- Australische Beschäftigte können nun dank eines neuen Gesetzes zum "Recht auf Nichterreichbarkeit" (
Right to Disconnect) Eingriffe in ihre Privatsphäre wie berufliche E-Mails und Anrufe außerhalb der Arbeitszeit ignorieren
- Die neue Regelung ist seit Montag in Kraft, und in den meisten Fällen werden Beschäftigte nicht bestraft, wenn sie es ablehnen, Mitteilungen ihres Arbeitgebers außerhalb der Arbeitszeit zu lesen oder zu beantworten
- Befürworter sagen, dass das Gesetz es Beschäftigten ermöglicht, selbstbewusst gegen Eingriffe in die Privatsphäre durch berufliche E-Mails, Textnachrichten und Anrufe außerhalb der Arbeitszeit vorzugehen
- Dieser Trend hat sich beschleunigt, seit die COVID-19-Pandemie die Grenzen zwischen Zuhause und Arbeitsplatz verwischt hat
- John Hopkins, außerordentlicher Professor an der Swinburne University of Technology, sagte: "Bevor digitale Technologien eingeführt wurden, gab es nach Feierabend bis zum nächsten Arbeitstag keinen Kontakt"
- "Heute ist es weltweit zur Normalität geworden, auch außerhalb der Arbeitszeit und sogar im Urlaub E-Mails, SMS und Anrufe zu erhalten", fügte er hinzu
- Laut einer Umfrage des Australia Institute leisteten Australier im Jahr 2023 durchschnittlich 281 Stunden unbezahlte Überstunden; der monetäre Wert dieser Arbeit wird auf 130 Milliarden australische Dollar (88 Milliarden US-Dollar) geschätzt
- Mit dieser Änderung reiht sich Australien in eine Gruppe von rund 24 Ländern in Europa und Lateinamerika ein, die ähnliche Gesetze haben
3 Kommentare
Ist schon lange her, aber Australier mochten Ostasiaten damals nicht ... Sie sagten, Nacht- und Frühschichtarbeit würden nur Koreaner und Japaner machen und damit die Kultur kaputtmachen ... Natürlich waren nicht alle so ... Aber dieser Artikel hat schon recht. Ich hätte damals aus der Reihe tanzen sollen, ach ...
In Korea gibt es sogar Orte, vor allem unterhalb des gehobenen Mittelstands, an denen es weder geschäftliche E-Mails noch Messenger gibt; in solchen Fällen ist eine Trennung ohnehin nicht möglich.
Hacker-News-Kommentare
Ich war schockiert, in einem Management-Meeting die Aussage zu hören, dass man Mitarbeitende unter Druck setzen könne
In der Schweiz gilt, dass bei einer Kontaktaufnahme mit Mitarbeitenden am Wochenende sofort Wochenend-Überstundenzuschläge anfallen
Wer die Mehrdeutigkeit von Regeln nicht versteht, ist unreif
Man sollte das als Beschäftigungssignal verstehen
In Deutschland gilt das bereits
Keine Überstunden, kein Freizeitausgleich, und Manager verwechseln Probleme mit Notfällen
In Australien ist das kein großes Problem
Rechtlich hat man zwar das Recht, kann aber aus anderen Gründen bestraft werden
E-Mails prüfe ich innerhalb von 24 Stunden
Ich ignoriere E-Mails und Anrufe außerhalb der Arbeitszeit