Neun Kompetenzen von Kommunikatoren
(stdy.blog)In Jurgen Appelos Buch <Management 3.0> werden die „9 Kompetenzen von Kommunikatoren“ wie folgt vorgestellt
Eingangsphase
- Verbindung: gute Beziehungen zu anderen aufbauen
- Filterung: Botschaften absichtlich und selektiv anhören
- Empathie: eine emotionale Bindung zum Gegenüber spüren und Interesse an der Botschaft haben
Verarbeitungsphase
- Verstehen: wirklich verstehen, was die andere Person sagt
- Weiterentwicklung: neue Informationen auf Basis dessen weiterentwickeln, was man bereits weiß
- Management: vorhandene Informationen gut ordnen und bewerten. Wissen, was wichtig ist, wem man was weitergeben sollte und wem man etwas besser nicht weitergibt.
Ausgangsphase
- Verbreitung: Informationen weit streuen.
- Einfluss: auf Kolleginnen und Kollegen Einfluss nehmen. Überzeugen. (Nur weil etwas weit verbreitet wird, entsteht nicht automatisch Wirkung)
- Gespräch: mithilfe von Informationen direkt kommunizieren. (Jemand mit großem Einfluss ist nicht unbedingt ein Kommunikator)
Im Buch wird dies auch mit der Metapher eines „Radios“ verglichen
- Man braucht passende Kabel (Verbindung), muss verhindern, dass das Rauschen zunimmt (Filterung), und die richtige Frequenz einstellen (Empathie).
- Man braucht Erfahrung im Umgang mit AM- und FM-Signalen (Verstehen), dazu Verstärkung (Weiterentwicklung) und einen Equalizer (Management).
- Danach kann man die Show senden (Verbreitung). Das Rauschen sollte möglichst gering sein (Einfluss). Und wenn der Inhalt hervorragend ist, kann man auch mit den Zuhörern in Austausch treten (Gespräch).
Den Nutzen von Wissen finden
- Früher hatte ich mir dieses Wissen zwar gemerkt, es aber kaum praktisch genutzt; plötzlich kam mir der Gedanke, dass sich dieses Kompetenzmodell nutzen lässt, um die Kommunikationsfähigkeit von mir selbst oder von anderen zu bewerten und weiterzuentwickeln
- Statt zu sagen: „Ich habe eine Stärke in der Kommunikation“ oder „Diese Person ist in ihrer Kommunikationsfähigkeit eher schwach“, kann man dieses Modell als Denkraster verwenden und Erfahrungen viel konkreter und analytischer erkunden und bewerten
- Zum Beispiel so: „Ich bin zwar gut vernetzt, aber im Filtern nicht besonders stark“ oder „Diese Person führt gar nicht so viele direkte Gespräche und hat trotzdem großen Einfluss. Wie macht sie das?“
Modellierung von Experten
Phänomene oder Konzepte zu Mustern zu verdichten und zu „modellieren“ ist eine gemeinsame Eigenschaft von Experten
Je mehr man Anfänger ist, desto größer ist der Nutzen, den man daraus zieht, die mentalen Modelle von Experten nachzuahmen; allerdings gibt es einige Punkte, auf die man achten sollte
- Ein Modell mag auf den ersten Blick plausibel klingen, kann aber weit vom tatsächlichen Verhalten echter Experten entfernt sein
- Wenn man die verborgene Absicht und das implizite Wissen eines Modells nicht versteht, kann die Motivation sinken und auch die Leistungsverbesserung unbefriedigend ausfallen
- Wenn man nicht darüber nachdenkt, wie ein Modell entstanden ist und unter welchen Bedingungen es gut funktioniert, ist es schwer, es an die eigene Situation anzupassen
Wenn man diese Punkte im Hinterkopf behält, zugleich beobachtet, wie Experten tatsächlich etwas vormachen, und eine Analyse kognitiver Arbeit durchführt, dürfte man noch schneller wachsen. Dann wird es auch möglich, ein eigenes Modell zu entwickeln
2 Kommentare
Kommentare, die gegen mehrere Punkte der Nutzungsregeln verstoßen, wurden aufgrund von Meldungen ausgeblendet.
Bitte lesen Sie vor dem Verfassen eines Kommentars zunächst die GeekNews-Nutzungsregeln.
Bitte posten Sie keine Kommentare, die nichts mit dem Thema zu tun haben. Relevante Kommentare wurden entfernt.