2 Punkte von GN⁺ 2024-06-20 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen

Der schnelle Niedergang der Lambda School

Der Anfang der Lambda School

  • Geschichte des Gründers: Austen Allred war Mitgründer der Lambda School. Er brach das College ab und war zeitweise obdachlos.
  • Income-Share-Agreement: Die Studierenden zahlten die Studiengebühren nicht im Voraus, sondern nach dem Abschluss und beim Berufseinstieg einen Teil ihres Einkommens an die Schule. Wer keine Anstellung fand, musste nichts zahlen.
  • Früher Erfolg: 2017 war die Lambda School sehr erfolgreich und erregte im Silicon Valley große Aufmerksamkeit.

Der Beginn der Probleme

  • Tatsächliche Ergebnisse: Anfang 2020 zeigte eine geleakte Kommunikation mit Investoren, dass die meisten Studierenden keine Anstellung fanden. Die Schule hatte die Schulden der Studierenden stillschweigend an Hedgefonds weiterverkauft.
  • Probleme mit dem Income-Share-Agreement: Selbst wenn Absolventen einen Job fanden, der nichts mit Programmierung zu tun hatte, verlangte die Schule weiterhin Geld.

Niedergang

  • Interne Probleme: Das Unternehmen verbrannte pro Quartal bis zu 11,8 Millionen US-Dollar und hatte Schwierigkeiten, den Betrieb aufrechtzuerhalten.
  • Rechtliche Probleme: Wegen rechtlicher Probleme und beschädigtem Markenimage erfolgte ein Rebranding zu "Bloom Institute of Technology".

Meinung von GN⁺

  1. Qualität der Ausbildung: Das Ausbildungsprogramm der Lambda School war im Vergleich zu einem Hochschulabschluss bei weitem nicht ausreichend. Das wurde zu einem großen Hindernis für die tatsächliche Vermittlung der Studierenden in Jobs.
  2. Grenzen des Income-Share-Agreements: Ein Income-Share-Agreement kann auf Studierende attraktiv wirken, bringt in der Praxis jedoch viele Probleme mit sich. Insbesondere kann die Situation entstehen, dass Studierende ihre Schulden zurückzahlen müssen, obwohl sie einen Job außerhalb der Programmierung gefunden haben.
  3. Blindes Vertrauen der Investoren: Es wirkt so, als hätten Investoren die tatsächlichen Ergebnisse der Lambda School nicht gründlich geprüft und stattdessen nur in die innovative Idee investiert.
  4. Andere Alternativen: Studierende, die ein Coding-Bootcamp in Betracht ziehen, sollten andere verlässliche Programme prüfen. Beispiele dafür sind Online-Bildungsplattformen wie Codecademy oder Udemy.
  5. Rechtlicher Schutz: Es ist wichtig, dass Studierende vor der Anmeldung zu einem Bildungsprogramm die Vertragsbedingungen gründlich prüfen und sicherstellen, ob sie rechtlichen Schutz erhalten können.

1 Kommentare

 
GN⁺ 2024-06-20
Hacker-News-Kommentar
  • Erwähnt wird, dass sich die Eigentümerschaft des Kommentars von austenallred geändert hat; vermutet wird, dass der Autor bei HN um Anonymisierung gebeten hat, weil er befürchtete, dass dies seinem Ruf schaden könnte.

  • Ende der 80er und Anfang der 90er wurden vor allem entlassene Arbeiter aus der Fertigungsindustrie in Unix-Grundlagen geschult. Es gab auch einen sechswöchigen C++-Kurs, doch dieser Zeitraum war nicht ausreichend.

  • Beim Studium der Theorien von Papert und Piaget wurde versucht, Methoden für den Programmierunterricht zu entwickeln; dennoch seien Menschen, die Programmieren auf dem von Arbeitgebern gewünschten Niveau gut vermitteln können, weiterhin selten.

  • Bei Lambda School wurde über Verbesserungen der Lehrmethodik und des Curriculums diskutiert, doch da es keinen klaren Plan gab, wechselte die Person schließlich zu Amazon.

  • Bei Make School wurde als Coding-Dozent gearbeitet, doch es war schwer, Studierende zu finden, die Informatik wirklich verstanden und das Programm abschließen konnten. Das lag daran, dass bestehende Hochschulen die starken Studierenden bereits aufgenommen hatten.

  • AppAcademy hatte mit ISA (Income Share Agreement) Erfolg und erzielte Ergebnisse auch durch eine strenge Auswahl der Kandidaten während des Programms. Diejenigen, die das Programm abgeschlossen haben, kommen in der Branche größtenteils gut zurecht.

  • Bei der Diskussion über die Probleme von Lambda School wird die Ansicht vertreten, dass manche Kritik an ISA übertrieben ist.

  • Obwohl die Ausbildung und der Abschluss von Lambda School im Vergleich zu einem Hochschulabschluss bei der Jobsuche keine große Hilfe waren, stellte das Marketing Vergleiche mit Universitäten an und versprach die Tiefe eines vierjährigen Studiums zusammen mit der Praxisnähe eines Bootcamps.

  • Es wird darauf hingewiesen, dass das Scheitern der Expansion von Lambda School nach Europa/Afrika nicht erwähnt wird; das sei zwar ein gutes Programm gewesen, das vielen den Karrierestart ermöglichte, intern sei es jedoch chaotisch gewesen.

  • Der Vergleich zwischen Lambda School und YC wirke oberflächlich betrachtet attraktiv, doch während YC erfolgreichen Teilnehmern unbegrenzte Möglichkeiten biete, habe Lambda für jeden Teilnehmer nur begrenzte Möglichkeiten. Deshalb seien mittelmäßige Ergebnisse ein wichtiger Faktor.

  • Es wird erwähnt, dass Austen in den vergangenen neun Monaten nichts auf HN gepostet hat; das wird als Signal dafür gedeutet, dass es um Lambda/Bloom nicht gut steht.