqualität.
Rückgang bei der LG-Fernbedienung
- Mit der Umstellung von der bisherigen Magic Remote auf die AI Remote ist die dedizierte Taste für den Eingangswechsel verschwunden.
- Für den Eingangswechsel muss die Home Hub-Taste lange gedrückt werden, was umständlich ist.
- Ein kurzer Druck auf die Home Hub-Taste blendet das webOS-App-Dashboard ein, was neuen Nutzern nicht intuitiv erscheint.
- Es wurden Buttons ergänzt, um die Nutzung von webOS-Apps zu fördern, während Basissteuerungstasten wie Wiedergabe/Pause fehlen.
- Stattdessen wurden etwa ein FAST (Free Ad-Supported Streaming TV)-Kanal von LG oder eine dedizierte Amazon Alexa-Taste ergänzt.
- Die Priorisierung liegt auf Funktionen, die die Nutzung von LG webOS-Apps fördern, nicht auf Nutzerkomfort.
- Damit soll offenbar die Streaming-Abonnementumsatzgenerierung über die Verlagerung auf webOS-Apps vorangetrieben werden.
- Es gibt Pläne, Werbeumsätze auf der webOS-Plattform zu erzielen.
- Es wirkt wie eine Strategie, Nutzerinformationen zu sammeln und zu nutzen.
Vom Hardwarehersteller zur Softwareplattform
- Hintergrund von LGs Business-Umstellung
- Wie andere TV-OEMs expandiert auch LG sein Werbe- und Daten-Geschäft.
- Über Partnerschaften mit Datenanalyseunternehmen wie Nielsen fokussiert LG sich immer stärker auf die Erhebung von Kundendaten.
- Die Marge im TV-Hardwareverkauf sinkt, und der Wettbewerb mit günstigen Marken wie Vizio und Roku verschärft sich.
- Einige Low-Cost-Marken verfolgen Strategien, bei denen sie trotz Verlusten im Hardwareverkauf über Werbeerlöse und Datenerhebung Gewinne kompensieren.
- LGs Software-Plattform-Strategie
- Im September 2023 kündigte LG an, in ein „Media Entertainment Platform“-Unternehmen zu werden.
- Ziel ist es, auf OLED- und QNED-TV-Produkten verschiedene Dienste sowie kuratierte Inhalte bereitzustellen.
- Bis 2028 will LG rund 1 Billion Won (etwa 737,7 Millionen US-Dollar) in das webOS-Geschäft investieren.
- Die AI-Remote-Änderung scheint Teil dieser softwarezentrierten Strategie zu sein und auf Kosten der klassischen Hardwarefunktionalität zu erfolgen.
- Aktuelle Bedenken
- Angesichts der Forderung nach mehr TV-Langlebigkeit, Marktsättigung und wirtschaftlichen Schwierigkeiten muss LG neue Erlösquellen finden.
- Es wirkt jedoch unangemessen, Käuferinnen und Käufern teurer Fernseher zusätzliche Belastungen aufzuerlegen.
- Insbesondere gibt es Sorge, dass die Nutzererfahrung von Premium-Käufern zugunsten der Profitabilität von LG geopfert wird.
Google TV und die Bewegung zu Abo-Modellen
- Mehrere Fernsehersteller wie Sony, TCL und Philips setzen auf Google-Software.
- Auf der CES 2025 sollen zahlreiche vorgestellte TVs mit dem „Gemini Enhanced Google Assistant“ ausgestattet werden.
- Lowpass argumentiert, dass angesichts der bislang begrenzten Nutzung von Google Assistant in TVs fraglich sei, ob diese Funktionen wirklich auf Nutzerbedarf beruhen.
- Neue Hardware und Funktionen
- Zum ersten Mal werden Mikrofone mit Fernfeld-Spracherkennung integriert, sodass Sprachbefehle auch dann empfangen werden können, wenn der TV ausgeschaltet ist.
- Erstmals wird der generative KI-Chatbot Gemini von Google in einen TV integriert.
- Trotz unklarer Nachfrage und Datenschutzbedenken werden 2025er TVs mit Fernfeldmikrofonen ausgeliefert.
- Zwar soll es eine Option zum Deaktivieren der Mikrofone geben, doch bleibt der Eindruck, dass diese Hardware besser für andere nützliche Funktionen genutzt hätte werden können.
- Google-Abonnement-Pläne
- Laut PCWorld plant Google, für die Nutzung von Gemini im TV eine Abogebühr zu erheben.
- Shalini Govil-Pai, VP und GM von Google TV, sagte, Ziel sei es, Gemini so viel Wert zu verleihen, dass Nutzern der Dienst freiwillig Geld wert erscheint.
- Vorgesehene künftige Funktionen
- Personalisierte Inhaltsempfehlungen sind geplant, etwa „etwas wie Jurassic Park, aber geeignet für Kinder“.
- Es soll Funktionen geben, die bei Anwesenheit einer Person vor dem TV Wetter, Top-Nachrichten und Termine anzeigen.
- Geplant sind außerdem ein KI-generierter Nachrichten-Briefing-Service und Antworten auf Bildungsanfragen als Text, Audio oder YouTube-Video.
- Bedenken
- Angesichts der Tatsache, dass viele bereits Desktop-PC, Laptop, Tablet und Smartphone nutzen, wird der praktische Nutzen solcher TV-Funktionen infrage gestellt.
- Govil-Pai räumt selbst ein, dass Menschen kaum daran gewöhnt sind, einen TV auf diese Weise zu nutzen.
- Die geplante Monetarisierung per Abonnement für Funktionen mit unklarer Nachfrage wirkt wie eine Fokussierung auf Gewinne vor Nutzerbedürfnissen.
Samsungs KI-zentrierte Strategie
- Einführung KI-basierter Kochfunktionen
- Samsung zeigt Bestrebungen, TV-Zuschauer dahin zu lenken, Kochinfos nicht mehr über Kochsendungen oder Online-Videos, sondern über Samsungs TV-Software zu beziehen.
- Die auf der CES vorgestellte Funktion „Samsung Food for TVs“ nutzt den KI-Prozessor im TV, um das im Bild gezeigte Essen zu identifizieren und passende Rezepte vorzuschlagen.
- Es handelt sich um die TV-Version einer Funktion, die nach dem Erwerb der Whisk-App 2019 2023 erstmals als iOS- und Android-App vorgestellt wurde.
- Laut TechCrunch sind KI-Werkzeuge zur rezeptbasierten Empfehlung auf Basis von Speisekartenbildern noch nicht ausgereift.
- Geschäftliche Verknüpfung
- Auf der CES wurde eine Partnerschaft mit Instacart angekündigt, um einen Lebensmitteleinkauf über den Samsung Smart Fridge anzubieten.
- Über die Samsung Food Mobile-App ist der Lieferstatus der bestellten Speisen auf dem TV einsehbar.
- Mit KI und Kamera wird der Bestand im Samsung-Kühlschrank erfasst, und eine Einkaufsliste für Rezepte wird automatisch generiert.
- Für diese Dienste ist ein Samsung-Konto erforderlich, was die Erfassung und Nutzung von Nutzerinformationen ermöglicht.
- Neue KI-Funktionen
- Die neue TV-Fernbedienung erhält einen eigenen KI-Button.
- Mit Tragen der Samsung Galaxy Watch können Gesten genutzt werden, um den TV zu steuern.
- Die AI-Karaoke-Funktion ermöglicht es, den Gesang aus Musik zu entfernen und das Smartphone als Mikrofon zu verwenden.
- Datensammlung und Werbestrategie
- Wie bei LG steigt auch Samsungs Fokus auf Werbung und Datensammlung.
- Im Mai wurde die automatische Erkennungstechnologie für Inhalte ausgeweitet, die Werbeeinblendungen in Streaming-Diensten nachverfolgen kann.
- Durch die Werbeanalytik-Partnerschaft mit Experian wird eine datenbasierte Werbestrategie weiter ausgebaut.
Status der Einführung großer Sprachmodelle (LLM) durch TV-Hersteller
- TV ist in den meisten US-Haushalten eine alltägliche Technologie, während generative KI-Chatbots für viele Menschen noch eine neuartige, wenig erprobte Technologie sind.
- Trotz dieses Reifeunterschieds entschieden sich LG und Samsung, Microsofts Copilot-Chatbot in 2025-Modelle zu integrieren.
- LGs Copilot-Planung
- LG sagt, Copilot werde es dem TV ermöglichen, Gesprächskontexte zu verstehen und feine Nutzerintentionen zu erfassen.
- Mit der Einführung von Microsoft Copilot erhoffen sich LG und Nutzer eine effizientere Suche und Strukturierung komplexer Informationen mithilfe kontextueller Hinweise.
- Es wird davon ausgegangen, dass KI-Chatbots potenzielle Probleme der Nutzer im Voraus erkennen und rechtzeitig wirksame Lösungen liefern.
- Samsungs KI-Strategie
- Samsung plant, Copilot auch in einigen Smart-Monitoren zu integrieren.
- Samsung kündigte an, dass Copilot personalisierte Inhalte empfehlen werde.
- Laut CNET soll Copilot eingesetzt werden, um aufeinanderfolgende Befehle wie Lautstärkeregelung und Kanalwechsel zu verstehen.
- Samsung plant zusätzliche KI-Partnerschaften, einschließlich einer Zusammenarbeit mit Google.
- Bedenken
- Es wird hinterfragt, warum mehrere KI-Partnerschaften aufgebaut werden, bevor man überhaupt das Nutzungsverhalten für LLMs im TV kennt.
- Unklar bleibt, warum mehrere KI-Partner nötig sind, wo oft ein einzelner reichen könnte.
- Es wirkt, als fehle eine Überprüfung, wie gut die Eigenschaften eines TV-Geräts zu praktischen Einsatzszenarien generativer KI passen.
Analyse des Wandels von TVs zu Plattformgeschäften
- Eine ausgewogene Sicht auf TV-Innovationen
- Es braucht keinen pauschalen Bruch mit neuen, überraschenden TV-Funktionen, sondern eine ausgewogene Bewertung.
- Der Punkt ist nicht, TV-Apps oder KI-Technologien pauschal abzulehnen, sondern deren Einsatzrichtung zu überdenken.
- Es muss anerkannt werden, dass KI-Marketing im Bereich der Unterhaltungselektronik oft übertreibt, was reale Nachfrage, Vorteile und Potenzial betrifft.
- Positive Anwendungsfälle von KI
- KI wird wirksam für die tatsächliche Verbesserung des TV-Erlebnisses eingesetzt, etwa bei Sound-, Farb- und Helligkeitsoptimierung.
- Es gibt sinnvolle Beispiele, etwa Bildanpassung an die Umgebung oder Upscaling.
- Samsungs Funktion „AI Live Translate“ gilt als praktische Innovation, da sie Fremdsprachensubtitles in Echtzeit übersetzt und den Konsum internationaler Inhalte erleichtert.
- Problematische Richtung in der aktuellen TV-Industrie
- Es zeigt sich ein Trend, dass TVs zu Plattformen werden, über die Apps, KI und Werbung ausgeliefert werden.
- Selbst teure Premium-TVs betonen Funktionen, die hinsichtlich Nutzwert, Wirksamkeit und Datenschutz fragwürdig sind.
- Statt R&D-Ressourcen in Verbesserungen von Hardware oder Nutzererlebnis zu investieren, erscheint die Priorisierung von Funktionen wie KI-Karaoke bedauerlich, da dort möglicherweise bedeutungsvollere Innovation möglich gewesen wäre.
- Industrielles Dilemma und Verbrauchereffekte
- Angesichts der ökonomischen Probleme in der TV-Industrie ist der Versuch, neue Erlösmodelle zu finden, nachvollziehbar.
- Gleichzeitig führt er dazu, dass Konsumentinnen und Konsumenten für Funktionen bezahlen, die sie in der Praxis nicht nutzen werden.
- Für Nutzer, die TVs wegen hervorragender Bild- und Tonqualität bevorzugen, wird es immer schwieriger, unnötige Funktionen auszufiltern.
- Bedeutung
- Die Plattformmigration der TV-Hersteller scheint in Teilen unvermeidbar, erfordert aber ein besseres Gleichgewicht mit dem Kundennutzen.
- Die Einführung von KI sollte sich am tatsächlichen Bedarf und Nutzen der Nutzer orientieren.
- Es ist Zeit, ein sinnvolles Gleichgewicht zwischen der Steigerung des inhärenten Hardware-Werts und der Weiterentwicklung als Softwareplattform zu finden.
Fazit
- Dass TV-Hersteller sich stärker auf die Plattformisierung von TV über Software konzentrieren als auf Hardware-Qualitätsverbesserungen, ist ein besorgniserregender Trend.
- Selbst teure Premium-TVs werden mit unnötigen Funktionen überfrachtet.
- Mehr Forschung und Entwicklung sind nötig, um die Bild- und Tonqualität zu verbessern, die Nutzer wirklich wünschen.
- Es bedarf einer größeren Wachsamkeit, damit TVs nicht zu Plattformen für Werbung und Datensammlung verkommen.
4 Kommentare
Dass man nutzlose Optionen anbietet, die man möglicherweise gar nicht benutzt, und dafür einen so hohen Preis verlangt, ist wirklich ...
Aus demselben Grund kaufe ich auch keinen Samsung Smart Monitor.
Es wäre ideal, wenn man für Nutzer von Apple TV nur Hardware ohne all diese Funktionen anbieten würde.
Hacker News Kommentar
Es gibt Beschwerden über ein unnötiges Downgrade der LG-Fernbedienung; das Entfernen der Pausetaste hat sie unhandlich gemacht
Skepsis gegenüber der Gemini-Funktion von Google TV
claude.aigenanntEinschätzung, dass das Umschalten der Eingänge viele normale Nutzer verunsichert
Kritik am Gemini-Abonnementdienst von Google
Vergleich von George Orwells Roman 1984 mit heutiger Technik
Wunsch nach einem einfachen, reaktionsschnellen TV
Moderne Deutung eines Zitats von Henry Ford
Kritik daran, dass die TV-Fernbedienung keine Eingabetaste hat
Begründung dafür, warum statt eines neuen TVs ein M4 Mac Mini gekauft wurde
Zufriedenheitsbericht, indem ein Projektor statt TV genutzt wurde