Software-Updates und kostenpflichtige Paywalls verletzen Verbraucherrechte
- Verbraucher können nicht länger behaupten, die von ihnen gekauften Produkte wirklich zu besitzen. Hersteller können pleitegehen, oder ein Firmware-Update nach dem Kauf kann ein Produkt weniger nützlich machen
- Kürzlich haben Verbrauchergruppen, Aktivisten und Juristen ein Bündnis gebildet und die FTC aufgefordert, gegen Hersteller smarter Geräte vorzugehen, die den Produktsupport plötzlich einstellen oder Funktionen hinter kostenpflichtigen Aboschranken verstecken
- In einem Schreiben von 17 Gruppen an die FTC wird gefordert, verbraucherfeindliche Praktiken wie „software tethering“ zu regulieren. Damit ist gemeint, Hardware durch Firmware-Updates unbrauchbar zu machen oder zentrale Funktionen per kostenpflichtigem Abonnement zu sperren
Beispiele für Verbraucherschäden und unzureichende Reaktion der FTC
- Das Schreiben nennt Fälle von Verbraucherschäden, etwa Pelotons grundlose Belastung von 95 US-Dollar für Nutzer gebrauchter Fahrräder oder einen Hersteller einer „smarten“ Babywiege, der zentrale Funktionen hinter ein kostenpflichtiges Abo gesperrt hat
- Es kommt weiterhin vor, dass Geräte, für die Verbraucher viel Geld bezahlt haben, ohne Vorankündigung in ihren Funktionen eingeschränkt oder unbrauchbar werden. Dadurch erleben Verbraucherrechte einen „langsamen Tod“
- Die FTC hat zwar vereinzelt Untersuchungen eingeleitet, aber etwa im Fall von Googles Entscheidung, die Revolv-Smart-Home-Hardware unbrauchbar zu machen, wurden weder substanzielle Maßnahmen noch Reformen zum Verbraucherschutz umgesetzt
Grenzen der FTC und was nötig ist
- Die FTC ist durch Geldmangel, Personalknappheit und interne Konflikte in ihren Ressourcen begrenzt und hat bereits Schwierigkeiten, dringendere Probleme wie Monopolisierung oder Datenschutzverletzungen anzugehen
- Dennoch könnten schon bundesweite Leitlinien und einige Warnungen den derzeit chaotischen Markt für „smarte“ Hardware stark verändern
Meinung von GN⁺
- Das Problem, dass Verbraucher beim Kauf von Technikprodukten faktisch kein echtes Eigentum erwerben, verschärft sich mit der Ausbreitung von Smart-Home- und IoT-Geräten weiter
- Dass die FTC zu wenig eingreift, kann ein verbraucherfeindliches Marktumfeld fördern, wodurch das Vertrauen der Verbraucher weiter sinken dürfte
- Um ähnliche Probleme zu verhindern, rückt die Notwendigkeit von Verbraucherschutzgesetzen in den Vordergrund, die bei Produktkäufen klaren Anspruch auf Support und garantierte Funktionen festschreiben
- Da immer mehr Produkte zentrale Funktionen hinter kostenpflichtigen Aboschranken verstecken, ist es aus Verbrauchersicht wichtig, die langfristigen Folgekosten solcher Produkte zu berücksichtigen
- Ein solcher Missbrauch von Technologie kann nicht nur Verbraucherrechte verletzen, sondern auch Umweltprobleme verschärfen, da er das Risiko unnötigen Elektroschrotts erhöht
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