- Moderne Smart-TVs sind voller Werbung und Nutzer-Tracking, wodurch die Nachfrage nach einfachen, datenschutzfreundlichen „Dumb TVs“ wieder steigt
- Die praktikabelste Alternative ist, einen Smart-TV offline zu betreiben und eine Apple-TV-Box anzuschließen, was eine schnelle und stabile tvOS-Umgebung bietet
- Vollständig nicht-smarten Fernseher werden immer seltener; nur einige Marken wie Emerson, Westinghouse und Sceptre verkaufen noch begrenzt Modelle
- Als alternative Displays kommen Projektoren, Computermonitore und Digital Signage in Frage; dabei sollten jeweils HDCP-2.2-Kompatibilität und das Nutzungsszenario berücksichtigt werden
- Mit einer Kombination aus Laptop, HTPC, NAS, Antenne und anderen Geräten ist Fernsehen ohne Werbung möglich, was Datenschutz und Nutzerkontrolle stärkt
Das Werbe- und Tracking-Problem bei Smart-TVs
- Die meisten Smart-TVs und Streaming-Geräte haben Werbung und Funktionen zur Sammlung von Nutzerdaten eingebaut
- TV-Hersteller verlassen sich auf Werbeeinnahmen auf Basis des Betriebssystems (OS), um die geringen Hardware-Margen auszugleichen
- Über Automatic Content Recognition (ACR) werden Sehgewohnheiten an Werbetreibende weitergegeben
- Durch diese Struktur sind nicht-smarte Fernseher (Dumb TVs) fast vollständig vom Markt verschwunden
- Verbraucher erwarten heute eher softwarezentrierte Funktionen als einfache Hardware
Die am meisten empfohlene Alternative: die Apple-TV-Box
- Die Apple-TV-Box ist die stabilste und intuitivste Wahl, um die Software eines Smart-TVs zu ersetzen
- Es gibt kaum Werbung oder empfohlene Inhalte, dazu hohe Geschwindigkeit und eine einfache Einrichtung
- Dank Apples Datenschutzrichtlinien ist es unwahrscheinlicher, dass Nutzerdaten nach außen übertragen werden
- Es gibt keine ACR-Funktion
- Für 4K- und HDR-Wiedergabe werden HDCP 2.2 und HDMI 2.0 oder höher benötigt
- Über ein NAS ist auch lokales Media-Streaming möglich
- Auch offline lassen sich moderne Display-Technologien nutzen, sodass eine werbefreie Sehumgebung ohne Qualitätsverlust aufgebaut werden kann
Die Realität beim Kauf eines Dumb TVs
- Fernseher ohne Internetverbindung gibt es weiterhin, sie beschränken sich aber meist auf günstige Einstiegsmodelle
- Bei höherwertigen Geräten fallen Auflösung, Helligkeit, Blickwinkel und Klangqualität schwächer aus
- Premium-Paneltechnologien wie OLED oder Micro RGB werden nicht unterstützt
- Emerson: Modelle von 7 bis 50 Zoll, darunter auch Geräte mit 4K-Unterstützung
- Westinghouse: bis maximal 32 Zoll, 720p-Auflösung, einige Modelle mit integriertem DVD-Player
- Sceptre: eine exklusive Marke für Walmart, die kleine Restbestände an Dumb TVs hält
- Über die Amazon-Suche mit „dumb TV“ oder „non-smart TV“ lassen sich weitere Modelle finden
Alternative Display-Optionen
Projektoren
- Es gibt weiterhin viele Modelle ohne Internetverbindung, teils auch mit 4K/HDR-Kompatibilität
- Nachteile sind schwieriges Sehen in heller Umgebung und Platzanforderungen
- In letzter Zeit nimmt die Zahl von Projektoren mit Smart-Funktionen ebenfalls zu
Computermonitore
- Vorteilhaft bei kleineren Bildschirmen oder wenn hohe Bildwiederholraten und präzise Farbdarstellung gewünscht sind
- Es fehlt meist ein TV-Tuner, außerdem müssen Lautsprecher separat gekauft werden
- Moderne Technologien wie OLED oder Mini LED sind selten, dafür sind Farbgenauigkeit und die Offenlegung technischer Daten oft besser als bei Fernsehern
Digital Signage
- Displays mit industrieller Haltbarkeit und hoher Helligkeit, geeignet für lange Betriebszeiten
- Laut Panasonic gibt es jedoch Einschränkungen bei Stromverbrauch, Geräuschentwicklung und der Kompatibilität mit Heimgeräten
- Es sollte geprüft werden, ob HDCP 2.2 unterstützt wird
- Auch für zuhause nutzbar, allerdings sollten Preis und Energieeffizienz berücksichtigt werden
Geräte, die sich an einen Dumb TV anschließen lassen
Smartphone
- Anschluss per USB-C- oder Lightning-Digital-AV-Adapter möglich
- Fernsteuerung per Bluetooth-Maus und -Tastatur möglich
- Allerdings gibt es Einschränkungen bei 4K-Streaming (zum Beispiel beim iPhone oft nur bis 1080p) und einige Dienste unterstützen AirPlay nicht
Laptop
- Netflix, HBO Max und andere große Streaming-Dienste lassen sich per Web oder App nutzen
- Auch für Multiview, PC-Gaming und produktive Arbeit vielseitig einsetzbar
- Für 4K/HDR-Streaming müssen Anforderungen bei Browser, GPU und Codec (HEVC/H.265) erfüllt sein
- Mit der App Unified Remote kann das Smartphone als Fernbedienung genutzt werden
- Es gibt Kompatibilitätsgrenzen, etwa bei manchen FAST-Kanälen oder fehlenden macOS-Apps
Heimkino-PC (HTPC)
- Kann in verschiedenen Formen aufgebaut werden, etwa als kompakter Mini-PC, Raspberry Pi oder Custom-Build
- Steuerung per Smartphone ist mit TeamViewer oder Unified Remote möglich
- Hardware-Fernbedienungen werden unterstützt, etwa Bluetooth-Tastaturen, Air-Remotes oder Flirc USB
- Lokale Medien lassen sich mit Plex Media Server oder Jellyfin verwalten
- In Verbindung mit einem NAS ist Remote-Streaming auch ohne 24/7-Betrieb möglich
Fernsehen per Antenne
- Damit lassen sich kostenlose terrestrische TV-Sender empfangen, und Werbe-Tracking ist praktisch nicht möglich
- Nielsen erklärte, Daten von Antennen-Zuschauern seien „mit Big Data nicht erfassbar“
- Über digitale Subkanäle gibt es vielfältige kostenlose Inhalte
- Durch geringere Bildkompression ist die Bildqualität teils klarer als beim Kabelanschluss
- Mit Tablo OTA DVR oder Plex DVR lässt sich eine Aufnahmefunktion ergänzen
- Nachteile sind begrenzte 4K/HDR-Ausstrahlungen, Verzögerungen beim Umstieg auf ATSC 3.0 sowie Empfangsprobleme und Schwierigkeiten bei mehreren Fernsehern
Fazit
- Wer Werbung und Tracking bei Smart-TVs vermeiden will, fährt in der Praxis besser mit einem offline betriebenen Smart-TV plus externen Geräten als mit einem vollständig klassischen Dumb TV
- Mit Apple TV, Laptop, HTPC, NAS und Antenne lassen sich verschiedenste maßgeschneiderte, werbefreie Sehumgebungen aufbauen
- Das ist mehr als nur eine Hardware-Entscheidung: Es stärkt die Kontrolle über Nutzerdaten und den Schutz der Privatsphäre
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