Vorteile der Begrenzung emissionsstarker Fahrzeuge
- Die Einschränkung des innerstädtischen Verkehrs emissionsstarker Fahrzeuge bringt mehrere Vorteile mit sich, darunter sauberere Luft und weniger Lärm
- In ganz Europa wurden mehr als 300 Luftreinhaltezonen eingerichtet
- In London stieg nach der Einführung der Ultra-Low Emissions Zone (ULEZ) der Anteil der Kinder, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule gehen
Hintergrund der Studie
- Bevor 2018 in der Londoner Innenstadt die Ultra-Low Emissions Zone eingeführt wurde, plante ein Forschungsteam der University of Cambridge und der Queen Mary University of London ein natürliches Experiment
- Über mehrere Jahre wurde mit Kindern im Alter von 6 bis 9 Jahren und ihren Familien untersucht, wie sich das Programm auf die Gesundheit von Kindern auswirkt
- Der Schwerpunkt der Studie lag zwar auf der Lungenentwicklung von Kindern, doch auch Nebenergebnisse wie Aktivitätsniveau und psychische Gesundheit wurden analysiert
Studienergebnisse
- Ein Jahr nach Einführung der Ultra-Low Emissions Zone wechselten 2/5 der Londoner Schüler von „passiven“ zu „aktiven“ Mobilitätsformen
- In London stieg der Anteil der Eltern, die ihre Kinder nicht mit dem Auto bringen, sondern zu Fuß gehen oder das Fahrrad nutzen
- In Luton wechselte 1/5 zu aktiven Mobilitätsformen, doch derselbe Anteil wechselte zu passiven Mobilitätsformen
Bedeutung eines aktiven Schulwegs
- Zu Fuß gehen, Radfahren und Rollerfahren sind gut für Kinder, Familien und die Umwelt
- Ein aktiver Schulweg kann dazu beitragen, die Konzentration und die schulischen Leistungen von Kindern zu verbessern
- Er fördert körperliche Aktivität, die für die Vorbeugung von Fettleibigkeit bei Kindern wichtig ist
Nächste Schritte der Forschung
- Geplant ist eine Anschlussstudie, die analysiert, warum Eltern ihre Kinder nicht mehr mit dem Auto bringen
- Untersucht werden soll unter anderem, ob die tägliche Gebühr der Ultra-Low Emissions Zone der Grund ist oder ob sich die Straßen wegen des geringeren Verkehrs sicherer anfühlen
Herausforderungen in den USA
- In den USA ist die Einführung einer Ultra-Low Emissions Zone wie in London wegen rechtlicher Hürden schwierig
- In Santa Monica gab es zwar einen freiwilligen Pilotversuch für eine emissionsfreie Lieferzone, dieser war jedoch nur von kurzer Dauer
- Auch der Plan für eine City-Maut-Zone in New York City scheiterte
Notwendigkeit besserer Infrastruktur
- Städte müssen fußgängerfreundliche Infrastruktur verbessern und geschützte Radwege schaffen
- Laut der Studie könnte die Eindämmung von Autofahrten wirksamer sein als Infrastrukturverbesserungen
- Damit gibt es weitere Belege dafür, dass die Gesundheit von Kindern auch der Gesundheit der Gemeinschaft und des Planeten zugutekommt
Zusammenfassung von GN⁺
- Die Einführung der Ultra-Low Emissions Zone fördert aktive Schulwege von Kindern und wirkt sich positiv auf ihre Gesundheit aus
- In den USA ist die Einführung ähnlicher Zonen wegen rechtlicher Hürden schwierig
- Verbesserungen der fußgängerfreundlichen Infrastruktur sind nötig, und die Eindämmung von Autofahrten könnte wirksamer sein
- Aktive Schulwege können helfen, Fettleibigkeit bei Kindern vorzubeugen und schulische Leistungen zu verbessern
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
Straßengestaltung und Sicherheit: Die Straßengestaltung in den Niederlanden ermöglicht es seit langem vielen Kindern, Fahrrad zu fahren. Das hat nichts mit Emissionszonen zu tun, allerdings kann eine gute Straßengestaltung auch dabei helfen, Emissionen zu senken. In großen Städten sollte der Autoverkehr reduziert werden, damit sich mehr Menschen sicher mit dem Fahrrad, zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln fortbewegen können
Autostatistik in London: In London ist Autobesitz über alle demografischen Gruppen hinweg verbreitet. Auch in einkommensschwachen Haushalten besitzen viele Familien ein Auto; das hängt von Bedarf und Zahlungsbereitschaft ab. In den letzten Jahren traten mehrere Faktoren gleichzeitig auf, darunter ULEZ, verkehrsberuhigte Gebiete, COVID und Brexit
Schwierigkeiten bei der Einhaltung von LEZ-Regeln in der EU: In der EU ist die Einhaltung schwierig, weil die LEZ-Vorschriften je nach Land unterschiedlich sind. Frankreich verlangt eine vorherige Registrierung per Post, und in Italien unterscheiden sich die Regeln je nach Kommune. Google Maps bietet keine LEZ-Informationen an, sodass Fahrer Bußgelder riskieren können
Stadtplanung und Verkehr: Wenn man in der Stadtplanung gefährliche und unangenehme Elemente wie Autos entfernt, werden Zufußgehen, Radfahren und öffentliche Verkehrsmittel attraktiver
Verbesserung der Luftqualität in London: Die Luft in London ist merklich sauberer als früher, und die Londoner sollten stolz darauf sein
Wirkung weniger Autos: Innerhalb der Emissionszone ist die Zahl der Autos gesunken, was Fußgängern, Radfahrern und Scooter-Fahrern eine angenehmere Umgebung bietet. Das sollte man auch in den USA ausprobieren
Brüssels EV-Plan: Brüssel plant, bis 2035 nur noch Elektroautos zuzulassen, investiert aber nicht genug in Ladeinfrastruktur. In der Stadt könnte Autobesitz zu einem Privileg werden
Unterschiede bei der Luftqualität je nach Stadtteil in London: Das Zentrum Londons hat saubere Luft, aber in den Außenbezirken ist die Luftqualität wegen Abgasen und Smog schlechter. Das hängt mit wirtschaftlicher Ungleichheit zusammen
Gesundheitsuntersuchungen im Vereinigten Königreich: Die Frage, ob im Vereinigten Königreich jede Person oder jeder Schüler jährlich gesundheitlich untersucht wird
Wie Kinder in den USA aktiver werden könnten: Damit Kinder in den USA aktiver werden, braucht es in der Nähe freie Flächen oder Parks. Diese bieten Raum, in dem Kinder frei spielen und soziale Kontakte knüpfen können